24. Februar bis 5. April 2024

Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft


Asking for a friend – für einen Freund fragen. In der Floskel versteckt sich die Scham. Die Scham, aufzufliegen – mit dem was man will, mit dem was man ist. Um das Eigene zu verstecken, stellt man sich einen Freund vor. Der vorgestellte Freund: Eine Tarnung, aber auch ein Medium.

Mit dem Titel Asking for a Friend macht die israelische Künstlerin Achinoam Alon eben diesen vorgestellten Freund zum Medium der von ihr kuratierten Gruppenausstellung im sogenannten Milchhof, dem Ausstellungsort des Kunstvereins Nürnberg. Was sich hinter dem Freund verbirgt, was sich in ihm vermittelt und warum er gebraucht wird, darauf geben die beteiligten Künstler:innen Achinoam Alon, Suse Bauer, Keren Cytter, Aurélie B. Dubois, Liora Epstein, Leon Kahane, I. S. Kalter und Atalya Laufer eine Antwort. Im imaginären Freund steckt dabei auch die vom französischen Psychoanalytiker Jacques Lacan formulierte Idee des großen Anderen: Eine symbolische Ordnung, die dem Ich als Andersheit gegenübersteht und doch darüber bestimmt, was das Ich ist und was es will. Im vorgestellten Freund tarnt das Ich seine Mängel und offenbart die des Anderen.  (Text: Jonathan Guggenberger, 2024).

Bildnachweis: Ausstellungsplakat „Asking for a Friend“. Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft. 2024


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