EINLADUNG ZUR PRESSEKONFERENZ
Am Freitag, den 16. Oktober 2020, 11 Uhr sind Sie herzlich zu unserer Pressekonferenz anlässlich der Ausstellung Berta Fischer, Björn Dahlem, Naum Gabo – Into Space (18. Oktober 2020 – 10. Januar 2021) eingeladen.

Katja Blomberg führt durch die Ausstellung. Berta Fischer und Björn Dahlem sind anwesend und stehen im Anschluss für Interviews zur Verfügung.

Wir freuen uns über Ihr Erscheinen und bitten um ein kurzes Zeichen unter folgendem Link:
 ANMELDUNG

 

BERTA FISCHER, BJÖRN DAHLEM, NAUM GABO
INTO SPACE
18. OKTOBER 2020 – 10. JANUAR 2021

„Into Space“ thematisiert die Sehnsucht des Menschen nach dem Weltraum, nach Schwerelosigkeit, fernen Galaxien und den Glauben an bisher unfassbare Energien in Raum und Zeit außerhalb unserer Wahrnehmung. Drei BildhauerInnen reflektieren von Berlin aus und über ein Jahrhundert hinweg Schnittstellen zwischen Kunst, Philosophie und Wissenschaft. Nach „Lynn Chadwick, Hans Uhlmann, Katja Strunz“, die im Sommer 2019 als BildhauerInnen dem Thema „Falte“ nachgingen, nehmen jetzt Björn Dahlem (*1974), Berta Fischer (*1973) und Naum Gabo (1890 – 1977) den künstlerischen Dialog auf. 

Für Naum Gabo (1890 – 1977) wurde die Kunst nach dem Ersten Weltkrieg zum zentralen Erkenntnismittel von Zeit und Raum und die Physik unseres Planeten. Nach einem Studium der Medizin, Naturwissenschaften, Philosophie und Architektur ab 1910 in München bekannte er sich in seinem „Realistischen Manifest“, das in Zusammenarbeit mit seinem Bruder, dem Maler Antoine Pevsner 1920 in Moskau erschien, zu einer Bildhauerei des Experimentes, der neuen Materialien und Möglichkeiten, Raum und Zeit sichtbar zu machen. 1922 kam Gabo von Moskau nach Berlin, wo er sehr schnell zu den avantgardistischsten Erneuerern der Kunst gehörte. Seine später weltberühmten Plastiken aus transparenten Kunststoffen wirkten auf seine Zeitgenossen wie Science Fiction.

Heute arbeitet Berta Fischer (*1973) als eine der wenigen internationalen Bildhauerinnen mit Acrylglas. Während das transparente, leicht biegbare Material in den 1920er Jahre erst erfunden wurde und in der Bildhauerei durch Naum Gabo Eingang fand, hat das Massenmaterial inzwischen die Welt der Werbung und des Designs erobert. Heutzutage ist Plexiglas in unterschiedlichsten Farben, Stärken und Größen erhältlich. Durch Einwirkung von Hitze kann das an sich spröde Material gut plastisch bearbeitet werden. Allerdings müssen Formimpulse abrupt gesetzt werden. Dieses materialbestimmte Vorgehen verschafft dem gesteuerten Zufall im Werk von Berta Fischer breiten Raum. Im Ergebnis erinnern ihre Arbeiten an leuchtende oder reflektierende Hightech-Stoffe, die in aufgewirbelter Bewegung schwebend im Raum erscheinen. Jenseits der Gravitation verleihen sie dem Ungeordneten, Chaotischen und Unvorhersehbaren Sichtbarkeit. Je nach Situation und Beleuchtung können die Installationen als Universen, Milchstraßen oder vertikale Gärten gelesen werden.

Björn Dahlem (*1974) verwendet für seine raumgreifenden Skulpturen eher profanes Material wie Dachlatten, Leuchtstoffröhren, Glühbirnen, Draht und Fundstücke. Seine Auseinandersetzung mit Raum und Zeit basiert auf den Theorien der Philosophie, Astro- und Teilchenphysik bis hin zu den jüngsten Erkenntnissen der Quantenmechanik. Dabei geht es in seinem Werk um eine Verbindung von Wissenschaft und Philosophie sowie um die Grenzen und Übergänge von Naturwissenschaft hin zur Theologie. Bekannt geworden ist Björn Dahlem in den 1990er Jahren durch künstlerische Darstellungen des interstellaren Raums, von Galaxien, Superclustern oder Schwarzen Löchern, die auch in der Ausstellung mit neuen raumgreifenden Installationen umgesetzt werden.

Naum Gabo emigrierte als Jude 1932 nach Paris, dann nach England und 1946 in die USA, wo er am MIT in Boston ausstellte und in den 1950er Jahren in Harvard Vorlesungen hielt. Weltberühmt ist er 1977 in Connecticut gestorben. Seine letzte Einzelausstellung in Deutschland fand 1986 in Berlin statt. Mit der Ausstellung „Into Space“ nimmt das Haus am Waldsee den Faden zu diesem großen Erneuerer der Bildhauerei des 20. Jahrhunderts wieder auf und reflektiert Einfluss und Fortleben im Werk zweier junger ZeitgenossInnen, die heute neue Maßstäbe setzen.
Kuratoriert von: Dr. Katja Blomberg, Direktorin Haus am Waldsee
Katalog in Deutsch und Englisch im Verlag Walther König. Mit Texten von Matilde Felix und Katja Blomberg. Hardcover, 64 Seiten, 24 Euro.
Pressekonferenz: Fr, 16.10.2020 um 11 Uhr. Berta Fischer und Björn Dahlem sind anwesend.

Druckfähiges Bildmaterial erhalten Sie auf unserer Webseite im Pressebereich.
Zum Pressebereich

Bildnachweis: Berta Fischer, Untitled, 2005, PVC-Folie, Lichterkette, 240 x 140 x 65 cm, Courtesy die Künstlerin und Galerie Barbara Weiss, Berlin; Galerie Karin Günther, Hamburg; James Fuentes Gallery, New York, Foto: Martin Kolb

 

Pressekontakt
Erik Günther
e.guenther@hausamwaldsee.de
Tel +49 (0) 30 801 89 35
www.hausamwaldsee.de

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