1. November 2025 – 21. März 2026
ifa-Galerie Stuttgart

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Die ifa-Galerie Stuttgart zeigt Pioniere der Moderne Senegals

Nach der deutschen Premiere in der ifa-Galerie Berlin zeigt die Kuratorin Ken Aïcha Sy ihr langjähriges Forschungsprojekt Survival Kit nun in der ifa-Galerie Stuttgart. Ken Aïcha Sy, eine der wichtigsten Stimmen zur senegalesischen Kunstgeschichte zwischen 1960 und 1990, setzt hier ihre kritische Auseinandersetzung damit fort. Vom 1. November 2025 bis zum 22. März 2026 widmet sich die Präsentation unter dem Titel Monochromie der Négritude oder die Einführung in den Modernismus den Pionieren der Moderne Senegals. Die Ausstellung präsentiert Werke von acht Künstlern, die die senegalesische Kunstgeschichte maßgeblich geprägt haben. Ausgangspunkt für Sys sowohl kritische als auch sehr persönliche Forschung zur senegalesischen Kunst von 1960 bis 1990 ist unter anderem ihr Familienarchiv. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der UNESCO.

Ken Aïcha Sy, Forscherin und Kuratorin aus dem Senegal, ist die Tochter der Journalistin und Kulturaktivistin Anne Jean Bart und des Künstlers El Hadji Sy. Vor fünf Jahren startete sie ihr Projekt Survival Kit. Ausgangspunkt war ihr Familienarchiv. Sie begab sich auf Spurensuche nach dem kulturellen Erbes Senegals und gelangte in Depots bis nach Venedig und London, holte vergessene Werke zum Vorschein und forschte zur senegalesischen Malerei zwischen 1960 und 1990.

Survival Kit wurde erstmals in Deutschland in der ifa-Galerie in Berlin im Sommer 2025 präsentiert. Während der Auftakt in Berlin verborgene Archive und Künstler:innen in den Blick nahm, die sich mit den Idealen der Zeit nach der Unabhängigkeit des Senegals auseinandersetzen, richtet der zweite Teil in Stuttgart den Blick auf die Pioniere der Moderne Senegals. Der Fokus verlagert sich auf die Zeit vor und nach der Unabhängigkeit Senegals.

Unter dem Titel Monochromie der Négritude oder die Einführung in den Modernismus zeigt die Ausstellung die radikalen, oft monochromen Bildsprachen, die in den 1960er- bis 1980er-Jahren im Senegal entstanden. Zu sehen sind Malereien und Zeichnungen auf Papier von Amadou Ba, Chérif Thiam, Amadou Seck, Abdoulaye Ndiaye Thiossane, Mohamadou Mbaye Zulu, Baba Dia, El Hadji Sy sowie eine großformatige Textilarbeit nach einem Entwurf von Papa Ibra Tall. Ergänzt wird die Schau von Archiv-Recherchen und Dokumentationsmaterial. Die selten gezeigten Werke sind u.a. Leihgaben aus dem Iwalewahaus der Universität Bayreuth und dem Weltkulturen Museum in Frankfurt am Main.

Survival Kit versteht sich als Ausstellung und als kuratorisches Werkzeug, es stärkt Zusammenarbeit, transdisziplinären Austausch, aktiviert marginalisierte Narrative und positioniert den senegalesischen Modernismus als wichtigen Moment globaler Kunstgeschichte.

Ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt die Ausstellung. Künstler:innen, Historiker:innen und Kurator:innen, die sich in den letzten Jahren mit Fragen der Restitution, Modernität und Archivierungspraxis beschäftigt haben, sind daran beteiligt. Gespräche, Filmvorführungen und Workshops eröffnen einen Raum für gemeinsame Reflexion und kulturellen Austausch.

Ken Aïcha Sy ist Kuratorin, Forscherin und Gründerin der Plattform Wakh’Art. In ihrer Arbeit untersucht sie Erinnerung, visuelles Erbe und kulturelle Weitergabe aus einer dekolonialen Perspektive. Survival Kit ist Teil einer laufenden kuratorischen Forschung zu künstlerischen Praktiken nach der Unabhängigkeit Senegals und ihrem Vermächtnis über Generationen hinweg.

Diese Ausstellung steht anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Übereinkommens zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen unter der Schirmherrschaft der UNESCO. Kuratiert von Ken Aïcha Sy, Assistenzkuratorin Nikola Hartl

Programm

1. November 2025, 14-18 Uhr
Survival Frequencies I: Histories, Sounds, and the Polychrome Archive
//Vorträge von Anna Helfer & Philipp Horn // Mixtape Release & Listening Session mit fluctuating images (Dr. Cornelia und Holger Lund)

7. Dezember 2025, 15 Uhr
Grief Circle
 mit Tectonic Movement (Stuttgart/Accra, Ghana)

17. Januar 2026, 17 Uhr
Iya Tundé, la Mère est revenue
// Dokumentarfilm von Laure Malécot über Germaine Acogny mit englischen Untertiteln. In Kooperation mit dem Stuttgarter Filmwinter und dem Produktionszentrum Tanz + Performance e.V.

24. Januar 2026, 14-18 Uhr
Survival Frequencies II: Gestures, Echoes, Remains
// Lecture Performance und Vorträge mit Dr. Cornelia Lund, Alexandra Kuhnke & Regis Hitimana

5. Februar 2026, 19 Uhr
From Object to Story
// Vortrag von Temidayo Oyeniran

21. Februar 2026, 17 Uhr
Sprachen, die uns kennen
// Performance von Recollect Collective

15. März 2026, 10:30-12:30 Uhr
Der Ton macht das Bild
// Familien-Kunstsonntag in Kooperation mit JUKUS 

21. März 2026, 18-1 Uhr
Finissage im Rahmen der Langen Nacht der Museen
ifa-Galerie Stuttgart
Öffnungszeiten: Mi – So 12-18 Uhr
Montags, dienstags und an Feiertagen (bis auf den 1. November) geschlossen
Eintritt frei

Bildnachweis: Ken Aïcha Sy, Survival Kit, Family Archive. London, März 2023 © Ken Aïcha Sy


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