11. April bis 17. Mai 2025
VAN HORN

mostbet

Wir freuen uns sehr auf die zweite Einzelausstellung von Anys Reimann bei VAN HORN, die parallel zur Art Düsseldorf eröffnen wird.

„Im wahrsten Sinne des Wortes frisch aus der Inspirationsquelle des Aquarius.“
Mit diesen Worten beschreibt Anys Reimann den Ausgangspunkt ihrer neuen Ausstellung Dawn of Aquarius – eine Reise durch innere und äußere Bilderwelten, durch Sehnsucht, Erinnerung, Transformation.

Reimann arbeitet mit Collage und Malerei und Skulptur, oft zugleich, in Schichten, in Andeutungen, mit Überlagerungen. Ihre Bilder entstehen manchmal intuitiv und emotional, manchmal aus einem konkreten kulturgeschichtlichen oder popkulturellen Motiv heraus – oft aber auch aus einem freien, assoziativen Prozess, bei dem sich Gefühle und Gedanken körperlich ausdrücken. Die Ergebnisse sind vielschichtige Bildgestalten – eigenwillige, schöne, verletzliche, ironische oder melancholische Wesen, die an Märchenfiguren erinnern, an Archetypen, an Träume. Oder an uns selbst.

Der Ausstellungstitel greift eine spirituell-astrologische Vorstellung auf: das sogenannte Wassermannzeitalter. In der Astrosophie gilt es als Beginn eines neuen, kollektiven Abschnitts, in dem alte Gewaltverhältnisse, autoritäre Systeme und Entfremdung überwunden werden. Stattdessen soll ein Miteinander entstehen – ein neues Bewusstsein: vom „Ich zum Wir“. Harmonie, Transformation, gegenseitiges Vertrauen. Vielleicht klingt das vertrauensselig. Vielleicht ist es gerade deshalb so kraftvoll.

Reimann erinnert sich an den Anfang des Films Hair (1979) von Milos Forman – an das Lied Aquarius, das ihr ein bleibendes Gefühl von Hoffnung, Freiheit und Gemeinschaft hinterlassen hat. Ein Versprechen. Ein Aufbruch. Sie zitiert:

„…Harmony and understanding
Sympathy and trust abounding
No more falsehoods or derisions
Golden living dreams of visions
Mystic crystal revelation
And the mind’s true liberation
Aquarius! Aquarius!“

So wie der Song ein utopisches Bild von Welt entwirft, erzählen auch Reimanns Arbeiten von möglichen Zukünften – nicht laut, nicht plakativ, sondern durch Andeutungen, Fragen, Verbindungen. Werke wie The Fool (on the Hill), Der Tod und das Mädchen, A Midsummernight’s Dream, Lovers oder Melt (‚weinende Männer‘) lassen sich nicht eindeutig verorten. Sie changieren zwischen Ernst und Ironie, zwischen Hommage und Neubetrachtung. Manche wirken wie Traumsequenzen, andere wie aufgeschnappte Szenen aus der Geschichte, durch den Filter des Jetzt betrachtet.

Zweimal begegnen wir in der Ausstellung der Queen of the Night (sitting in the Backseat of my Cadillac) – eine Figur zwischen Oper und Straße, zwischen Glanz und Alltag. Und auch das Werk Mae (‘Hommage’ to Richter) macht keinen Hehl aus der künstlerischen Auseinandersetzung mit Vorbildern, mit Geschichte, mit Malerei selbst. Hinter all dem liegt ein echtes Interesse am Menschen – an unseren Gefühlen, Widersprüchen, Masken, Verletzungen und Möglichkeiten. Reimann schaut genau hin. Und sie schaut weiter. „Hommagen, Melancholie, Ironie und Hoffnung … neu, anders und weiter sehen“, sagt sie selbst. Vielleicht beginnt das Wassermannzeitalter nicht an einem bestimmten Datum. Vielleicht beginnt es in uns – mit einer Vorstellung, einem Bild, einer Begegnung.

Quellen:

Bildnachweis: Anys Reimann, DAWN OF AQUARIUS, 2025, Collage, oil on canvas, 184 x 164 x 4,5 cm framed, Photo Johannes Bendzulla


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