23. Februar 2025 bis 11. Januar 2026
Museum Kunst der Westküste


Aus dem Artist-in-Residence-Programm des MKdW wurden zwei Künstler ausgewählt, die mit sehr unterschiedlichen Techniken arbeiten, aber eine große Begeisterung teilen: die intensive Auseinandersetzung mit der Natur.

Der deutsche, in Hamburg lebende Maler Jochen Hein (* 1960) sowie der argentinische, in Berlin tätige Installationskünstler Miguel Rothschild (* 1963) loten in ihren Werken das Verhältnis von Mensch und Natur neu aus. Die Landschaft wird zur bestimmenden Größe. Oftmals lässt sich nicht sagen, ob es eine Natur vor oder nach den Menschen ist – jegliche zivilisatorische Zeugnisse fehlen in ihr und erschweren damit, die reale Größe der Landschaft zu ermessen.

Die Künstler begeistern sich für alle Witterungsphänomene – Stürme überziehen das Land, Nebel steigen auf, Wolken regnen sich ab, Sonnenstrahlen dringen durch Laubwerk. Immer wieder werden neue atmosphärische Stimmungen in den oftmals monumentalen Bildformaten eingefangen. Gerade die schnellen Wetterwechsel, denen die Natur auf Föhr ausgesetzt ist, bilden einen Motivkreis. Oft scheint es, als würden die Bildräume über ihre realen Begrenzungen ausgreifen. Jochen Hein arbeitet zudem in Serien, um die tageszeitlichen Veränderungen zu visualisieren, die dem Land, dem Meer und dem Himmel immer wieder eine andere Ausdruckskraft verleihen. Demgegenüber bricht Rothschild die Bildoberflächen auf, durchlöchert sie sogar oder fügt ihnen Brandstellen hinzu. Die Betrachtenden werden gefordert, sich ihrer Beziehung zur Urkraft der Natur im Wissen um die sich dramatisch verändernden klimatischen Bedingungen zu stellen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. 

Artist-in-Residence

Im Rahmen seines Artist-in-Residence-Programms lädt das Museum Kunst der Westküste bildende Künstler*innen – national wie international – ein und bietet ihnen die Möglichkeit, eine Doppelhaushälfte unter Reet als Wohnung und Atelier in Alkersum für freie kreative Arbeit zu nutzen. Die Kunstschaffenden sind an keine Auflagen gebunden. Ihr bisher geschaffenes Werk sollte lediglich eine Verbindung zum Museumsprofil aufweisen. Die Aufenthalte können – je nach individueller Absprache – unterschiedlich lang sein und sich auch je nach Arbeitsstand wiederholen. Damit verfolgt das MKdW das Ziel, neue hochkarätige Kunst auf Föhr entstehen zu lassen. Dies gelingt seit Eröffnung des MKdW im Jahr 2009 unter Beteiligung von bisher 35 Künstler*innen, mit großem Erfolg.

Mit positivem Zuspruch vieler Kunstschaffender und Museumsgäste entwickelte das MKdW aus dem Programm heraus ein eigenes Ausstellungsformat unter dem Titel Made on Föhr. Dieses Label steht für eine Ausstellungsreihe, die neue und interessante Dialoge zwischen den hier entstandenen künstlerischen Positionen eröffnet und den Kunstschaffenden eine attraktive Bühne im MKdW bietet.

So entstand auch das Ausstellungsprojekt Über das Sichtbare hinaus, für das zwei Künstler ausgewählt wurden, die sich mit ähnlichen Themen auseinandersetzen, sich aber sehr unterschiedlicher Techniken bedienen.

Bildnachweis: Jochen Hein, Brandung, 2023, Acryl auf Baumwolle, © Courtesy of the artist


Museum Kunst der Westküste
Det Paulsen Legaat gemeinnützige GmbH
Hauptstraße 1 · 25938 Alkersum
Telefon +49 4681 74740-0
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