ISAAC CHONG WAI: DIE MÜTTER
21. Januar — 15. März 2026
Kollwitz Museum Köln
Bildstörung + Live-Performance
Köln. Ein Kollwitz-Bild erwacht zum Leben: Arme, die einander schützend umfangen, Hände, die tröstend nach dem Gegenüber fassen, Körper, die sich gegenseitig stützen. Dicht gedrängt bewegen sich die Performer:innen langsam im Kreis. Trauer- und Wiegenlieder singend, verweben sich ihre Leiber zu einem großen Gebilde, skulpturengleich.
Vom 21. Januar bis 15. März 2026 ist diese eindringliche Choreografie des Künstlers Isaac Chong Wai als Videoinstallation im Kollwitz Museum Köln zu sehen – zur Eröffnung der neuen Ausstellungsreihe »Bildstörung« mit einer Live-Performance am 21. Januar 2026 um 19 Uhr.
Isaac Chong Wai: Die Mütter (2022)
Inspiriert von Käthe Kollwitz´ Holzschnitt »Die Mütter« (1921/1922) hat Isaac Chong Wai (*1990) einhundert Jahre nach dessen Entstehung eine eindrückliche Choreographie für eine Videoinstallation entwickelt.
»Ich war fasziniert von der Arbeit (Kollwitz´ Holzschnitt ›Die Mütter‹) — vom Ausdruck, von der Emotion, all diese Dinge. Und ich dachte mir: Das sieht ganz wie eine Performance aus, wie eine Choreografie. Also habe ich mich entschlossen, eine neue Arbeit zu produzieren, die zunächst als eine Zweikanal Videoarbeit herauskam […] und nun als Performance aufgeführt wird.«, so Isaac Chong Wai im Gespräch mit Emily McDermott, 2022.
Der Künstler thematisiert darin, ebenso wie Kollwitz, Mutterschaft und den Ur-Instinkt, die eigenen Kinder zu beschützen, Verlust, Tod und Trauer, aber auch Widerstand, Protest und Zusammenhalt. Dabei überführt er Kollwitz´ Themen aus ihrem historischen Kontext heraus in einen gegenwärtigen und transnationalen Diskurs, der sowohl die Vergangenheit als auch das Heute miteinschließt.
Isaac Chong Wai
Diekünstlerische Praxis von Isaac Chong Wai (*1990) ist geprägt von einem konzeptuellen, performativen und politischen Ansatz. Poetisch und zugleich kritisch setzt sich der in Berlin und Hongkong lebende Künstler mit gesellschaftlich-globalen Gegebenheiten, historischen Ereignissen und zwischenmenschlichen Interaktionen auseinander. Auf dem schmalen Grat zwischen Individuum und Kollektiv untersucht er die Verletzlichkeit des Körpers, Traumata sowie die inhärente Gewalt sozialer Systeme und entwirft alternative Vorstellungen von menschlichen Beziehungen.
In den vergangenen Jahren nahm er an zahlreichen internationalen Ausstellungen teil, unter anderem an der 60. Biennale von Venedig 2024 und der 22. Biennale Sesc_Videobrasil in São Paolo 2023. Seine Werke sind in namhaften internationalen Sammlungen vertreten. Seit 2025 befindet sich seine Videoarbeit »Die Mütter« (2022) auch in der Sammlung des Kollwitz Museum Köln.
Bildstörung
In unserer neuen Ausstellungsreihe »Bildstörung« zeigen wir ab 2026 Positionen von Künstler:innen, die auf unterschiedliche Weise mit den Werken Kollwitz´ interagieren. Eingebettet in die Sammlungspräsentation und in direkter Gegenüberstellung werden einerseits Parallelen sichtbar, gleichzeitig werden gewohnte Sichtweisen aufgebrochen, neue Assoziationen zugelassen und Diskurse erweitert.
Die Videoinstallation »Die Mütter« (2022) von Isaac Chong Wai ist die erste Bildstörung in dieser Reihe.
Bildnachweis: Isaac Chong Wai, Die Mütter (2022) © Victoria Tomaschko, ifa-Institut für Auslandsbeziehungen. Courtesy of Blindspot Gallery & Zilberman
Käthe Kollwitz Museum Köln
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