27. September 2026 – 2. Mai 2027
VILLA Franz Erhard Walther


Kuratiert von Susanne Walther,
Franz Erhard Walther Foundation

Seit 1999 hat es im deutschsprachigen Raum keine Einzelausstellung zu dem zeichnerischen Werk Franz Erhard Walthers gege
ben. Ausgehend von dem einzigartigen Sammlungsbestand der Franz Erhard Walther Foundation präsentiert die VILLA ab dem
27.09.2026 mit der Ausstellung DEM MOND GEWIDMET das komplexe zeichnerische Œuvre.

Mit Hunderten von Zeichnungen, darunter noch nie präsentierten Arbeiten aus dem Atelier, bietet sich den Besucher:innen die
Möglichkeit, diesen außergewöhnlichen Werkkomplex zu entdecken.

Seit siebzig Jahren ist die Zeichnung bei Franz Erhard Walther Ausgangspunkt sowie Ort der Umsetzung und Weiterführung
seiner radikalen Werkidee. Der vielschichtige zeichnerische Kosmos ist nicht Begleiter der Werkentwicklung, sondern steht in
dessen Zentrum. Hier beginnen die Ideen und hier werden sie in konkrete Entwürfe für Arbeiten überführt. Zeichnungen sind
jedoch auch Ebenen der Reflexion der dreidimensionalen Objekte, ihrer Aktivierungen und Rezeption.

Die Ausstellung DEM MOND GEWIDMET zeigt, dass die Zeichnungen Walthers nicht nur ebenbürtig zu dem bedeutenden plasti
schen Werk sind, sondern darüber hinaus eine unmittelbare Nähe zum künstlerischen Prozess bieten.

In acht Räumen auf zwei Ebenen werden in einer aufwendigen Präsentation die verschiedenen zeichnerischen Ansätze bewusst
nicht chronologisch, sondern Fragestellungen und Themen folgend vorgestellt.

Während die plastischen Arbeiten seit 1963 fast ausschließlich durch Johanna Walther, durch Mitarbeiterinnen oder in Stahlwerken
realisiert wurden, blieb die Zeichnung Walthers ureigenster Ort. Hier kann man aus der Nähe beobachten und nachvollziehen, wie
die Entwürfe der verschiedenen Werkformen entstehen und sich Werkfindungsprozesse abbilden; wie sich in den Zeichnungen die
Konzeption ordnet und sie als Instrument zur Strukturierung der Handlungsabläufe entscheidend sind. Gleichermaßen sind es die
gezeichneten Werke, in denen Ebenen der Erinnerung gefiltert und zu etwas Neuem zusammengesetzt werden – einschließlich des
Blickes des Künstlers auf die stattgefundenen Ausstellungen und die Überführung in eine in dieser Form einzigartigen Dokumenta
tion in den sogenannten ‚Planzeichnungen’.

Es ist die aus dem Werkgedanken heraus zwingende Notwendigkeit, die Frage nach dem Wesen und der Erscheinungsform eines Werkes immer wieder neu zu stellen und wechselnde Antworten darauf zu finden, welche sich in den zeichnerischen Arbeiten in ganz unterschiedlichen Formen präsentiert. Von den Schnurarbeiten in der ersten Hälfte der 60er Jahre, welche in großen Dimensionen den Realraum strukturieren, über die als Beweisführung der durch die Handlungen ausgelösten inneren Prozesse in den Werkzeichnungen (1963–1974), bis zu der Bildkraft der Schichtenzeichnungen Ende der 70er Jahre oder den offenen Setzungen der vermehrt seit 2000 entstandenen Blätter spannt sich eines der vielschichtigsten zeichnerischen Werke unserer Zeit. (SW)

Bildnachweis: Franz Erhard Walther, Ohne Titel, 1980, © Franz Erhard Walther / VG Bild-Kunst, Bonn 2026


VILLA
Paulustor 4 | 36037 Fulda
www.villa-few.com

(Visited 3 times, 1 visits today)