17. Juni bis 3. Oktober
Schloss Elisabethenburg, Marmorsaal


Der österreichische Expressionist Oskar Kokoschka (1886-1980) war von Mozarts „Zauberoper“ fasziniert. Kokoschka gehörte zu den während der NS-Zeit als „entartet“ diffamierten Künstlern. Aus seiner Emigration in England wählte er 1953 den Ort Vevey am Genfer See zu seinem Alterssitz; er wurde damit quasi Nachbar der Pianistin Clara Haskil, des Komikers Charly Chaplin und des Jahrhundertdirigenten Wilhelm Furtwängler. Bei einem Besuch Furtwänglers in seinem Atelier arbeitete Kokoschka gerade an dem monumentalen Thermopylen-Triptychon. Furtwängler war so beeindruckt, dass er Kokoschkas umgehend überredete, gemeinsam mit ihm Mozarts „Zauberflöte“ bei den Salzburger Festspielen zu realisieren. Kokoschka ließ der Stoff auch nach den erfolgreichen Salzburger Aufführungen nicht los. Zehn Jahre später folgte seine zweite Auseinandersetzung damit am Opernhaus in Genf. Als Dokumente der Auseinandersetzung Kokoschkas mit Mozarts Meisterwerk sind zahlreiche Skizzen, Bühnenbildentwürfe sowie Figurinen erhalten geblieben. Im Mittelpunkt steht dabei die von Kokoschka selbst angeregte Reproduktion seines Bühnenvorhangs für die Genfer Inszenierung: ein großformatiges, spektakuläres Dokument der kongenialen Künstlerbeziehung zwischen Mozart und Kokoschka. Weiter zu sehen sind Goethes eigene Bühnenzeichnung der Königin der Nacht sowie Szenenentwürfe Karl Friedrich Schinkels.

Die Ausstellung präsentiert Leihgaben u.a. aus dem Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg, dem Museum der Moderne, Salzburg, dem Goethe Nationalmuseum Weimar sowie aus Privatsammlungen.

Ausstellungsführungen mit Dr. Philipp Adlung, Direktor der Meininger Museen, werden angeboten an allen an den Aufführungstagen von Mozarts Zauberflöte im Staatstheater Meiningen während der Laufzeit der Ausstellung. Treff für die Führungen ist am Museumsshop, Teilnehmer zahlen 2 Euro zzgl. zur Tageskarte. Die Termine sind 17. Juni, Freitag; 7. Juli, Donnerstag; 15. Juli, Freitag; 20. September, Dienstag, und 24. September, Sonnabend, jeweils 17 Uhr, sowie 19. Juni, Sonntag und 2. Oktober, Sonntag, jeweils 11 Uhr.

Bildnachweis: awm – Axel Wirth, Meiningen; wn – Wolfgang Nickel, Georgenzell


Kulturstiftung Meiningen-Eisenach
Meininger Museen

Schlossplatz 1
98617 Meiningen
Tel: 03693 – 50 36 41
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