NO
26. April bis 6. Juli 2025
Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
Eröffnung: 25. April 2025,19Uhr
Pressevorbesichtigung: 23. April 2025, 12Uhr
Am 25. April eröffnet im Berliner Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien die Gruppenausstellung No, die einen experimentellen, interdisziplinären Ansatzverfolgt, da sie von Journalisten organisiert-und kuratiert-wird.
Teilnehmende Künstler:innen:
SUPERFLEX(Dänemark), Pilvi Takala (Finnland), Stine Mary Jacobsen(Deutschland/Dänemark), Gülsün Karamustafa (Türkei), Christina Lucas(Spanien), Fernando Sánchez Castillo (Spanien), Alexandr Zapol (Lettland), Pavel Otdelnov, Alisa Yoffe, Alexey Dubinsky, Alexander Gronsky (Russland).
Initiiert und organisiert wird No von Meduza, dem größten unabhängigen russischen Medienunternehmen, das seit mehr als einem Jahrzehnt im Exil arbeitet und in Russland verboten ist. Die Ausstellung zeigt, wie zerbrechlich die Institution der unabhängigen Medien ist und wie wichtig es ist, sie nicht als selbstverständlich hinzunehmen. Sie erzählt auch die Geschichten der Menschen, die hinter den unabhängigen Medien stehen-gewöhnliche Menschen, die sich in außergewöhnlichen Umständen wiedergefunden haben und durch ihre Berichterstattung die Geschichte mitgestaltet haben.
Die Perspektiven der Künstler:innen verleihen der Ausstellung eine zutiefst emotionale und eindringliche Ebene, die den Gedanken verstärkt, dass diese Ausstellung ein Spiegelbild der Welt ist, in der wir alle leben. Darüber hinaus dient No auch als Warnung. Russland ist ein Beispiel dafür, was passiert, wenn Grundrechte und Freiheiten Schritt für Schritt unterdrückt werden-und zu welch katastrophalen Folgen, die Tausende von Menschenleben kosten, dies führen kann.
Die Ausstellung befasst sich auch mit Themen, die in der gegenwärtig zerrütteten Welt noch nie so relevant und zeitgemäß waren: Ziviler Widerstand, Zensur, Polarisierung, Angst, Diktatur, Krieg, Exil, Einsamkeit-und Hoffnung, die Kraft, die Menschen für das kämpfen lässt, woran sie glauben und was sie lieben.
Die Erzählung der Ausstellung gliedert sich in zwei Teile: die Werke internationaler Künstler:innen und ein dokumentarisches Videoprojekt, das speziell für die Ausstellung in Auftrag gegeben wurde. Die Besucher:innen können auch an einer Führung teilnehmen, und es wird ein zusätzliches Programm mit Podiumsdiskussionen angeboten.
Einige Teilnehmer:innen des Dokumentarfilms sowie mehrere Künstler:innen und Teammitglieder bleiben aufgrund von Sicherheitsrisiken anonym. Angesichts der Bedrohungen, denen unabhängige Journalist:innen, Künstler:innen und diejenigen, die an Projekten arbeiten, die autoritäre Regime kritisieren, ausgesetzt sind, wird die Anonymität zu einer notwendigen Maßnahme, um ihre Sicherheit zu gewährleisten und ihre Arbeit fortsetzen zu können.
ÜBER MEDUZA
Meduza wurde 2014 von einem Team von Journalist:innen gegründet, die beiLenta.ru arbeiteten. Lenta war bis 2014 das größte Medium in Russland, als einige Wochen vor der Annexion der Krim die Redaktion von Lenta von den russischen Behörden zerstört wurde und das gesamte Team das Land verließ. Meduza ist inzwischen wieder das größte unabhängige russische Medienunternehmen mit geschätzten 15 Millionen Zuschauern auf allen Plattformen, von denen sich die meisten in Russland befinden. Trotz der Einstufung als „ausländischer Agent“(diese Maßnahme zerstörte das Geschäftsmodell der Redaktion), der Sperrung und der Einstufung als „unerwünschte Organisation“ berichtet Meduza weiterhin vor Ort und versorgt seine Leser in Russland und in der ganzen Welt mit Nachrichten.
Editor-in-Chief
Ivan Kolpakov
Bildnachweis: Photo copyright: Meduz
Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
Mariannenplatz 2
10997 Berlin