20. Juni – 05. September 2021
Haus am Waldsee


Immer wieder überrascht die Bildhauerin Christiane Löhr (*1965) durch besonderen Mut zum kleinen Format. Statt großer Gesten und raumfüllender Installationen messen ihre sorgfältig gebauten Miniaturplastiken aus wilden, trockenen Gräsern, Kletten, Samenständen und Tierhaaren nur wenige Zentimeter. Konsequent greift die Künstlerin zu nachwachsenden Materialien, die sie sichtet, erntet und ordnet, bevor sie über Statik, Farbe und Form reflektierend in den Werkprozess einsteigt. Das Ergebnis sind zarte, fast transparente Gebilde oder auch kompakte Formen, die, mit feiner Präzision aus vielen Elementen aufgebaut, kleinste geometrische Ordnungen der Natur vor Augen führen. Auf dieser Basis hat sich Löhr eine international höchst eigenständige Position erarbeitet.

Mit Christiane Löhr wird eine ebenso konsequente, wie extreme bildhauerische Position erstmals in Berlin vorgestellt. Harald Szeemann hatte sie 2001 bereits auf die 49. Biennale von Venedig eingeladen. Nach Ausstellungen in Japan, den USA, Italien, der Schweiz und in zahlreichen deutschen Institutionen widmete ihr 2020 der italienische Arte-Povera-Spezialist, Germano Celant (1940–2020), anlässlich einer Ausstellung in Mailand einen seiner letzten Texte. Christiane Löhr lebt und arbeitet in Prato / Florenz und in Köln.

Bildnachweis: Haus am See.


Haus am Waldsee e.V.
Argentinische Allee 30
14163 Berlin
Tel.: +49(0)30 801 8935
www.hausamwaldsee.de

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