Ein Woodstock der Ideen –
Joseph Beuys, Achberg und der deutsche Süden
23. Januar 2021 bis 06. Juni 2021

Anlässlich des 100. Geburtstagsjubiläums von Joseph Beuys im Jahr 2021 widmen das Museum Ulm und die Kunsthalle Vogelmann Heilbronn dem Jahrhundertkünstler ein gemeinsames Ausstellungs-projekt. Dabei steht Joseph Beuys nicht nur als herausragende Künstlerpersönlichkeit, sondern vornehmlich auch als politische Person im Fokus sowie seine besondere und spezielle Verbindung zum deutschen Südwesten. So bezog Joseph Beuys den Filz für seine Objekte in Giengen an der Brenz und in Wangen im Allgäu wurde seine berühmte Honigpumpe für die documenta 6 hergestellt. Die Beziehung des Künstlers zum deutschen Süden wird insbesondere auch durch die erstmalige Auswertung des Joseph Beuys-Archivs des Autors, Verlegers und Publizisten Rainer Rappmann mit Briefen, Ton-, Bild- und Filmdokumenten in Zusammenhang mit dem Internationalen Kulturzentrum Achberg (INKA) intensiv beleuchtet.

Das vor 50 Jahren gegründete INKA galt in den 1970er- und 80er-Jahren als ein wichtiges Zentrum des geistig-politischen Aufbruchs in Deutschland. Hier trat Joseph Beuys jährlich auf und arbeitete im Sinne seiner Idee der „Sozialen Plastik“. Sein erweiterter Kunstbegriff ist auch besonders geeignet, um das 75-jährige Jubiläum der ersten freien Kommunalwahlen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg zu würdigen und aktuelle Fragen zur Relevanz der Demokratie mit einer jungen Generation wie etwa Fridays for Future oder Future2 zu diskutieren.

Auch Joseph Beuys‘ Engagement bei den „Grünen“ steht für seine Verflechtungen zum süddeutschen Raum. Als die Partei „Die Grünen“ im Januar 1980 in Karlsruhe gegründet wurde, war der Künstler als Teilnehmer des Gründungsparteitages vor Ort. Auch wenn Joseph Beuys seine eigenen politischen Vorstellungen bei den „Grünen“ nicht durchsetzen konnte, so blieb er jedoch bis zu seinem Tod Mitglied der Partei. Ab 1980 gestaltete er Wahlplakate für die Partei, die in die Produktion seiner Editionen einflossen, die auch in der Ausstellung präsentiert werden. Als Ausdruck seiner Idee der Demokratisierung von Kunst nehmen zudem auch seine vielfältigen und zahlreichen Multiples einen wesentlichen Raum in der Ausstellung ein.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Bundeslandes Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann.

 

Lois Hechenblaikner
– Alpenglühn
Bis 11. April 2021

Mit der Veröffentlichung seines Bildbandes „Ischgl“ im Juni sorgte Lois Hechenblaikner für Aufsehen. Seit Mitte der 1990er Jahre beschäftigt sich der aus Alpbachtal in Tirol stammende Fotograf mit den Auswirkungen des Massentourismus auf seine Heimat. Gerade Ischgl ist für ihn mit seinen allwinterlichen Après-Ski-Exzessen ein Inbegriff eines „Delirium Alpinum“ und des „touristischen Wahnsinns“. Auch im Zusammenhang mit der Corona-Krise erlangte der Skiort im Frühjahr 2020 fragwürdige Berühmtheit als Hotspot, von dem aus sich Covid-19 in Europa verbreiten konnte.

Das Museum Ulm präsentiert eine Auswahl an Fotoserien und Installationen von Lois Hechenblaikner, in denen er den Wandel seiner Heimat als neutraler Beobachter begleitet. Die Ausstellung zeigt die künstlerische Verarbeitung eines Lokalkolorits, das plötzlich und ungewollt überregionale Bedeutung erlangte und dadurch zum Thema wird, das uns in Europa alle angeht.

 

Schwarz auf Weiß
– Das Rätsel der Steinzeitscheiben aus dem Blautal
! Verlängert bis 04. Juli 2021

Seit 2011 gehören die Ruinen eines 6000 Jahre alten Dorfes aus der Jungsteinzeit im Tal der Blau bei Ehrenstein nahe Ulm zum UNESCO-Welterbe Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen.

Unter den zahlreichen geborgenen Gegenständen fällt eine Fundgruppe besonders auf: flache, annähernd runde Scheiben verschiedenster Größe aus Kalkstein mit einer doppelten Durchlochung in der Mitte. Offenbar wurden diese Scheiben nur in diesem Dorf hergestellt und benutzt. Sie stellen die archäologische Forschung bis heute vor ein Rätsel.

Die Ausstellung zeigt einen repräsentativen Querschnitt der rund 200 Scheiben und geht – auch mit Hilfe der experimentellen Archäologie – der spannenden Frage nach ihrer Deutung und Verwendung nach.

 

Paco Knöller
– Zeichnungen und Ölkreiden auf Holz
Bis 07. Februar 2021

In einer Kabinettausstellung präsentiert das Museum Ulm zum 70. Geburtstag Paco Knöllers neue grafische Arbeiten des aus Obermarchtal stammenden Künstlers, der heute zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern seiner Generation zählt. Schon während seines Studiums an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys erkannte Paco Knöller dass Potential der Zeichnung als ein „Ur-Instrument, die Welt zu erfragen und zugleich die eigene Welt zur Anschauung zu bringen“.

Paco Knöller wurde 1950 in Obermarchtal geboren. Er begann sein Studium 1972 bei Joseph Beuys und studierte bis 1978 an der Kunstakademie Düsseldorf. Ebenfalls im Jahr 1978 richtete ihm die Städtische Galerie Ravensburg die erste Einzelausstellung aus. Seitdem sind seine Arbeiten regelmäßig in führenden deutschen Museen gezeigt worden, wie der Nationalgalerie Berlin, der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, dem Sprengel Museum Hannover, der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe und dem Museum Hamburger Bahnhof Berlin. Von 2001 bis 2013 hatte er eine Professur an der Hochschule der Künste in Bremen inne. Paco Knöller lebt und arbeitet in Berlin.

 

Hans Gugelot
– Die Architektur des Design
Museum Ulm – HfG-Archiv
! Letztmals verlängert bis 28. Februar 2021

Der holländische Architekt Hans Gugelot (1920-1965) war in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ein führender Industriedesigner und Wegbereiter des Systemdesigns. Von 1954 bis zu seinem frühen Tod unterrichtete er an der legendären Hochschule für Gestaltung Ulm (HfG), zu deren Erfolg er mit seinen Produktentwürfen wesentlich beitrug. Am 1. April 2020 wäre er 100 Jahre alt geworden. Die Ausstellung des HfG-Archivs ist die erste umfassende Museumspräsentation zu Leben und Werk des Gestalters seit über 25 Jahren.

 

: Weitere Informationen finden Sie in der beigefügten Pressemitteilung sowie unter www.museumulm.de. Dort finden Sie Im Pressebereich unter https://museumulm.de/presse-downloads/ auch zusätzliches Text- und Bildmaterial zum Download.

Bildnachweise:

  • Steinscheiben aus der Grabung, 1960, Durchmesser max. 6,9 cm; Foto: Landesmuseum Württemberg, H. Zwietasch
  • Paco Knöller, der See, Bleistift und Farbstift auf Papier, 2004, Foto: Jochen Littkemann, Courtesy Galerie Thomas Schulte Berlin
  • Lois Hechenblaikner, Aus dem Bildband Ischgl (2), Farbfotogrrafie, 2004-2020, Courtesy by the artist
  • Hans Gugelot (sitzend) mit Entwicklungsgruppe, HfG Ulm, 1960, Foto: Wolfgang Siol, © HfG-Archiv-Museum Ulm
  • Joseph Beuys, sw-Fotografie, 1981 © Fotoarchiv Ruhrmuseum Essen, Foto: Jürgen Leiendecker, VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Marcel Hess M.A.C.A.
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