ALLIANCE, INFINITY, LOVE – IN THE FACE OF THE OTHER
5. Juni – 22. September 2026
Deichtorhallen Hamburg
»Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other« präsentiert rund 30 künstlerische Positionen aus Fotografie, Video und Film, die von unterschiedlichsten Orten und kulturellen Erfahrungen erzählen: von Australien und Japan über den Libanon und Palästina bis Brasilien und Jamaika, von Südafrika über Belgien und Großbritannien bis Grönland. Die eingeladenen Künstler*innen bilden eine transglobale Gemeinschaft, die neue Formen des Erlebens und des Austauschs erkundet. Ihre Werke spiegeln persönliche Geschichten, emotionale Zustände sowie soziopolitische Verflechtungen wider. Thematisch kreisen sie um Fragen von Identität, Befreiung und Gemeinschaft, von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, von Spiritualität und Schmerz, von Begehren und Intimität – und in allem von der verwandelnden Kraft der Liebe und künstlerischer Kreativität.
Das Ausstellungsnarrativ bringt die Leitmotive »Alliance«, »Infinity« und »Love« in eine polyphone, dynamisch aufeinander bezogene räumliche Anordnung. Das Kapitel »Alliance« entfaltet die Kraft der Verbundenheit bei gleichzeitiger Anerkennung von Differenz. Die hier versammelten Künstler*innen begreifen sich als Teil einer Gemeinschaft, der sie eine Stimme geben. Auch einige kreative Allianzen sind hier verortet. Wie zum Beispiel die zwischen Derik Lynch und Matthew Thorne. Mit Marungka tjalatjunu (Dipped in Black) schaffen die beiden eine hybride kulturelle Fusion, die unser Verständnis von indigenem Wissen verwandelt. Es erscheint nicht als etwas Feststehendes, sondern als etwas, das sich kontinuierlich weiterentwickelt und offen für Interpretationen ist. Rotimi Fani–Kayode und Alex Hirst wiederum schufen als kreative Partner in den 1980ern ein fotografisches Œuvre, das Yoruba-Traditionen mit europäischer Moderne verschmolz – eine radikale Allianz, die das infrage stellte, was die beiden als »Traces of Ecstasy« bezeichneten.
In »Infinity« geht es um Kontinuitäten und die unendlichen Möglichkeiten menschlicher Entwicklung – die Vision einer Welt ohne einschränkende Grenzen, in der marginalisierte oder zum Schweigen gebrachte Stimmen Teil der visuellen Kultur und des Alltagslebens werden können. Hélène Amouzou und Sandra Brewster – zwei der hier vertretenen Künstlerinnen – gelingt es, das Schwarze Subjekt als zeitlich nicht lokalisierbar, aber räumlich präsent darzustellen. So verdeutlichen sie, dass Subjektivität sich ständig im Wandel befindet. Einige der in diesem Kapitel gezeigten Projekte, etwa Mónica de Mirandas As If the World Had No West (2024), beziehen zudem die Natur als die menschliche Geschichte umfassenden Resonanzraum mit ein.
Im Kapitel »Love« erinnert Mao Ishikawa daran, was es bedeutet, über Unterschiede hinweg zu lieben, und wie unter Bedingungen von Isolation, Entwurzelung und Zurückweisung Liebe und Begehren als dynamische Kraft Menschen miteinander verbindet. Dabei setzt die Künstlerin – ebenso wie Inuuteq Storch oder Tyler Mitchell – auf die Fotografie als eine Praxis der Gemeinschaft, Empathie und Wiedergutmachung. In seinen Arbeiten, sinnlich in Ton und Atmosphäre, erschafft Tyler Mitchell eine hochgradig konstruierte Sphäre der Zärtlichkeit und Intimität. So ermöglicht er es dem Schwarzen Körper, in einer Welt zu existieren, in der die Angst zeitweise zugunsten der Freude aufgehoben ist.
Beteiligte Künstler*innen
»Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other« zeigt rund 500 Werke von Laura Aguilar, Hélène Amouzou, Richard Avedon und James Baldwin, Didier Ben Loulou, Dawoud Bey, Sandra Brewster, Jasmina Cibic, Mario Cravo Neto, Brenda Croft, Mónica de Miranda, Omar Victor Diop und Lee Shulman, Rotimi Fani-Kayode, Arlene Gottfried, Eikoh Hosoe, Mao Ishikawa, Lee Jaffe, Babak Kazemi, Sakir Khader, Derik Lynch und Matthew Thorne, Teresa Margolles, José Medeiros, Randa Mirza, Tyler Mitchell, Naeem Mohaiemen, Ebony G. Patterson, Raphaela Rosella, Lindokuhle Sobekwa, Stephanie Syjuco, Lee Shulman und Omar Victor Diop, Chuck Stewart, Inuuteq Storch und Nil Yalter.
Die Ausstellung ist Teil der 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026, die vom 5. Juni bis 22. September 2026 unter dem Titel »Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other« elf Ausstellungen in acht Museen und Ausstellungshäusern der Stadt präsentiert. Weitere Informationen unter: 2026.phototriennale.de
KURATOR
Mark Sealy, Künstlerischer Leiter der 9. Triennale der Photographie Hamburg
PRESSEKONFERENZ
Am Donnerstag, 4. Juni 2026 um 11 Uhr in der Halle für aktuelle Kunst im Rahmen der Pressekonferenz zur 9. Triennale der Photographie Hamburg
ERÖFFNUNG
Am Donnerstag, 4. Juni 2026 um 19 Uhr in der Halle für aktuelle Kunst. Es sprechen Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg, Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen Hamburg, und Mark Sealy, Künstlerischer Leiter der 9. Triennale der Photographie Hamburg.
OPENING DAYS
Die Opening Days vom 4. Juni bis 14. Juni 2026 umfassen den Opening Parcours aller institutionellen Ausstellungen sowie die Präsentationen von 15 Projekten aus der lokalen freien Foto- und Kunstszene, die im Rahmen der Triennale Expanded eröffnen. Begleitet wird dieser Auftakt von einem umfangreichen interdisziplinären Festivalprogramm aus Künstler*innen-Gesprächen, Performances, Screenings, Musik und besonderen Führungen. Das Festivalzentrum auf dem Vorplatz der Deichtorhallen ist im Sinne des diesjährigen Triennale-Themas ein Ort für Austausch und Begegnung zwischen den internationalen Gästen und Besucher*innen. Nähere Informationen unter: 2026.photo-triennale.de
TRIENNALE TICKET
Während der Opening Days ermöglicht das neu eingeführte Triennale Ticket den einmaligen Besuch aller elf Ausstellungen der acht teilnehmenden Institutionen. Es ist an den Kassen der beteiligten Häuser erhältlich und kostet regulär 35 Euro und ermäßigt 25 Euro.
ÖFFNUNGSZEITEN
Dienstag – Sonntag, 11–18 Uhr. Jeden 1. Donnerstag 11–21 Uhr bei freiem Eintritt von 18-21 Uhr.
Bildnachweis: Lee Shulman und Omar Victor Diop, The Anonymous Project präsentiert Being There, 2023. © Courtesy the artists
Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstr. 1-2
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