9. Mai bis 19. Juli 2026
Caricatura Galerie Kassel

mostbet

Ausstellung mit Cartoons zu jüdischem Leben in fordernden Zeiten

Kassel. Jüdisches Leben ist kein Spaziergang – aber auch kein Tabu. Seit dem 7. Oktober 2023 sind Antisemitismus, Angst und Polarisierung wieder Alltag. In dieser Situation wird klar: Humor ist nicht automatisch befreiend. Er ist kein Luxus, sondern ein innerer Kompass. Er zeigt, wo etwas weh tut – und wo trotz Bedrohung noch Raum fürs Menschsein bleibt. Er kann trösten, aber auch provozieren und aufrütteln.

In der Ausstellung »Haben Juden nichts zu lachen?« zeigen jüdische und nicht-jüdische Künstlerinnen und Künstler, wie Cartoons in diesem Spannungsfeld wirken: Zwischen bitterer Ironie, schwarzem Witz und nachdenklicher Leichtigkeit entsteht ein Bild jüdischen Lebens, das weder verklärt noch von Resignation geprägt ist. Fragen wie »Für wen darf ich heute die Projektionsfläche sein?«, »Darf man [als Rechtsextremist] jetzt noch Synagogen anzünden oder ist das dann pro-palästinensisch?« oder »Wie kommt es, dass wir uns nie auf die Dinge konzentrieren, die uns verbinden – wie Falafel?« eröffnen Perspektiven auf Alltag, Identität, Angst und Hoffnung und zeigen: Humor ist auch kein Zeichen von Leichtfertigkeit, sondern ein Ausdruck von Widerstand und Menschlichkeit.

Gegliedert ist die Ausstellung in drei Bereiche: Eingangs werden jüdisches Leben, seine Bräuche und Traditionen beleuchtet, aber auch ein Alltag, der durch Stigmatisierung geprägt ist. Der zweite Bereich richtet den Blick auf Antisemitismus in Deutschland – auf Bedrohung, Vorurteile und Diskriminierung. Bereich drei versammelt unterschiedliche Blickwinkel auf Nahost und einen der komplexesten Konflikte der neueren Geschichte, die eines eint: Der Wunsch, dass die Zerstörung und das Leid der Zivilbevölkerung auf allen beteiligten Seiten ein Ende haben mögen.

»Haben Juden nichts zu lachen?« ist eine Kooperation mit dem Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben und wird gefördert von der Hessischen Kulturstiftung. Im Lappan Verlag erscheint ein begleitendes Buch, das die Inhalte der Ausstellung dokumentiert und dauerhaft verfügbar macht. Eröffnung ist am 8. Mai 2026, um 18.30 Uhr in der Caricatura Galerie. Der Eintritt ist frei.

Die Künstlerinnen und Künstler

Harm Bengen, Stefanie Bräuning-Orth, BURKH, Uli Döring, Tim Oliver Feicke, Andrey Feldshteyn, Annika Frank, Ben Gershon, Katharina Greve, Markus Grolik, Teresa Habild, Hauck & Bauer, Ruth Hebler, Petra Kaster, Keren Keet, Kittihawk, Amy Kurzweil, Dorthe Landschulz, Mario Lars, Bob Mankoff, Nadia Menze, Til Mette, Denis Metz, Mock, Paul Noth, Thomas Plaßmann, Regina Potomkina, Stephan Rürup, ruth__lol, Heiko Sakurai, Chrissie Salz, Bettina Schipping, André Sedlaczek, David Sipress, Klaus Stuttmann, Holger Weyrauch und Miriam Wurster

Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es unter https://caricatura.de/haben-juden-nichts-zu-lachen/  

Haben Juden nichts zu lachen?
9.5. bis 19.7.2026
Di bis Sa 12 bis 19 Uhr,
So und Feiertage 10 bis 19 Uhr
Eintritt: 6 Euro, 4 Euro ermäßigt

Caricatura Galerie Kassel
Eröffnung: 8.5.2026, 18.30 Uhr
Eintritt frei

Bildnachweis: Cartoons: Bräuning-Orth / Caricatura


Caricatura – Galerie für Komische Kunst
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