6. Juni 2025 – 12. April 2026
Zeppelin Museum Friedrichshafen


Interdisziplinäre Ausstellung

Pressekonferenz: Mittwoch, 4.6.2025
Eröffnung: Donnerstag, 5.6.2025

Erweitert durch zeitgenössische künstlerische Positionen von Aziza Kadyri, Christelle Oyiri und dem Kollektiv Ebb.global & Neïl Beloufa

Wie transportieren Bilder Macht? Wie tragen sie zur Konstruktion von Geschichte bei? Wie werden sie manipuliert? Wann werden sie zu Propaganda? Anlässlich des 125. Jubiläums des ersten Aufstiegs eines Zeppelin-Luftschiffs eröffnet das Zeppelin Museum eine außergewöhnliche Ausstellung: Bild und Macht – Zeppelin-Fotografie im Fokus. Vom 6. Juni 2025 bis zum 12. April 2026 beleuchtet sie erstmals die Bedeutung des Zeppelins als visuelles und symbolisches Motiv in der Fotografie. Sie untersucht dabei, wie Bilder vom Zeppelin in verschiedenen politischen Kontexten zur nationalen Selbstrepräsentation und Machtausübung eingesetzt wurden und fragt in einer Zeit, in der Bilder allgegenwärtig sind, nach der Macht der Bilder, ihrer Manipulation und ihrem Wahrheitsgehalt. Internationale zeitgenössische Künstlerinnen wie Aziza Kadyri, Christelle Oyiri und dem Kollektiv Ebb.global & Neïl Beloufa erweitern die Ausstellung mit neuen Werken, die speziell hierfür entwickelt wurden und einen queer-feministischen und nicht-westlichen Blick auf das Thema werfen. Die Ausstellung wird unter anderem von der Baden-Württemberg Stiftung und der ZF Kunststiftung gefördert.

Zwischen 1900 und 1940 wurde der Zeppelin zum Staatssymbol für die Eroberung des Himmels, für militärische Dominanz, technische Überlegenheit und globale Vernetzung. Selbst in unterschiedlichen Regimen wie dem Kaiserreich, der Weimarer Republik und der NS-Diktatur war das Bild des Luftschiffs ein mächtiges Werkzeug der politischen Propaganda, das die politische Agenda der jeweiligen Regierungen unterstützte und die Bevölkerung von den Visionen einer aufstrebenden, machtfokussierten Nation überzeugte.

Die Ausstellung stellt historische Fotografien, die überwiegend aus dem Archiv des Zeppelin Museums stammen, in den Mittelpunkt und untersucht, wie der Zeppelin in verschiedenen Epochen des 20. Jahrhunderts als Bildmotiv eingesetzt wurde, um Ideologien zu transportieren und die öffentliche Wahrnehmung zu steuern. So wird unter anderem besonders beleuchtet, wie der Zeppelin gleichzeitig technische Überlegenheit und die Vision einer global vernetzten Zukunft symbolisierte, die von militärischer Macht begleitet war. Bild und Macht – Zeppelin-Fotografie im Fokus ist eine einzigartige Gelegenheit, die Geschichte einer der faszinierendsten Erfindungen der modernen Welt und ihres Symbolgehalts aus einer neuen Perspektive zu erleben. Das Zeppelin Museum lädt Besucherinnen ein, sich mit der historischen Bedeutung des Zeppelins und mit der Macht von Bildern in der Gegenwart auseinanderzusetzen.

Ergänzt wird die Ausstellung durch eigens konzipierte Werke der international tätigen, zeitgenössischen Künstlerinnen Aziza Kadyri, Christelle Oyiri und dem Kollektiv Ebb.global & Neïl Beloufa. Diese Werke entstehen im engen Dialog mit der einzigartigen Fotosammlung des Zeppelin Museums und stellen sie in neue Deutungsbezüge. Aus einer nicht-westlichen, queer-feministischen Perspektive regen die künstlerischen Arbeiten dazu an, die Bedeutung und Instrumentalisierung von Bildern differenziert zu hinterfragen und sowohl ein kritisches Verständnis zu Bildproduktion als auch zu tradierten Bildregimen zu entwickeln. Im Dialog mit den historischen Exponaten dekonstruieren sie visuelle Herrschaftsstrategien, hinterfragen die Bedeutung nationaler Symbole und öffnen das Bildarchiv für marginalisierte Stimmen.

Die Ausstellung bietet so nicht nur einen tiefen Einblick in die Geschichte der Zeppelinfotografie, sondern fordert auch zu einer Reflexion über die heutige Bildkultur und die Macht von visuellen Medien heraus. Sie zeigt, wie Bilder seit jeher als Instrument der Machtausübung genutzt werden – und wie sie auch heute noch unsere Wahrnehmung und Interpretation der Welt beeinflussen. Gleichzeitig bietet sie die Möglichkeit, kritisch über die Bedeutung von Archiven für die Konstruktion von Geschichte nachzudenken.

Bild und Macht – Zeppelin-Fotografie im Fokus ist eine einzigartige Gelegenheit, die Geschichte einer der faszinierendsten Erfindungen der modernen Welt und ihres Symbolgehalts aus einer neuen Perspektive zu erleben. Das Zeppelin Museum lädt Besucher*innen ein, sich mit der historischen Bedeutung des Zeppelins und mit der Macht von Bildern in der Gegenwart auseinanderzusetzen.

Künstlerinnen
Aziza Kadyri
Christelle Oyiri
Ebb.global & Neïl Beloufa

Fotografinnen
Lotte Eckener
Emil Otto Hoppé
Alfred Eisenstaedt
Martin Munkacsi
Wolff und Tritschler
Angelika von Braun

Kuratorinnen
Claudia Emmert (Direktorin)
Barbara Waibel (Leiterin Abteilung Archiv)
Christine Buecher (Wissenschaftliche Mitarbeiterin Abteilung Archiv)
Mara-Johanna Kölmel (Leiterin Abteilung Kunst)
Mark Niehoff (Wissenschaftlicher Mitarbeiter Abteilung Kunst)

Projektleitung
Stephanie Milling (Wissenschaftliche Mitarbeiterin Abteilung Kunst)

Förderung und Medienpartnerschaft
Baden-Württemberg Stiftung
Freundeskreis zur Förderung des Zeppelin Museums
Kunststiftung Zeppelin Museum Friedrichshafen e.V
ZF Kunststiftung
SWR 2

Bildnachweis: LZ 56/LZ 86 am Landeplatz in Königsberg, Winter 1915/1916


Zeppelin Museum
Friedrichshafen
Seestraße 22
88045 Friedrichshafen
zeppelin-museum.de

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