CATRINE VAL „KALEIDOSKOP.DER.ZEIT ¶ – GESCHICHTEN.AUS.DER.DIASPORA“
13. Dezember 2025 bis 4. Januar 2026
Kasseler Kunstverein
Catrine Val ist eine interdisziplinäre Künstlerin, die in ihrer Arbeit die Grenzen zwischen Fotografie, Performance, Video und Installation auslotet. Ihre Projekte verbinden gesellschaftliche, feministische und kulturelle Fragestellungen mit einer poetischen Bildsprache und einer tiefen Sensibilität für Identität und Transformation. In ihren internationalen Arbeiten widmet sich Val der Sichtbarkeit von Frauen im Spannungsfeld von Kultur, Religion, Philosophie und Politik. Ihre Werke wurden in Museen und Kunstinstitutionen weltweit gezeigt und zeugen von einem konsequenten Versuch, Brücken zwischen den Welten zu schlagen: zwischen Tradition und Gegenwart, Individuum und Kollektiv, Sprache und Bewegung.
Der Kasseler Kunstverein zeigt ab dem 13. Dezember die zweite Phase von Catrine Vals Projekt Kaleidoskop.der.Zeit ¶ – Geschichten.aus.der.Diaspora. Mit Kaleidoskop.der. Zeit ¶ – Geschichten.aus.der.Diaspora widmet sich die Künstlerin Catrine Val den Biografien migrantischer Frauen – ihren Erfahrungen, Stimmen und Perspektiven. Die Künstlerin schafft eine kraftvolle soziale Skulptur, die die tief verwurzelten Geschichten, Erinnerungen und literarischen Zeugnisse von Migrantinnen in Kassel durch Mode, Film und Fotografie neu beleuchtet. Das Projekt rückt die Frauen ins Zentrum gesellschaftlicher Wahrnehmung, nicht als Randfiguren, sondern als Trägerinnen von Verantwortung, Erinnerung und Gestaltungskraft.
Phase 1 – Die Schatztruhe
Von September bis Oktober 2025 verwandelte sich ein ehemaliges Ladenlokal in der Theaterstraße 1 in Kassel in einen offenen Showroom: Die Schatztruhe. Hier entstand ein temporärer Raum, in dem migrantische Frauen eingeladen waren, ihre Geschichten zu teilen – in Gesprächen, Fotografien und Tonaufnahmen. Gemeinsam mit der Journalistin Amira El Ahl entwickelte Catrine Val einen Ort der Resonanz, an dem Frauen ihre Erfahrungen erzählen konnten – ohne beobachtet oder bewertet zu werden. Ein Raum, in dem Vertrauen wuchs, in dem Bilder und Texte entstanden, die Selbstermächtigung sichtbar machen. Hier begann Kaleidoskop der Zeit: als lebendige, soziale Skulptur – getragen von Zuhören, Offenheit und gegenseitigem Respekt.
Phase 2 – Die Ausstellung im Kasseler Kunstverein
Im Kasseler Kunstverein entfaltet sich das Projekt nun in einer zweiten Phase als begehbare Installation. Im Eingangsbereich ein Willkommen aus Teppichen, Lampen und Tischen unter einem Baldachin. Durch eine 2 Kanal-Videoinstallation hindurch begeht man einen neuen Bereich der Ausstellung. Eine Installation mit von der Decke hängender, überdimensionaler Bekleidung, Film, Text und Klang. Gewänder – inspiriert von traditionellen Schnitten wie Galabeya, Kaftan, Kimono oder Shalwar Kameez – tragen die Geschichten der Frauen in sich. Ein Geflecht aus Stoff, Stimme und Erinnerung zusammen mit einer vielstimmigen Video- und Soundinstallation lässt die Erzählungen als poetisches Ganzes leise durch den Raum fließen. Die Kleider, ausgestattet mit kleinen Lautsprechern, erzählen Geschichten. Angrenzend befindet sich der Korrespondenzraum. Besuchende sind dazu eingeladen, archivierte Briefe, Geschichten und Fotografien zu lesen, zu entdecken und selbst neu zu schreiben. In einem weiteren Raum befindet sich Vals Resonanzraum. Eine Videoprojektion mit Erzählungen von Frauen aus Kassel und Sequenzen aus „Hinterland“ gedreht in Kassel. Ein Raum in dem sich Erinnerung, Landschaft und Hoffnung entfalten.
Rahmenprogramm – Resonanz, Theater, Musik Begleitend zur Ausstellung entsteht ein Rahmenprogramm, das den Gedanken der Begegnung fortführt. Es vereint Theater, Musik und Dialog und öffnet den Kunstverein als Ort der gelebten Vielstimmigkeit.
ResonanzAmira El Ahl wird an bestimmten Terminen anwesend sein und Besucher:innen einladen, ihre eigene Geschichte zu erzählen. Sie empfängt sie im Korrespondenzraum, hört zu und schreibt mit – so wächst das Archiv fortlaufend weiter. Madlen Freudenberg wird Deep-Listening-Sessions anbieten. Auch hier werden Geschichten geteilt, gemeinsam gehört und Vertrauen geschaffen. Das Programm bleibt in Bewegung – es kann sich verändern, erweitern, wandeln. Es bleibt offen, lebendig, vielstimmig – ein Kaleidoskop.
Samstag, 13.12.25 um 19 Uhr, Theater„I will not apologise for surviving“ Ein Jugendtheaterstück über die Auseinandersetzung mit dem Thema „Heimat“ entwickelt von Maria Radzikhovskiy aus der jüdischen Gemeinde Kassel.
Sonntag, 14.12.25 15-19 Uhr, Deep Listening
mit Madleen Freudenberg & Osman Yoncaova
Donnerstag, 18.12.25 um 17 Uhr, Führung
durch die Ausstellung mit der Künstlerin Catrine Val
Samstag, 20.12.25 um 17 Uhr, Podiumsdiskussion
„Wir sind immer nur die Sündenböcke“ – Diskussion mit Amira El Ahl und 4 migrantischen Menschen über Heimat und Integration.
Samstag, 03.01.26 um 15 Uhr, Artist Talk
mit Catrine Val
Sonntag, 04.01.2026 um 19 Uhr, Musik
Klanginszenierung Zwischen Klang und Ferne – Chopin im Exil mit der Pianistin Lusine Khachatryan. Inmitten des Galerieraums entsteht eine intensive Atmosphäre: das Publikum sitzt nah um sie herum, Klang, Bewegung und Blick verschmelzen – Musik wird zu einer unmittelbaren Begegnung. Ausklang und Einklang zugleich – der sanfte Schlusspunkt einer Ausstellung und der hoffnungsvolle Beginn eines neuen Jahres.
Führungen durch die Ausstellung und auf die Ausstellung bezogene Workshops auf Anfrage
Öffnungszeiten: Di-So 11-18 Uhr, Do 11-20 Uhr
Eintritt 5,- EUR, ermäßigt 3,- EUR (Mittwochs freier Eintritt)
Wir bedanken uns herzlich bei dem Kulturamt der Stadt Kassel und dem HMWK für ihre Unterstützung.
Die Ausstellung ist gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur im Rahmen der Ottilie-Roederstein-Stipendien.
Bildnachweis: Gestaltung Catrine Val
Kasseler Kunstverein
Friedrichsplatz 18
34117 Kassel
+49561771169
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www.kasselerkunstverein.de