28. Januar bis 1. März 2026
Haus für Medienkunst Oldenburg


Die Komplexität von Erinnerung, Vermächtnis und Verantwortung

Die Stifterin, der Nationalsozialismus und das Haus ein experimentelles Ausstellungsformat im Haus für Medienkunst.

Oldenburg. Mit einem historisch-künstlerischen Experiment lädt das Haus für Medienkunst die Oldenburger Stadtgesellschaft zu einer gemeinsamen Reflexion über die nationalsozialistische Vergangenheit der ehemaligen namensgebenden Stifterin Edith Ruß ein. Die Debatte um die Umbenennung vom Edith-Russ-Haus für Medienkunst zum Haus für Medienkunst Oldenburg wurde 2024 und 2025 kontrovers und emotional geführt, doch differenzierte Perspektiven fanden selten Raum.

Das diskursive Projekt setzt hier an: Die Geschichte von Edith Ruß soll vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse beleuchtet und die Komplexität von Erinnerung, Vermächtnis und Verantwortung sichtbar gemacht werden. Das Projekt umfasst drei Teile. Ein historischer Ausstellungsteil präsentiert vor allem Dokumente und Schriften von Edith Ruß aus der Zeit des Nationalsozialismus. Gezeigt werden die Zeitungsartikel, die sie zwischen 1939 und 1945 verfasst hat, darunter ihre Kurzgeschichte Die sanfte Gewalt. Von ihr gestiftete Bronzeskulpturen und ein gemaltes Portrait aus ihrem Nachlass werden ergänzt um Arbeiten und Lebensgeschichten der Zeit mit Bezug zu Edith Ruß. Der zweite Teil zeigt zeitgenössische Kunst, die Themen des Nationalsozialismus verhandelt und Kontexte berührt, die auch ihre Lebensentscheidungen prägten. Für den dritten Teil entsteht in der Ausstellungshalle ein Forum für Vorträge und Präsentationen, das ganz im Zeichen des Dialogs stehen soll. Weiterhin stehen an mehreren Tagen pro Woche Teammitglieder im Kuratorischen Büro als Ansprechpersonen bereit, um den Austausch über die gesamte Dauer zu ermöglichen. In Zeiten, in denen viele Diskussionen und Meinungsbildungen anonym im Internet geführt werden und sich dort emotional aufheizen, möchten wir das direkte Gespräch suchen. Dieses Projekt ist eine Einladung zu Reflektion und Diskussion über die Geschichte des 20. Jahrhunderts, ihren Einfluß auf die Gegenwart und Fragen der persönlichen Verantwortung. In diesem Monat intensiver Debatten sollen alle demokratischen Positionen zu Wort kommen.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Edit Molnár und Marcel Schwierin.

Wissenschaftliche Beratung durch Dr. Joachim Tautz.

Ausstellungsdesign: Katarina Šević.

Eingeladene Künstler: Dani Gal,Rajkamal Kahlon, Susanne Kriemann, Fynn Ribbeck, Roee Rosen, Anja Salomonowitz, Clemens von Wedemeyer

Gefördert durch:

Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Gesellschaft zur Förderung von Medienkunst e.V.

In Kooperation mit: Karl Jaspers-Gesellschaft, Landesbibliothek Oldenburg, Landesmuseum für Kunst & Kultur Oldenburg, Oldenburgisches Staatstheater – Sparte 7, Präventionsrat Oldenburg, Stadtmuseum Oldenburg

Kuratoren- und Künstlerrundgang mit Dani Gal, Edit Molnár, Fynn Ribbeck, Roee Rosen und Marcel Schwierin (in englischer Sprache mit deutscher Übersetzung): Mittwoch, 28.1.2026, 17.30 Uhr

Eröffnung: Mittwoch, 28.1.2026, 19 Uhr

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 14 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag: 11 bis 18 Uhr

Der Eintritt zur Ausstellung und allen Veranstaltungen ist frei.

Bildnachweis: Live and Die as Eva Braun # 79 (A buried wolf). Preparatory image for The Oldenburg Wolf suite, a wall painting © Roee Rosen 2026


Haus für Medienkunst Oldenburg
Katharinenstraße 23 . 26121 Oldenburg . Germany
Tel. +49 441 235-3194 . www.hausmedienkunst.de

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