Sechs weitgereiste Fotografen der Weinstädter Reportergemeinschaft Zeitenspiegel zeigen in der Galerie der Stadt Fellbach Bilder zu Themen, die ihnen seit langem am Herzen liegen. Die Ausstellungseröffnung findet am Dienstag, 1. Dezember 2020, um 19 Uhr statt. Die Fotografen sind anwesend. Da es nur eine beschränkte Anzahl Plätze gibt, ist eine Anmeldung beim Kulturamt erforderlich.

Für Sascha Montag, ursprünglich Sozialpädagoge, sind es wiederkehrende Begegnungen mit Kindern eines Heims auf einer entlegenen und malerischen Insel Grönlands. Rainer Kwiotek, seit vielen Jahren immer wieder für Hilfsorganisationen und Magazine in Äthiopien unterwegs, fasziniert die Anmut von Mensch und Natur am Horn von Afrika. Bei seinen Reportagen zur Entwicklungshilfe begegneten ihm atemberaubende Landschaften und manch skurriler Moment. Ivo Saglietti aus Genua, Gewinner des World Press Award, dokumentiert seit 20 Jahren, wie Menschen des Kosovo versuchen, die Schrecken und Verwüstungen des Bürgerkriegs zu bewältigen. Frank Schulze, im Ruhrgebiet zu Hause und an sozialen Themen in Krisenregionen der Welt interessiert, bewegt der Mut, mit dem sich junge muslimische Frauen und Männer mit ihrer Religion auseinandersetzen und radikal gegen Dschihadis und Salafis Position beziehen. Christoph Püschner, seit Jahrzehnten Augenzeuge zahlloser Brennpunkte in Ost und West, versucht auf Recherchen in Kriegs- und Krisengebieten nicht die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft zu verlieren. Eric Vazzoler, studierter Slavist aus Straßburg, zeigt seine Schwarz-Weiß-Porträts von Teilnehmern der Workshops, die er Jahr für Jahr in Kasachstan für Jugendliche mit Behinderung durchführt.

Fotografie, auch Reportagefotografie ist einer der Schwerpunkte der Aus-stellungstätigkeit der Galerie der Stadt Fellbach. Zu nennen wären die Doppelausstellung mit Bildern von Hansel Mieth, Otto Hagel und Robert Capa im Jahr 2006, die große Henri-Cartier-Bresson-Schau 2008, die historische „Magnum’s first“-Ausstellung im Jahr 2010 oder die Retrospektive „Martine Frank“ 2013. Es fanden Ausstellungen mit bekannten, international tätigen Fotografen wie Thomas Vogel, Erich Lessing oder Thomas Hoepker statt, um nur einige zu nennen.

Begründet wurde diese Tradition durch die Wiederentdeckung der Reportage-fotografen Hansel Mieth und Otto Hagel, die in den 1930er und 1940er Jahren in Amerika einige Berühmtheit erlangt und dieses Genre mitbegründet haben. Beide hatten ihre Jugend in Fellbach verbracht. Eine Ausstellung in Fellbach vor rund 30 Jahren machte die Fotografen in Deutschland bekannt. Die 1985 gegründete Agentur Zeitenspiegel mit dem Sitz im benachbarten Endersbach wurde nicht zuletzt durch diese Ausstellung auf Hansel Mieth aufmerksam. In ihrer ehrlichen und schonungslosen Art der Darstellung wurde die Vorbildhaftigkeit des Schaffens von Hansel Mieth schnell offenbar. Mieth, die noch in ihrem Todesjahr 1996 Ehrenmitglied der Agentur Zeitenspiegel wurde, gibt seit 1998 einem Preis den Namen, den die Agentur zu ihrem Gedenken jährlich in Fellbach verleiht. Aus der langjährigen Zusammenarbeit mit der Reportergemeinschaft Zeitenspiegel heraus wurde die Idee geboren, der zeitgenössischen Reportagefotografie ein Forum in der Galerie der Stadt Fellbach zu bieten.

Es gelten die aktuellen Vorschriften zur Coronaprävention.

Öffnungszeiten: Di bis So 14 bis 18 Uhr

Dauer der Ausstellung: bis 03.01.2021
Der Eintritt ist frei.

Bildnachweise:
– Eric Vazzola, Face Moi, Nurshat, blind girl
– Ivo Saglietti, Post war village in Kosovo, Kindergarten is located in Gabrriel Gruner, killed by Serbian paramilitaries in 1999
– Christoph Pueschner, Flüchtlinge der somalischen Dürrekatastrophe in der Hauptstadt Mogadischu. Mit Schüsseln warten Flüchtlinge hinter einem ausgerollten Springdraht auf die Verteilung der tälichen Reisration. Im Vordergrund ein bewaffneter Securityguard der Camp-Verwaltung, 26.07.2011 (c) 2011 Christoph Pueschner / Zeitenspiegel
– Sascha Montag, Robbenjagd-Ausflug im Ummannaq-Fjord, hier Matthias und Lars (c) Sascha Montag/Zeitenspiegel
– Rainer Kwiotek, Menschen fuer Menschen Februar, 2012, Abaye Negussalu und ist 35 Jahre alt.Er trägt das Dach aus dem Tiefland, wo es ihm als Sonnenschutz beim Viehhüten diente, hinauf zu seinem Hof, wo er es als Dach für seine neu gebaute Latrine benutzen will Region Merhebethe

 

Weitere Informationen: Stadt Fellbach-Kulturamt, Hintere Straße 16,
70734 Fellbach, Telefon 0711/5851 364, E-Mail: kulturamt@fellbach.de

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