11. Oktober 2026 bis 8. Februar 2027
Museum Schloss Moyland


Was macht Katharina Sieverding und Joseph Beuys so ikonisch? Wie verbinden sie ihre eigene Selbstdarstellung mit den gesellschaftspolitischen Botschaften in ihren Kunstwerken? Diesen Fragen geht die Ausstellung Katharina Sieverding im Dialog mit Joseph Beuys nach.

Mit Katharina Sieverding im Dialog mit Joseph Beuys widmet das Museum Schloss Moyland erstmals eine Ausstellung in dieser Tiefe den Verbindungen und Unterschieden zwischen den Werken beider Kunstschaffenden. Im Zentrum stehen gemeinsame Fragen nach politischer Wirklichkeit, gesellschaftlichen Prozessen, Öffentlichkeit und der Rolle der eigenen Person in der Kunst – ebenso wie die unterschiedlichen künstlerischen Mittel und Haltungen, mit denen Beuys und Sieverding darauf antworten. Einen besonderen Akzent setzt die erstmalige Präsentation von rund 30 frühen Kostüm- und Bühnenbildentwürfen Sieverdings aus den Jahren 1963 bis 1967, die einen bislang wenig bekannten Ausgangspunkt ihres Werks sichtbar machen.

Die Ausstellung umfasst rund 140 Werke von Katharina Sieverding und Joseph Beuys, darunter Fotografien, Zeichnungen, Film- und Diaprojektionen sowie raumbezogene Arbeiten. Ergänzt werden sie durch Fotografien und Dokumente aus dem Joseph Beuys Archiv des Museums Schloss Moyland, dem Archiv Katharina Sieverding und Klaus Mettig sowie verschiedenen Theaterarchiven.

Kurator:innen: Alexander Grönert, Antje-Britt Mählmann, Orson Sieverding & Pola Sieverding

Katharina Sieverding, 1941 in Prag geboren, gilt als eine der wegweisenden Persönlichkeiten der deutschen Kunst der Nachkriegszeit. Seit Ende der 1960er-Jahre erweitert sie die Möglichkeiten der Fotografie, des Films und bildbasierter Medien. In seriellen Arbeiten, monumentalen Fotografien und Selbstporträts setzt sie sich mit Fragen der Identität und des Geschlechts ebenso auseinander wie mit dem Verhältnis des Individuums zu Gesellschaft, Politik, Geschichte und einer durch die Medien geprägten Öffentlichkeit. Ihr Werk reflektiert immer wieder die Macht und Wirkung von Bildern und nahm früh zentrale Entwicklungen großformatiger, medienbasierter Bildformen vorweg.

Sieverdings Werke waren auf der Biennale de Paris (1965, 1973), der documenta (1972, 1977, 1982) sowie auf mehreren Ausgaben der Biennale von Venedig (1976, 1980, 1995, 1997, 1999) vertreten. Bedeutende Einzelausstellungen fanden unter anderem im Museum Folkwang, Essen (1977), in der Nationalgalerie, Berlin (1992), im Stedelijk Museum, Amsterdam (1998), im P.S.1, New York (2005), in der Bundeskunsthalle, Bonn (2017), in den Deichtorhallen Hamburg (2020), im Museum Frieder Burda, Baden-Baden (2021), in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf (2024/25) sowie im Gammel Strand, Kopenhagen (2026) statt. 2004 wurde ihr der Kaiserring der Stadt Goslar verliehen, 2017 folgte der Käthe-Kollwitz-Preis. 2027 widmet die Neue Nationalgalerie in Berlin ihrem Werk eine Retrospektive.

Zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein Katalog mit 208 Seiten, 180 farbigen Abbildungen und aktuellen Texten zu den Themen der Ausstellung von Diedrich Diederichsen, Alexander Grönert, Antje-Britt Mählmann, Christine Mehring, Diana Weis und Wolfgang Zumdick. Der Preis der Museumsausgabe während der Laufzeit der Ausstellung beträgt 35 Euro (Verlagsausgabe: 45 Euro).

Bildnachweis: Katharina Sieverding, Schichtseite nach unten VIII 1971/2007, 2007, Farbfotografie, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Klaus Mettig, © VG Bild-Kunst, Bonn 202


Museum Schloss Moyland
Am Schloss 4
47551 Bedburg-Hau
http://www.moyland.de/

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