30. April bis 12. Juni 2026
Galerie KK5

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Subkultur und fiktive Identitäten
Werkschau Neue Sorbische Kunst

Am 30. April 2026 eröffnet die Leipziger Stiftungsgalerie KK5 die Ausstellung „…aber war stets gut
informiert.“ – Werkschau Neue Sorbische Kunst. Erstmals wird das kompromisslose Werk des
Künstlers Bernhard Schipper in einer umfassenden Schau präsentiert. Sie führt drei Jahrzehnte
seines Schaffens zusammen – von der radikalen Konzeptkunst der 1990er Jahre bis in die
Gegenwart.

Im Zentrum der Ausstellung steht die von Schipper selbst so bezeichnete Praxis der
„spekulativen Archäologie“: Er nutzt historische Artefakte der Ost-Moderne – etwa ein vierzig
Jahre altes Schild oder hundert Jahre alte, verschimmelte Kreide – und montiert sie zu neuen
Werken. Dabei entkoppelt er aufgeladene Begriffe wie „Heimat“ und „Identität“ von jeglicher
„Ostalgie“. „Das Ding ist ja da. Diese ganzen Bestandteile sind da. Ich musste es tatsächlich nur
ausgraben“, beschreibt Schipper seinen Arbeitsprozess.

Die Werkschau inszeniert sich als begehbare Ausgrabungsstätte jüngerer Geschichte: Mit der
fiktiven Rekonstruktion einer 50 Jahre alten Künstlergruppe, der „Arbeitsgruppe Neue Sorbische
Kunst“, lässt Schipper die Grenzen zwischen Dokumentation und erdachter Historie virtuos
verschwimmen. Mit dieser Dekonstruktion ostdeutscher und sorbischer Mythen liefert der
Künstler visuelle Codes von hoher Aktualität – anschlussfähig insbesondere für urbane Szenen
und Subkulturen, nicht zuletzt im Kontext des zeitgleich in Leipzig stattfindenden Wave-Gotik
Treffens.

Eine Ausstellung, die Vergangenheit nicht bewahrt, sondern neu verhandelt.

KURATION: Anja Mutschler, 20blue GmbH.
VERNISSAGE: Donnerstag, 30. April 2026, 19 Uhr

Bildnachweis: Bernhard Schipper, Die Konstituierung der neuen Sorbischen Kunst, 1973


Galerie KK5
Käthe-Kollwitz-Straße 5
04109 Leipzig (Haltestelle Gottschedstraße)

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