AUSSTELLUNGSBEGINN: ENDE FEBRUAR 2021*
*Aufgrund der aktuellen Schließung verschiebt sich das Ausstellungsprogramm nach hinten. Der genaue Termin wird im Dezember bekannt gegeben.

Das Haus am Waldsee hat Christiane Löhr (*1965) für 2021 zu einer ersten großen Einzelausstellung in Berlin eingeladen. Damit wird eine starke bildhauerische Position vorgestellt, die international bereits 2001 auf der Biennale von Venedig reüssiert hat, als Harald Szeemann sie in die Hauptausstellung eingeladen hat. Zahlreiche Ausstellungen in Japan, den USA, Italien, der Schweiz sowie in Deutschland folgten. 
In der Berliner Ausstellung werden nun Plastiken und Zeichnungen von 1999 bis heute zu sehen sein, die sämtlich neu in der Ausstellung entstehen. Das gesamte Ausstellungshaus wird in einen fein durchkomponierten Parcours verwandelt. 

Werke mit Titeln wie Kuppel (2016), Samenkissen (2004), Graskubus (2019) oder Kleine Fläche (2007) lassen Löhrs Affinität zu architektonischen Konzepten spüren. Ihre Mikroplastiken aus Naturmaterialien wie Kletten, Gräser oder Pusteblumen tragen geometrische Umrisse, die an Bauwerke der Zukunft denken lassen. Größere Werke aus Pferdehaar oder hunderten von Samenständen gehen eine physische Verbindung mit der Architektur ein. Abstrakte Zeichnungen und großformatige Tuschezeichnungen nehmen in der Ausstellung den Dialog mit den dreidimensionalen Werken auf.

Christiane Löhr wurde 1965 in Wiesbaden geboren. Sie hat an der Kunstakademie Düsseldorf studiert, zuletzt als Meisterschülerin von Jannis Kounellis. Heute lebt und arbeitet sie in Prato bei Florenz und in Köln. Löhr sammelt ihr Material in der freien Natur entlang von Wegen, auf Abraumhalden oder im Stadtgrün. Sie kennt die Zyklen der Pflanzen und weiß, wann die Samenstände am interessantesten aussehen und Haltbarkeit versprechen. Die Künstlerin beobachtet das Wachstum der Pflanzen, bevor sie sie auswählt, ordnet und schließlich als plastischen Werkstoff nutzt. Für jede Arbeit setzt Löhr jeweils nur eine Pflanzenart ein. Dabei tritt die biologische Bezeichnung im künstlerischen Prozess in den Hintergrund. Was zählt ist dann nur noch die physische Bedingtheit, die im Schaffensprozess wichtig ist. So schaut Löhr auf die geometrischen und statischen Eigenschaften, die Elastizität einer Pflanze, ihre farbliche Beschaffenheit sowie die Möglichkeit, durch Reduktion oder Addition mit dem Material zu radikalen plastischen Lösungen zu kommen.

Germano Celant ordnete das Werk von Christiane Löhr in die Traditionslinien zwischen der italienischen Arte Povera und des amerikanischen Minimalismus, bis hin zu Aspekten der Land Art. Auf den Schultern von Jannis Kounellis, Donald Judd oder Richard Long hat Christiane Löhr in den 2000er Jahren eine höchst eigenständige Position des Großen im Kleinen erarbeitet, die viele interessante Wege in eine Zukunft weist, die nicht nur nachhaltiger, sondern auch kreativer mit natürlichen Ressourcen umgehen will.

Kuratiert von: Dr. Katja Blomberg, Direktorin Haus am Waldsee
Katalog: Es erscheint ein zweisprachiger Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther König für 24,80 Euro

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Bildnachweis: Christiane Löhr, Kleine Fläche, 2007

 

Pressekontakt
Erik Günther
e.guenther@hausamwaldsee.de
Tel +49 (0) 30 801 89 35
www.hausamwaldsee.de

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