25. Januar bis 12. April 2026
Kunstmuseum Singen


Nach 30 Jahren kehrt der aus Singen stammende, in Zürich und Lumnezia (Graubünden) arbeitende Maler Markus Weggenmann (*1953) mit der Ausstellung »Pure Gegenwart,« an das Kunstmuseum Singen zurück. Die Schau versammelt Serien und Werkgruppen der letzten zehn Jahre und macht – mit der Setzung auch älterer Arbeiten – die Entwicklung von Weggenmanns Malerei seit 1993 nachvollziehbar. Ergänzend schaffen gegenübergestellte Werke anderer Künstler:innen aus der Sammlung des Kunstmuseums Singen einen weiteren Kontext.

Als selbsterklärter »Quereinsteiger« arbeitete Markus Weggenmann zunächst parallel in therapeutischen Berufen, ab 1989 ausschließlich und professionell als Künstler. Von Beginn an verschrieb er sich so konsequent wie unumstößlich dem essenziellen Ausdrucksmittel der Malerei: der Farbe genauer den Pigmenten, deren Erscheinung und Wirkung.

International bekannt wurde Weggenmann in den 1990er Jahren mit vibrierenden Streifenbildern, die er – bedacht auf ihre dynamische Raumwirkung – wandfüllend präsentierte: so auch 1995/96 im Kunstmuseum Singen, in einer seiner ersten Einzelausstellungen. Mit diesen Arbeiten schrieb er sich in den Kreis der Farbmalerei des »radical painting« ein.

Das minimalistische Formenrepertoire hat Weggenmann längst hinter sich gelassen. Geblieben sind monochrom gemalte Flächen und satte, hochpigmentierte, nur mit dem Nötigsten an Leim gebundene Farbe – und der Anspruch an eine sich räumlich entfaltende, performative Wirkung des Bildes: Farbflächen versteht er immer auch als Farbräume mit dreidimensionaler Wirkung. »Eine Arbeit, wie ich sie mir vorstelle«, forderte Weggenmann bereits vor 30 Jahren, »muss Platz schaffen zum Atmen«.

Heute experimentiert Weggenmann mit organisch-amorphen Formen, die immer häufiger ins fast Gegenständliche kippen. So ringen in dieser Ausstellung auch explosionsartige Blumensilhouetten, Landschaftsfragmente und skulpturale Anklänge um ihre Präsenz im Bild. Grundlegend aber bleibt die Farbe. Sie macht seine Bilder zu einem im mehrfachen Wortsinn »hochreaktiven Stoff«, zu einem heftigen Ereignis in der Betrachtung. Mit diesem Ansatz behauptet der Maler seine ganz eigene Position innerhalb der zeitgenössischen Malerei. »Diese Bilder«, so Christoph Bauer bereits 1995, »haben keine Erinnerung; sie sind reine Gegenwart.«

Kurzvita Markus Weggenmann
Markus Weggenmann (1953, Singen/Hohentwiel) lebt und arbeitet in Zürich und Lumnezia (Schweiz). Er war in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im Inund Ausland vertreten. Zu den jüngeren Einzelausstellungen zählen »Gasping for Breath« (Galerie Mark Müller, Zürich, 2024), »Missing Pink« (Taubert Contemporary, Berlin, 2023) sowie »Ein Bild schreit nach dem nächsten!« (Kunstmuseum Appenzell, 2020). Weggenmann wurde u. a. mit dem Swiss Art Award (2018) ausgezeichnet und erhielt zahlreiche Arbeits- sowie Werkstipendien (u. a. Stadt und Kanton Zürich). Seine Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, darunter im Kunsthaus Zürich (CH), Aargauer Kunsthaus (CH), Bündner Kunstmuseum Chur (CH), Kunstmuseum Bonn (D), Lenbachhaus München (D), Museum Voorlinden (NL) sowie im Haus Konstruktiv, Zürich (CH). Markus Weggenmann ist ebenfalls in der Sammlung des Kunstmuseums Singen vertreten. Für die Sparkasse Hegau-Bodensee realisierte er 2016 eine ortsspezifische Arbeit.

Ein umfassendes interdisziplinäres Kunstvermittlungs- und Veranstaltungsprogramm begleiten die Schau, darunter ein Vortrag von Markus Weggenmann sowie ein Künstlergespräch als dialogischer Rundgang durch die Ausstellung.

Die Ausstellung wird gefördert durch:
Thüga Energie GmbH und Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.

Bildnachweis: Markus Weggenmann, Ohne Titel, 2022, hochpigmentierte Leimfarbe auf Baumwolle © Markus Weggenmann


Kunstmuseum Singen
Ekkehardstr. 10
D-78224 Singen (Hohentwiel)
E-Mail: kunstmuseum@singen.de
Web: www.kunstmuseum-singen.de

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