18. April – 11. Juli 2026
Neue Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK)

mostbet

Open Archive for Urbanism – Was ist, kann und soll Stadt? eröffnet am 18. April in der station urbaner kulturen/nGbK Hellersdorf. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine modulare­ Bibliothek zu Themen wie Stadt, Wohnen, Arbeitsmigration sowie der Beziehung zwischen Peripherie und Zentrum. Ausgewählte Texte, Recherchen und Publikationen zeigen, wie Orte, Gesellschaften und Nachbarschaften geformt werden. Gleichzeitig geben sie Einblicke in aktuelle Debatten und Forschungen zu Stadtentwicklung und urbanem Leben.

Die Besucher_innen sind eingeladen, die Bibliothek zu nutzen und die Anordnung der Bücher zu verändern. Durch diese neuen Zusammenstellungen entstehen andere Kontexte und Perspektiven – und werden so zum Ausgangspunkt für Gespräche und Diskussionen.

Künstlerische Positionen ergänzen das offene Archiv. Die Arbeiten bewegen sich zwischen lokaler Spurensuche, poetischer Verdichtung und kritischer Beobachtung. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten sie Stadt als Bild- und Wahrnehmungsraum, als gebaute Architektur, als Gefüge sozialer Beziehungen und als Projektionsfläche für gesellschaftliche Vorstellungen und Konflikte.

Thierry Géhin richtet den Blick auf Schwellenräume und das Verhältnis von drinnen und draußen, sichtbar und unsichtbar, öffentlich und privat – und den schmalen Grat individueller Gestaltung in vorgegebenen Gefügen. Die Wahrnehmung architektonischer Gleichförmigkeit hinterfragen Sinta Werner und Markus Wüste mit ihren Verschiebungen von Blickwinkeln. Mit bewusst einfach gehaltenen geometrischen Strukturen unseres gebauten Alltags machen sie deutlich, dass unser Wissen über gebaute Formen ein unvoreingenommenes Sehen kaum zulässt. Im Kontrast dazu stellt Michele Galassi ein Wohnprojekt für andere Lebensrealitäten vor und wirft damit Fragen nach Ausschlüssen, Anpassung und Chancen in der Mehrheitsgesellschaft auf.

Von einstigen Visionen, Versprechen und Enttäuschungen könnten die archäologischen Spurenfunde der ersten Bewohner_innen in der Zingster Straße von Sonya Schönberger erzählen. Zwischen Funktion, Schicklichkeit und Aneignung untersucht hingegen das Sudden Starlings Collective körperlich die aus der DDR stammenden freistehenden Betontrennwände der Künstlerin Gertraude Pohl. Damals wie heute aktuell verweisen die seit den 1970er-Jahren entstandenen Plakate von Manfred Butzmann auf urbane Konflikte und Aushandlungsprozesse im Stadtraum und erinnern daran, dass Fragen nach öffentlichem Raum, Teilhabe und Gestaltung der Stadt immer auch politisch verhandelt werden.

Im Zusammenspiel von künstlerischen Arbeiten und öffentlicher Bibliothek entsteht so ein offenes Archiv urbaner Perspektiven: ein Gefüge aus Recherche, Reflexion und Aneignung. Mit einem breiten Veranstaltungsprogramm lädt die station urbaner kulturen dazu ein, die Stadt nicht als vorgegebene Struktur zu betrachten, sondern vielmehr als fortwährenden Aushandlungsprozess darüber, was sie ist, was sie sein kann – und was sie sein soll.

Künstler_innen: Manfred Butzmann, Michele Galassi, Thierry Géhin, Sonya Schönberger, Sudden Starlings Collective, Sinta Werner/Markus Wüste

nGbK-Arbeitsgruppe station urbaner kulturen: Juan Camilo Alfonso, Jochen Becker, Eva Hertzsch, Constanze Musterer, Adam Page, Katharina Ziemke

Veranstaltungsprogramm

Samstag, 18. April 2026, 18 Uhr
BETON Berlin 30Performance von Susanne Soldan

Samstag, 18. April 2026, 19 Uhr
Eröffnung
mit einer Einführung durch die Kuratorin

Samstag, 9. Mai 2026, 17 Uhr
Frauen bauen – über Architektinnen in der DDR
Vortrag und Gespräch mit Birgit Szepanski (Künstlerin)

Samstag, 30. Mai 2026, 17 Uhr
Drinnen oder draußen? Über ein Heim für alkoholkranke WohnungsloseGespräch mit Michele Galassi und Lukas Lindner

Samstag, 13. Juni 2026, 17 Uhr
Zingster Straße 25Lesung und Gespräch mit Sonya Schönberger

Samstag, 27. Juni 2026, 17 Uhr
Wem gehört der öffentliche Raum?Gespräch mit Christof Zwiener (Künstler, Kurator)

Donnerstag, 2. Juli 2026, 19 Uhr
Miete essen Seele aufScreening des Films Miete essen Seele auf (54 Min/DE 2015) von Angelika Levi und Christoph Dreher mit anschließendem Gespräch mit Angelika Levi und Antje Schäfer (Dramaturgin). Moderation: Andrea Plöger (Alice Salomon Hochschule Berlin)

Donnerstag, 9. Juli 2026, 19 Uhr
All the Beauty and the BloodshedScreening des Films All the Beauty and the Bloodshed (122 Min/USA 2022/OmU) von Laura Poitras mit anschließendem Gespräch mit Laura Poitras. Moderation: Andrea Plöger (Alice Salomon Hochschule Berlin)

Samstag, 11. Juli 2026, 17 Uhr
Im Prisma zweier Gesellschaftssysteme. Kunst im öffentlichen RaumGespräch mit Gertraude Pohl (Künstlerin) Samstag, 11. Juli 2026, 19 Uhr
FinissageWeitere Informationen zu allen Veranstaltungen finden Sie auf ngbk.de

station urbaner kulturen/nGbK Hellersdorf
Auerbacher Ring 41, 12619 Berlin, Eingang über Kastanienboulevard
Öffnungszeiten: Do+Sa 15–19 Uhr
Eintritt frei
Der Eingang ist stufenlos zugänglich.
Weitere Informationen zum Besuch und zur Barrierefreiheit auf ngbk.de

Die neue Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK) wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Bildnachweis: Sudden Starlings Collective, Von der Wucht des Anwesenden, 2025/26 © Sudden Starlings Collective


neue Gesellschaft für bildende Kunst
Karl-Liebknecht-Straße 11/13, 10178 Berlin
Tel. 030-616 513 13
presse@ngbk.de
ngbk.de

(Visited 3 times, 3 visits today)