31. Januar bis 10. Mai 2026
FOTO ARSENAL WIEN


Am 30. Jänner 2026 eröffnet das FOTO ARSENAL WIEN die Ausstellungen „DAIDO MORIYAMA. RETROSPECTIVE“ und „Michelle Piergoelam. Across the Water“.

19:00 Uhr Einlass
19:30 Uhr Eröffnungsreden

Redner*innen:
Veronica Kaup-Hasler, Stadträtin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Wien
Felix Hoffmann, Artistic Director FOTO ARSENAL WIEN, FOTO WIEN
Thyago Nogueira, Kurator und Leiter der Abteilung Zeitgenössische Fotografie, Instituto Moreira Salles, Brasilien
Marit Lena Herrmann, Kuratorin FOTO ARSENAL WIEN

Michelle Piergoelam, Künstlerin, und Sohey Moriyama, Direktor Daido Moriyama Photo Foundation, sind anwesend. 

​Im Anschluss:
DJ-sets presented by PAU und Antonia XM x Kenji Araki
Party und Drinks
Freier Eintritt

Mit über 200 Kunstwerken, 250 Reproduktionen aus Publikationen, seltenen Büchern und audiovisuellen Projektionen eröffnet die Schau einen einzigartigen Zugang zu Moriyamas Schaffen und Denkweise.

Ein Hund im Schatten. Das Fell struppig, das Maul leicht geöffnet, der Blick misstrauisch. Während grelles Licht seinen Rücken streift, verschwinden Teile seines Gesichts in tiefem Schwarz. Dieses Foto aus dem Jahr 1971 wurde zur Ikone – ein Wendepunkt in der Geschichte der Fotografie. Es stammt von Daido Moriyama (*1938, Osaka, Japan), einem der bedeutendsten Vertreter*innen der Street Photography unserer Zeit. Er hat die Bildsprache der Fotografie herausgefordert, erweitert – und damit eine neue Sicht auf die Welt eröffnet.

Berühmt wurde Moriyama für seine grobkörnigen, unscharfen und schrägen Aufnahmen, die eine radikal neue Perspektive auf gesellschaftliche Umbrüche, Sehnsucht, Tabus und das Theater des Alltags eröffnen. Der gelernte Grafikdesigner fotografiert seit den 1960er-Jahren das Leben auf den Straßen Japans: Passanten, urbane Szenen, flüchtige Momente. In einer Zeit, in der das Land nach den nicht zuletzt atomaren Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs eine rasante Modernisierung erlebte, fand er seine Themen. Er dokumentierte den Einzug der westlichen Konsumkultur in Massenmedien und Werbung – sein Werk ist eine Elegie auf eine Zeit tiefgreifender Transformation. Mit seinen spontanen Aufnahmen reagierte Moriyama auf die amerikanische Besatzung und auf die Widersprüche und Vitalität einer Gesellschaft, die sich von Trauer zu Euphorie bewegte. 

Die Retrospektive zeichnet Moriyamas fotografisches Werk und seine konzeptuellen Auseinandersetzungen mit den Medien nach – von seinen frühen Arbeiten für japanische Magazine über sein wachsendes Misstrauen gegenüber dem Fotojournalismus bis hin zu seinem Beitrag zur „Provoke“-Bewegung. Ihren Höhepunkt findet diese Entwicklung in seinem radikalen Fotobuch Farewell Photography (1972). Anfang der 1980er-Jahre überwand Moriyama eine persönliche und kreative Krise. Sein nachfolgendes Werk entwickelte eine visuelle Lyrik, in der er über seine Identität, Erinnerung, Geschichte und die Grenzen der Fotografie reflektierte. Viele dieser Arbeiten entstanden für japanische Magazine und Bücher, also für jene Medien, die im Nachkriegsjapan die zentrale Bühne für Fotografiedebatten bildeten. Neben seinen charakteristischen Schwarz-Weiß-Fotografien wandte sich Moriyama auch der Farb- und Digitalfotografie zu. Die Ausstellung schließt mit dem Magazin Record, dem Höhepunkt seiner lebenslangen Auseinandersetzung – eine Publikation, die Moriyama bis heute herausgibt. 

DAIDO MORIYAMA. RETROSPEKTIVE ist eine der umfassendsten Ausstellungen über das Werk des japanischen Fotografen, die je gezeigt wurde. FOTO ARSENAL WIEN ist die fünfte Station dieser internationalen Wanderausstellung, die bereits in São Paulo, Berlin, London und Helsinki mit großem Erfolg präsentiert wurde. Von der britischen Zeitung The Guardian wurde sie zur besten Fotoausstellung des Jahres gekürt. Mit über 200 Kunstwerken, 250 Reproduktionen aus Publikationen, seltenen Büchern und audiovisuellen Projektionen eröffnet die Schau einen einzigartigen Zugang zu Moriyamas Schaffen und Denkweise. Organisiert wurde die Ausstellung vom Instituto Moreira Salles (Brasilien) in Zusammenarbeit mit der Daido Moriyama Photo Foundation (Japan) und unter Beratung von Yutaka Kambayashi, Satoshi Machiguchi und Kazuya Kimura. Kuratiert wurde sie von Thyago Nogueira (Instituto Moreira Salles) in Kooperation mit Marit Lena Herrmann (Kuratorin FOTO ARSENAL WIEN). Eine umfassende Monografie, erschienen im Prestel Verlag, begleitet die Ausstellung.

Bildnachweis: Daido Moriyama, Stray Dog, Misawa, 1971 © Daido Moriyama | Daido Moriyama Photo Foundation


FOTO ARSENAL WIEN
Arsenal Objekt 19A
1030 Wien
+43 1 521890
info@fotoarsenalwien.at

(Visited 21 times, 1 visits today)