11. Oktober bis 22. November 2026
Kunstverein Neuhausen


Künstlerische Perspektiven auf den Lebensraum „Erde“ im Kontext von Geopolitik und Klimakrise

Mit der Gruppenausstellung «ONE EARTH» setzt der Kunstverein Neuhausen seine langjährige Auseinandersetzung mit der Schnittstelle von zeitgenössischer Kunst und ökologischen Transformationsprozessen fort.
Im Zentrum steht die Erde als planetarer Lebensraum und als lebendige Substanz, die ausgebeutet, verletzlich und zugleich von faszinierender Vielfalt ist. Die Ausstellung bringt wissenschaftliche Erkenntnisse mit künstlerischen Perspektiven und Fiktionen zusammen. Sie lädt dazu ein, vertraute Vorstellungen zu hinterfragen, neue Zusammenhänge zu entdecken und die Erde nicht nur als abstrakten Planeten, sondern als materiellen, komplexen und miteinander verbundenen Lebensraum wahrzunehmen.
Die beteiligten Künstler:innen und Wissenschaftler:innen schaffen Erfahrungsräume, in denen Wissen nicht nur vermittelt, sondern auch sinnlich und emotional erfahrbar wird. 


Kunst und Wissenschaft im Dialog

Die acht zeitgenössischen Künstler:innen – Rodrigo Arteaga, Anna Ingerfurth, Marie Lienhard, Christl Mudrak, Oliver Ressler, Monika Schaber, Anita Stöhr Weber und Linda Weiß sowie die kollaborierenden Wissenschaftler Massimiliano Mollona (Filmer, Anthropologe, Universität Bologna) und Leander Weber (Biologe, Universität Hohenheim, Stuttgart) – arbeiten mit einem erweiterten Verständnis von Nachhaltigkeit. Sie orientieren sich an den 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der UN-Agenda 2030. Ihre forschungsbasierten, prozesshaften und häufig systemkritischen Arbeiten machen komplexe ökologische und gesellschaftliche Zusammenhänge erfahrbar. Abstrakte Nachhaltigkeits- und Klimamodelle, Satellitendaten oder materielle Bodenproben werden dabei in visuelle, körperliche und handlungsbezogene Erfahrungsräume übersetzt. Wie eng ökologische Fragen mit politischen und wirtschaftlichen Interessen verbunden sind, zeigen beispielsweise die interdisziplinären Recherchen der Filmemacher Massimiliano Mollona und Oliver Ressler. In ihrer Videoarbeit „The Labour that Remains” (2026) untersuchen sie die Verflechtungen zwischen Geopolitik und fossiler Industrie und machen die Ausbeutung von Ressourcen und Arbeitskräften sichtbar, die daraus hervorgeht.

Ergänzt werden die zeitgenössischen Positionen durch dokumentarische Schwarz-Weiß-Fotografien des US-amerikanischen Earth-Art-Pioniers Dennis Oppenheim (1938–2011) aus den Jahren 1968 bis 1977. Seine Arbeiten verweisen auf die Anfänge eines wachsenden ökologischen Bewusstseins in den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren – eine Zeit, in der unter anderem der Club of Rome mit seinem Bericht von 1972 die Grenzen des Wachstums öffentlich zur Diskussion stellte.

Das «Erdlabor» – Erde entdecken und erforschen

Ein zentraler Bestandteil von «ONE EARTH» ist das begleitende Vermittlungsprogramm. Im KVN-Projektraum entsteht in Zusammenarbeit der Künstlerin Linda Weiß (Blockadia Tiefsee) mit dem Biologen Leander Weber (Universität Hohenheim) ein sogenanntes «Erdlabor». Das partizipative Projekt richtet sich in Kooperation mit örtlichen Schulen und Bildungseinrichtungen insbesondere an Kinder und Jugendliche. Im Mittelpunkt steht die Erde als faszinierender Lebensraum, und dabei vor allem die kaum sichtbare Welt der Mikroorganismen.

Herzliche Einladung zum WALDSPAZIERGANG

Im Rahmen unserer Ausstellung „ONE EARTH“ laden wir Sie herzlich zu einem ganz besonderen Naturerlebnis ein!
Gemeinsam mit dem Biologen Leander Weber und der Künstlerin Linda Weiß untersuchen wir den unmittelbaren Lebensraum des KV NEUHAUSEN – den Sauhag und den Horber Wald. 

Im Fokus stehen die eigene Wahrnehmung, Beobachtungen vor Ort und die Frage: Welche ökologischen Zusammenhänge werden direkt unter unseren Füßen für uns erfahrbar?
Im Anschluss an den Spaziergang besuchen wir gemeinsam das interaktive Erd-Labor im Projektraum des Kunstvereins.

Sonntag, 11. Oktober 2026 um 14:30 Uhr
Sonntag, 25. Oktober 2026 um 14:30 Uhr

Treffpunkt: KVN PROJEKTRAUM, Rupert-Mayer-Straße 68 B, 73765 Neuhausen/Fildern
Teilnahme: kostenfrei!
Plätze: Begrenzte Teilnehmerzahl (max. 10 Personen pro Termin).
Wichtig: Bitte melden Sie sich vorab per E-Mail an unter: kv.neuhausen@gmail.com


In Zusammenarbeit mit der Galerie Imke Valentien, Stuttgart und Ilona Keilich, EXOgallery, Stuttgart. Grafik: Prof. Ulrich Cluss, Stuttgart/Berlin.

Mit freundlicher Unterstützung:
Kommune Neuhausen, Regierungspräsidium Stuttgart, Rotary Club Stuttgart-Filder und Stiftung der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen.

Bildnachweis: Massimiliano Mollona & Oliver Ressler, “The Labour that Remains”, Video-Installation, 2026 © Mollona © Ressler Geopolitik, Ausbeutung Ressourcen, Rassismus, Umweltzerstörung.


KVN PROJEKTRAUM
(Kapelle) Rupert-Mayer-Straße 68 B, 73765 Neuhausen/Fildern 
Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag, 14 – 18 Uhr und nach Vereinbarung: kv.neuhausen@gmail.com   https://kvnneuhausen.com

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