18.10. – 15.11.2020
Eröffnung am Sonntag, 18.10.2020, 11 – 13 Uhr. Es spricht Christiane Grathwohl

Uta Gerlach, Panorama, Malerei

Ich zeichne Bäume, Wiesen, Felder, aber vor allem Bäume.

Anfangs die Aussicht von meinem Lieblingsplatz an einer Wiese im Hohen Fläming bei Berlin. Zu dieser Zeit war ich sehr davon beeindruckt, dass  diese Landschaft, die mir Anlass für endlose Betrachtung gibt, dieselbe ist, in der eines der DDR-Isolierungslager geplant war.

Gegenüber.

Geschichte im Raum der Landschaft – und man sieht nichts, die Zeichnung gibt kein Wissen wieder.

Dann habe ich den nächsten Platz gefunden: an der Straße zwischen Groß- und Klein-Briesen. Stromleitungen.

Ein Jahr später bin ich ein kleines Stück weiter gezogen. Ich umrunde langsam die Freifläche, auf der die Dörfer Groß- und Klein-Briesen liegen. Seit einiger Zeit habe ich die Hochfläche zwischen den beiden Dörfern mit der sie verbindenden Allee vor Augen. Jedes Jahr verschwinden ein paar Bäume. Kränkeln, Sturm, kein Regen.

Ich zeichne ein Blatt in einer Sitzung. Immer das gleiche Format, die Größe, die Ausführlichkeit, die Leerstellen der Zeichnung hängen vom Wetter – und meiner Verfasstheit – ab.

Die Zeichnungen sind das Fundament der Bilder und Panoramen.

Diese werden zuhause gemalt.

Hier suche ich den schweifenden Blick, will das tendenziell unbegrenzte Sichtfeld der „natürlichen“ Wahrnehmung wieder finden. Es entstehen, von Studien vorbereitet, Panoramen mit mindestens 90°- 180°. Das lange Bildformat hebt die ausschließliche Bezogenheit auf die Formatgrenze, die in der Einzeltafel sehr wohl noch da ist, auf. Der weite  Horizont umfasst den Raum, in dem die Bäume und die rhythmischen zivilisatorischen Zeichen die Protagonisten sind.

Die Farben sind Erinnerungen. Farben haben ihre eigene Realität.

Der Blick darf schweifen.

„Komm! Ins Offene, Freund“

 

Uta Gerlach

1956 in Dornstadt bei Ulm geboren
Studium von Grafik-Design, Kunst- und Werkerziehung in München und Berlin

1984 1.Staatsexamen

  • Meisterschülerin bei Prof. Johannes Geccelli HdK Berlin
  • Förderpreis des Bundesministerium Bildung und Wissenschaft
  • DAAD Stipendium Wien
  • Arbeitsstipendium Senat Berlin

Diverse Einzel- und Gruppenausstellungen

1986-2000 Freiberuflich: Malerei
und Ausstellungsgestaltung /Ausstellungsorganisation für Museen
Seit 2002 2. Staatsexamen, tätig als Kunsterzieherin
Lebt in Berlin und in Groß-Briesen bei Bad Belzig

 

Kunstverein Kirchzarten e.V.
Wolfram Scheffel
Alte Evangelische Kirche
Burger Straße 8, 79199 Kirchzarten
Öffnungszeiten. Fr., Sa. Und Sonntag 17 – 19 Uhr

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