LIGHT DIALOGUES – WERKE AUS DEM SCHAUWERK SINDELFINGEN
13. Juni 2026 bis 14. Januar 2027
Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna
PRESSERUNDGANG: 11. JUNI 2026, 11 UHR
ERÖFFNUNG: 12. JUNI 2026, 19 UHR
in Anwesenheit von Maurizio Nannucci als Ehrengast
Mit LIGHT DIALOGUES präsentiert das Zentrum für Internationale Lichtkunst (ZFIL) in einem 25. Jubiläumsjahr 2026 eine Ausstellung, die sich konsequent dem zentralen Medium des Hauses widmet: dem Licht selbst. Im Fokus stehen dabei die gestalterischen und technischen Mittel, mit denen Künstler:innen Licht einsetzen, um Wirkung, Atmosphäre und Bedeutung zu erzeugen. In Kooperation mit dem SCHAUWERK Sindelfingen versammelt sie Werke von John M. Armleder (CH), Martin Creed (GB), Tracey Emin (GB), Dan Flavin (US), Jeppe Hein (DK), Lori Hersberger (CH), Astrid Klein (DE), Brigitte Kowanz (AT), François Morellet (FR), Maurizio Nannucci (IT) und Keith Sonnier (US) und bringt sie in einen vielschichtigen Dialog.
Rund 20 ikonische Arbeiten treten in Beziehung zueinander und machen unterschiedliche künstlerische Strategien im Umgang mit Licht sichtbar. Historische Schlüsselwerke begegnen zeitgenössischen Positionen und eröffnen neue Blickwinkel auf ein Medium, das gleicher maßen technisch geprägt wie sinnlich erfahrbar ist. In drei thematischen Schwerpunkten zeigt die Ausstellung, wie Licht Form und Raum modelliert, wie farbiges Licht Wahrnehmung und Stimmung beeinflusst und wie leu chtende Schrift Bedeutung generiert. So entsteht ein komplexes Geflecht aus formalen, technischen und inhaltlichen Bezügen.
FORM, FARBE, ZEICHEN – DREI ZUGÄNGE ZUM LICHT
Die Ausstellung gliedert sich in drei Themenräume, die grundlegende künstlerische Strategien im Umgang mit Licht untersuchen: Form, Farbe und Zeichen.
Der Bereich Form konzentriert sich auf Licht als strukturierendes Element. Die Werke betonen mit der Reduktion auf ausschließlich weißes Licht die formale Erscheinung und lenken die Wahrnehmung auf Linienführung, Geometrie und räumliche Beziehungen. Ohne die Ablenkung durch Farbreize treten Rhythmus, Kontur und architektonische Bezüge in den Vordergrund. Die Lichtskulptur „Changing Neon Sculpture“ von Jeppe Hein erinnert z. B. trotz fehlender typischer Farben an Rubiks Zauberwürfel. Die Arbeit besteht aus 27 Neon Würfeln, die in einer Gitterstruktur zusammengefügt einen größeren Würfel bilden, der sich in stetiger Veränderung befindet und in seiner Erscheinung auf die Besuchenden reagiert.
Im Raum Farbe herrscht Vielfarbigkeit: Ein breites chromatisches Spektrum entfaltet sich, in dem Künstler:innen die Farbe des Lichts gezielt einsetzen, um Kontraste, Übergänge und Harmonien zu erzeugen. Durch den bewussten Umgang mit Licht und Farbe schaffen sie Stimmungen, wecken Emotionen und lenken die Wahrnehmung der Betrachtenden. Die intensiv farbigen Arbeiten von Dan Flavin z.B. lassen die Betrachtenden durch ihre Lichtwirkung selbst zum Teil des Werks werden. Sie setzen Raum und Objekte zueinander in Beziehung und lösen die Farbe aus der Zweidimensionalität der Malerei. Der Amerikaner ist erstmals mit gleich drei Positionen im ZFIL zu sehen.
Im größten Ausstellungsraum verdichten sich sprachliche Zeichen und visuelle Ebenen. Die großformatigen Neonarbeiten von Maurizio Nannucci strukturieren den Raum zwischen den sieben Meter hohen Pfeilern als Abfolge von Aussagen und Gegenbehauptungen. Fünf unterschiedlich farbige Statements wie WHAT TO SEE WHAT NOT TO SEE oder WHAT TO LOVE WHAT NOT TO LOVE mit jeweils über 3 Metern Höhe fügen sich in den monumentalen Raum und eröffnen ein Spannungsfeld zwischen Entscheidung und Ambivalenz. Licht fungiert hier als Medium, das Bedeutung nicht festschreibt, sondern in Bewegung hält.
BEGEGNUNG ZWEIER SAMMLUNGEN: DIALOG ALS PRINZIP
Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem SCHAUWERK Sindelfingen und der Sammlung Schaufler. Die Leihgaben treten in einen Dialog mit den Räumen des ZFIL sowie im Rahmen der obligatorischen Führungen auch mit der Sammlung des Museums.
Der Titel LIGHT DIALOGUES verweist auf ein vielschichtiges Beziehungsgefüge: zwischen den Werken, zwischen zwei Institutionen sowie zwischen Kunst, Raum und Betrachtenden. In der Auseinandersetzung mit den Werken werden so Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Zusammenhänge deutlich, die den Dialog für die Betrachtenden öffnen und so den Austausch der Werke über die Schwerpunkte hinaus weiter anregen.
Anders als frühere Präsentationen, die häufig auf Rauminstallationen fokussierten, setzt diese Ausstellung bewusst auf Verdichtung. Die unmittelbare Begegnung mehrerer Werke eröffnet neue Resonanzen und macht Licht nicht als isoliertes Phänomen, sondern als relationales Medium erfahrbar, das sich besonders im Zusammenspiel entfaltet.
ZENTRUM FÜR INTERNATIONALE LICHTKUNST (ZFIL)
Das Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna zeigt seit seiner Gründung 2001 in den Gewölben der ehemaligen Lindenbrauerei ein weltweit einzigartiges Ausstellungsprogramm, das sich ausschließlich auf die Präsentation von Lichtkunst fokussiert. Neben wechseln den Ausstellungen umfasst es eine hochkarätige Dauerausstellung mit eigener Sammlung internationaler Lichtkunst sowie eigens für die Räume entwickelte Installationen. Von Beginn an werden wegweisende Positionen versammelt und ortsspezifische, immersive Ausstellungswelten geschaffen.
Bildnachweis: Martin Creed, DON‘T WORRY (Work No. 291), 2003, Gasentladungslampen (Neon), Stromkabel, Transformatoren, SCHAUWERK Sindelfingen © VG-Bild Kunst, Bonn 2026, Foto: Frank Kleinbach
Zentrum für Internationale
Lichtkunst Unna
Lindenplatz 1 | 59423 Unna
www.zfil.de