ILINCA FECHETE „MEMORY MAGNIFIED BY MEMORY OF COURSE“
5. – 18. September 2026
Akademie der Bildenden Künste München
MEDIENKUNSTPREIS 2026 DER KUNSTSTIFTUNG INGVILD UND STEPHAN GOETZ
„Ich stelle mir eine Situation vor, in der mehrere Menschen zusammenstehen und ich eine von ihnen bin. Nacheinander wird jeweils eine Person verdeckt einem elektrischen Reiz ausgesetzt. Da die technische Verbindung für niemanden erkennbar ist, bleibt mir nur, die Gesichtsausdrücke und Reaktionen der anderen zu beobachten, um die betroffene Person zu erkennen“, erklärt die Künstlerin Ilinca Fechete. Ihre neue Arbeit, die durch den Medienkunstpreis 2026 der Kunststiftung Ingvild und Stephan Goetz in Zusammenarbeit mit der Sammlung Goetz und der Akademie der Bildenden Künste München ermöglicht wurde, ist ein Ultraschall-Soundsystem und ein visuelles Programm für einen Film.
Der Film zeigt Aufnahmen von Bienen und erinnert an Wilfred Sellars Anekdoten über tanzende Bienen in Kleefeldern in „Some Reflections on Language Games“. Die Bienen tanzen zur Ausstellung, während hörbare Ultraschallstrahlen im Ausstellungsraum die Videoarbeit beeinflussen, sodass Parameter für ein visuelles Bearbeitungssystem (wie Wiedergabe und Rendering) angeordnet und zusammengestellt werden und so die Navigation der Bienen in Echtzeit ständig bestimmen.
Der Titel „Memory magnified by memory of course“ bezieht sich auf das Prinzip der „aktiven Modulation“ als Verhaltensweise, d. h. eine Person passt ihr Verhalten, ihre Aufmerksamkeit und ihre Reaktion bewusst und gezielt an, um besser mit einer Situation umzugehen. Für die Arbeit wurden Lautsprecher nach folgendem Prinzip von Hand gefertigt: Modulierter Ultraschall breitet sich durch ein nichtlineares Medium aus, das als passiver Demodulator fungiert und ohne aktives Element hörbaren Schall erzeugt: Ein Wandler kann so ausgelegt werden, dass er einen schmalen Strahl modulierten Ultraschalls aussendet, der mit 100 bis 110 dBSPL stark genug ist, um die Schallgeschwindigkeit in der Luft, durch die er hindurchgeht, zu verändern. Die Luft innerhalb des Strahls verhält sich nichtlinear und extrahiert das Modulationssignal aus dem Ultraschall, was zu einem Schall führt, der nur entlang des Strahlengangs zu hören ist oder der scheinbar von jeder Oberfläche ausgeht, auf die der Strahl trifft.
Ausgehend von den Zusammenhängen des sozialen und wirtschaftlichen Lebens untersucht die Arbeit die vielfältigen Möglichkeiten, mit denen wir Sinn beschreiben und erfahren. Dabei greift sie auf Systeme der Informationsordnung zurück, in denen Bilder zu einer Serie werden, Wörter eine Grammatik annehmen und das Leben anhand seiner Eigenschaften erfasst wird.
Ilinca Fechete (geb. 2002) wurde in Târgu Mureș geboren und lebt derzeit in München. Ihre Kunst umfasst Fotografie, Installation, Skulptur, Ton, Video, Zeichnung und Text. Im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Praxis stehen das Visuelle als kuratorisches Konzept, Ursache und Funktionalismus aus philosophischer Theorie, psychosozialer Kognition, Linguistik und realen Ereignissen.
Die Ausstellung wird am 4. September 2026, um 19 Uhr eröffnet und läuft vom 5. bis zum 18. September 2026. Sie ist dienstags bis samstags von 15:00 bis 19:00 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich und findet in der AkademieGalerie (U-Bahn-Station Universität, Nord, München) statt.
Bildnachweis: © Ilinca Fechete
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