28. Oktober 2022 bis 27. August 2023
Niedersächsisches Landesmuseum Hannover


Der Duft von Zitronen, magisches Licht, verwunschene Landschaften: Sehnsuchtsort Italien! Lange bevor der Massentourismus das Reisen zur Normalität machte, pilgerten Adelige, reiche Bürgerliche und viele Künstler gen Süden. Die Ausstellung folgt ihnen in das Land ihrer Träume – zeigt aber auch den italienischen Blick auf die eigene Heimat. Piranesi, Ahlborn, Signac und Slevogt: Sie alle haben Landschaften, Licht und Leute Italiens auf ihre ganz eigene Weise eingefangen und damit persönliche Visionen ihres Sehnsuchtsorts geschaffen.

In der Ausstellung werden die Italienreisen exemplarisch anhand von Gemälden, Graphiken, Münzen und Plastiken aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Die Kunstwerke stammen aus fünf Jahrhunderten und zeigen einmal mehr die kunsthistorische Bandbreite und herausragende Qualität der Landesgalerie.

Seit der Renaissance machten sich junge Menschen auf in den Süden, zunächst vor allem Künstler und Adlige, seit dem 19. Jahrhundert auch Bürgerliche aus gehobenem Hause. Die angehenden Maler und Bildhauer gingen oft zu Fuß, um in Werkstätten berühmter Meister eine Lehre anzufangen. Für die meisten Angehörigen höherer Kreise war es aber eine Kavaliersreise mit größtmöglichem Komfort. Ihr Verkehrsmittel war das Pferd, bis sich im 18. Jahrhundert die Kutsche durchsetzte. Diese Bildungsreise nannte man »Grand Tour«, wovon sich unser heutiges Wort »Touristen« ableitet.

Getrieben von künstlerischer Neugierde suchten die Reisenden nach Inspiration, Freiheit und einem neuen Lebensgefühl. Im Zentrum der europäischen Kunst bewunderten sie antike Meisterwerke und wandelten auf den Spuren der alten Meister. Mitbringsel der »Grand Tour« waren mitunter reiche Kunstsammlungen – ein Versuch, das »dolce vita« in der Heimat zu konservieren.

Zitate

»Wir haben unsere Depots aktiviert und zeigen unter anderem Werke, die noch nie der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Es ist eine Leistungsschau der Landesgalerie, die mit ihrer Sammlung von Italienbildern zeigt, dass sie zu den großen deutschen Kunstsammlungen gehört«, so Prof. Dr. Katja Lembke, Direktorin des Landesmuseums Hannover.

»Unsere Stifterin hätte große Freude an dieser Italienausstellung, schon des Themas wegen. Vor allem aber zeigt diese Schau die hohe Qualität der Sammlung. Manches Werk wird sogar erstmals gezeigt, wurde aus dem Depot geholt und konnte mit Mittlen der Stiftung restauriert werden«, so Dr. Konrad Deufel, Vorstand der RHH-Stiftung.

»Nach Italien. Eine Reise in den Süden« steht unter der Schirmherrschaft seiner Exzellenz Armando Varricchio, des Botschafters der Italienischen Republik in Berlin.

Gefördert wird die Ausstellung durch die RHH-Stiftung und das Italienische Generalkonsulat in Hannover.

Die Schau findet in Kooperation mit der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft e.V. statt.

Informationen zur Ausstellung

Werke in der Ausstellung

Gemälde: 70
Münzen: 40
Plastik: 1 Skulptur und 1 Büste
Graphik: 15

Der Begleitband zur Ausstellung kann im Museumsshop für 19,90 € erworben werden.

Begleitprogramm (Auszug)

Kuratorinnenführung
Donnerstag, 3.11.2022 | 18:00-19:30
»Nach Italien«
Die Führung führt vorbei an Werken von Piranesi, Ahlborn, Signac, Slevogt sowie Teilen der Kunstsammlung August Kestners und zeigt Licht, Landschaft und Kultur Italiens, die schon seit jeher Reisende in den Süden gelockt haben.
Dr. Thomas Andratschke + Dr. Antje-Fee Köllermann
Mit Anmeldung: geschaeftsfuehrung@freunde-landesgalerie.de
3 € I Landesgaleriefreunde kostenlos

Vortrag
Donnerstag, 9.11.2022 | 18:00
Hermann Kestners Reise nach Italien – Ein neu entdecktes Tagebuch in der Stadtbibliothek Hannover
1831 reiste der Jurastudent Hermann Kestner nach Rom. Hier sollte er für eineinhalb Jahre zusammen mit seinem Onkel, dem hannoverschen Legationsrat am Heiligen Stuhl, August Kestner (1777 – 1853 ), leben und arbeiten. In seinem Tagebuch hält Hermann Kestner seine Eindrücke von der Landschaft, der Architektur und den Begegnungen während der Reise fest.
Vortrag: Dr. Thorsten Henke, Stadtbibliothek Hannover
Mit Anmeldung: geschaeftsfuehrung@freunde-landesgalerie.de
3 € I Landesgaleriefreunde kostenlos

Workshop
Sonntag 13.11.2022 | 14:00-17:00
Die Entdeckung der Perspektive
In der Renaissance entdeckte die Kunst die Perspektive. Anhand von Gemälden der italienischen Meister sollen verschiedene Möglichkeiten der Perspektive im Bild erklärt und selbst ausprobiert werden.
Brigitte von Wintzingerode
Mit Anmeldung
Sonderausstellungseintritt + 2,50 €

Vortrag
Donnerstag, 1.12.2022 | 18:00
»… so bringen wir noch in Hannover so viel zusammen, um den Geschmack zu wecken«
August Kestner als Kunstkenner und Sammler in Rom Der Jurist August Kestner (1777 – 1853 ) verbrachte als Legationsrat und Ministerresident 4 | 4 am Heiligen Stuhl 36 Jahre seines Lebens in Rom. Während dieser Zeit pflegte er enge Künstler- und Wissenschaftlerfreundschaften, die sich insbesondere im Kreis der sog. »Deutsch-Römer« sowie im von ihm mitbegründeten »Istituto di Corrispondenza Archeologica« abspielten. Im Mittelpunkt des Vortrags steht Kestner als Sammler von Malerei und Förderer einzelner Künstler. Am Beispiel einzelner Künstlerfreundschaften wird Kestners aktive Einflussnahme auf den Kunstmarkt und die Förderung von Künstlern umrissen.
Vortrag: Dr. Viola Siebert, Museum August Kestner
Mit Anmeldung: geschaeftsfuehrung@freunde-landesgalerie.de
3 € I Landesgaleriefreunde kostenlos

Vortrag
Donnerstag, 8.12.2022 | 16:30
Mein Lieblingsstück: Eine »Muse« aus Italien
Was verbindet das Landesmuseum Hannover mit der Hadriansvilla bei Tivoli und dem Prado? Es sind die Musen, Töchter des Zeus und der Mnemosyne (»Erinnerung«). Aber handelt es sich bei der sitzenden Frau in Hannover wirklich um eine Göttin? Wir gehen dieser Frage gemeinsam nach und reisen im Gespräch nach Italien, Madrid und nach Derneburg.
Vortrag: Prof. Dr. Katja Lembke
Mit Anmeldung: geschaeftsfuehrung@freunde-landesgalerie.de
3 € I Landesgaleriefreunde kostenlos

Vortrag + Konzert
Donnerstag, 15.12.2022 | 18:00
Spurensuche. Schicksale jüdischer Sammler und Künstler
Dr. Claudia Andratschke gibt Einblick in die kunsthistorische Sammlung des Landesmuseums anhand ausgewählter Recherchen und beleuchtet die Schicksale der mit den Kunstwerken verbundenen jüdischen Künstlerinnen, Mäzene und Sammler*innen. Als musikalische Darbietung erwartet die Gäste ein Konzert des israelischen Pianisten Ofer Stolarov und des schwedischen Baritons Hektor Palmer Nordfors, die Musik aus der Zeit Max Liebermanns wieder aufleben lassen.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Villa Seligmann und den Freunden der Landesgalerie Hannover e. V. statt.
Dr. Claudia Andratschke, Vortrag + Ofer Stolarov, Klavier + Hektor Palmer Nordfors, Bariton
Karten sind in der Villa Seligmann im VVK erhältlich
18 € | Ermäßigt 8 €

Eintritt Sonderausstellung »Nach Italien«
10 € | ermäßigt 8 € | Familien 20 € inklusive Sammlungen

Bildnachweis: Carlo Grubacs, Der Dogenpalast in Venedig um 1860, Öl auf Leinwand, Dauerleihgabe der Stadt Hannover © Landesmuseum Hannover


Niedersächsisches Landesmuseum Hannover
Willy-Brandt-Allee 5
30169 Hannover
landesmuseum-hannover.de

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