12. April bis 3. Mai 2026
Kunstverein Region Heinsberg

mostbet

Collage, Installation, Textilkunst

Vita:
1991 geboren in Schorndorf
2017-2023 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (Diplom) bei Prof. Reto Boller, Prof. Andreas Opiolka, Cindy Cordt, Daniel Mijic und Astrid Schindler. Lebt und arbeitetin Schorndorf, Dresden und Berlin.

Weitere Informationen zu Projekten, Preisen und Ausstellungen einsehbar unter www.fabianwidukindpenzkofer.de.

Im Folgenden beschreibt Herr Penzkofer sein künstlerisches Schaffen:

„Fabian Widukind Penzkofer ist Erzähler, allerdings folgen seine Geschichtsstränge keinem klassisch linearen Aufbau, sondern setzen sich aus einer Vielzahl erzählerischer Potentiale zusammen: Aus genutzten Materialien, offengelegten Arbeitsprozessen, figurativen Darstellungen und der Verwendung von Sprache. Geschichtsfragmente zeigen sich in Spuren an Werkstoffen, in der Bearbeitung von Material und in installativen Präsentationsformen. Die einzelnen Elemente ergänzen und erweitern einander, machen sich unkenntlich und überschreiben sich wechselseitig. Dabei changieren sie zwischen Tafelbild und Relief, erweiterter Malerei und Plastik und vereinen eine Vielzahl vermeintlicher Gegensätze. Hierfür kommen unterschiedliche Medien zum Einsatz, wobei wiederholt Inszenierungen von Stickereien, Stoffcollagen und Videoarbeiten zentrale Rollen einnehmen. Insbesondere die Stickerei wird als Technik zu Penzkofers Sprachrohr, da sie vorhandenes Material überschreibt, wobei die einzelnen Fäden und Garne ihren Untergrund durchdringen, verformen und Spuren hinterlassen, die sowohl in Form zarter Zeichnungen in Erscheinung treten können wie auch als dreidimensionale Wollgebilde. Das Überschreiben tritt beispielsweise in der Serie „Out of Time“ in besonderer Weise in den Vordergrund, in der Penzkofer digitale Fundstücke aus dem Internet in Stickereien überträgt, die in mit Brailleschrift bedruckten Buchseiten eingearbeitet werden. Dargestellt sind Denkmäler, welche in Zwischenstadien wie Abriss oder Transport gezeigt werden, umgeben von leuchtenden und entleerten Landschaften. In den Fokus rückt die Wiederbelebung angestaubter Erinnerungsmonumente im Moment der Transformation vom physischen zum digitalen Denkmal. Im Arbeitsprozess wird das Papier durch den Einsatz von Nadel und Faden irreversibel verändert. Geschichte wird fortgeschrieben und überschrieben. Handarbeit als eine Annäherung, in der der Duktus des Menschen stets durchschlägt, zeigen sich insbesondere in den Werken der Serie „Bots“, die sowohl menschliche als auch maschinelle Merkmale aufzeigen, da den dargestellten Gesichtern humanoide Roboter als Vorlagen dienen. Die Gleichbehandlung bei der Umsetzung mit Wolle, löst deren Unterschiede zueinander auf und bricht mit der maschinellen Strenge der Motive durch den Einsatz der Hände und den damit einhergehenden Unregelmäßigkeiten. Aus den Köpfen wachsen organische Strukturen, welche an Pflanzen oder Geweihe erinnern können, aber zugleich auch wie Kommunikationsmittel zwischen den Wesen fungieren. In der Ausstellung „Mission Morgenstaub 2“ umkreist Penzkofer den Ausstellungstitel und fokussiert Transformationsprozesse vielfältiger Existenzformen. Ins Zentrum rücken die Verhältnisse zwischen dem Menschen und seiner pflanzlichen und tierischen Umwelt, dem Menschen und der von ihm geschaffenen Technik und Digitalität, sowie dem Menschen und seiner eigenen Geschichtsschreibung. Erinnert der Klang des Wortes Morgenstaub an Morgentau und somit an einen Beginn, verweist der Staub darin zugleich an dessen Ende, wobei die Nummerierung auf zyklische Vorgänge hinzuweisen und das Absolute eines Endes zu relativieren scheint.“

Fabian Widukind Penzkofer

Bildnachweis: Aus der Serie „Bots“, Stickerei und Stoffcollage, 2024, Foto: Fabian Widukind Penzkofer


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So von 11-17Uhr 

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