100 JAHRE BAUHAUS: HEINER KNAUB UND FRITZ WINTER
27. Juni – 30. August 2026
Galerie Jutta Kabuth
Eröffnung: Freitag, 26.06.2026, um 18.30 Uhr
100 Jahre Bauhaus: Heiner Knaub (1904-1975) und Fritz Winter (1905-1976)
Das Bauhaus hatte sich zum Ziel gesetzt, Klarheit, Sachlichkeit und Zweckmäßigkeit unter Überwindung des Historismus sowie das Zusammenwirken von Kunst und Industrie im Sinne umfassender Lebensgestaltung. Charakteristisch war die Aufhebung der Grenze zwischen Künstler und Handwerker und das Verständnis von Gestaltung als universellen Grundbegriff fürs Leben. Der Künstler sollte Formgestalter sein, ob als Architekt, Maler oder Fotograf. Mit der Reduzierung auf die Grundformen Quadrat, Kreis und Dreieck sowie auf die Grundfarben rot, blau und gelb revolutionierte die damals vorherrschende Kunstrichtung. Anlässlich 100 Jahre Bauhaus präsentiert die Galerie Jutta Kabuth zwei Bauhaus Künstler mit ausgewählten Arbeiten.
Heiner Knaub studierte von 1928 bis zu seinem Diplomabschluss 1931 am Bauhaus Dessau. Bei Wassily Kandinsky lernte er abstrakte Formelemente und analytisches Zeichnen, bei Oskar Schlemmer Aktzeichnen und bei Paul Klee die primäre Gestaltung der Fläche. Von 1931-1933 studierte er an der Kunstakademie München bei Max Doerner. Nach dem Studium wurde Knaub erst künstlerischer Leiter der Drinnbergschen Glaswerkstatt in Mannheim., dann Lehrer an der Gewerbeschule in Heidelberg. Während des 2. Weltkriegs verstarb seine erste Frau, sein Atelier wurde von Bomben zerstört und ein Großteil seiner Arbeiten vernichtet. Schwerkrank kehrte er nach Kriegsende zurück in seine Heimatstadt, wo er als Künstler kaum mehr öffentlich in Erscheinung trat. Erst posthum entdeckte seine Heimatstadt Ebersbach und später Heidelberg Knaub als Künstler.
Fritz Winter studierte von 1927 – am Bauhaus in Dessau bei Josef Albers, Wassily Kandinsky, Oskar Schlemmers und Paul Klees. 1929 war er mit 12 Bildern in der Ausstellung „Junge Bauhausmaler“, Halle a. d. Saale, Braunschweig, Erfurt und Krefeld, vertreten. Freundschaft zu Ernst Ludwig Kirchner. 1930 wurde er vom Studium am Bauhaus beurlaubt und arbeitete drei Monate im Atelier von Gabo in Berlin. Erste Einzelausstellung in der Galerie Buchholz in Berlin. Die Museen in Halle, Hamburg, Mannheim, Breslau und Wuppertal erwarben Arbeiten von ihm. 1933 übersiedelt er nach München und später zum Ammersee. 1937 wurde in der Nazi-Aktion „Entartete Kunst“ aus dem Provinzial-Museum Hannover sein Aquarell „Ein Kopf“ und aus dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg sein Tafelbild „Komposition“ (Öl auf Papier, 1931) beschlagnahmt und vernichtet. Er erhielt Mal- und Ausstellungsverbot.
Seit 1938 zahlreiche internationale Ausstellung.
Bildnachweis: Heiner Knaub
Galerie Jutta Kabuth
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