26. Juli – 8. November 2026
Kunsthaus Kaufbeuren


Eröffnung am Sa, 25. Juli, 16 Uhr

Das Kunsthaus Kaufbeuren zeigt die erste institutionelle Einzelausstellung der in Berlin lebenden Künstlerin Julia Lübbecke im süddeutschen Raum. Julia Lübbecke arbeitet mit skulpturalen Installationen, Fotografie, Text sowie Video und performativen Elementen. Ihre künstlerisch-forschenden Projekte nehmen ihren Ausgang meist in Archiven oder Bibliotheken. Archivmaterialien und Reproduktionen befragt sie kritisch daraufhin, wie sich Machtverhältnisse sowohl in Archive als auch in Körper einschreiben. In ihren Recherchen zur Darstellung feminisierter Arbeit, zu historischer Kontinuität institutioneller Gewalt in der Medizin oder über das Recht auf körperliche Selbstbestimmung interessiert sie insbesondere das Verhältnis zwischen den informativen und den emotionalen oder auch affektiven Dimensionen von Wissen. Die umfangreiche Einzelausstellung „Zärtlichkeit, Zins & Zusammenbruch“ zeigt erstmals drei fortlaufende Werkreihen gemeinsam: „Kleber und Falten“ (seit 2023), „Weiche Knie“ (seit 2021) und „Slight Discomfort“ (seit 2017). Dafür adaptiert die Künstlerin die Installationen spezifisch für den Raum und entwickelt sie weiter, sodass diese im Ausstellungsraum in ihren Bezügen und Verweisen zueinander lesbar werden. 

Julia Lübbecke (*1989 in Gießen) lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte an der Koninklijke Academie voor Schone Kunsten in Antwerpen, der Akademie für Kunst, Architektur und Design in Prag sowie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Für ihre künstlerische Praxis wurde sie mit dem IKOB-Kunstpreis für feministische Kunst 2019 ausgezeichnet und erhielt Stipendien des Berliner Senats sowie der Stiftung Kunstfonds. 2022 war sie Dorothea Schlegel Artist in Residence der Freien Universität Berlin. Jüngste Auftragsarbeiten entstanden für das Deutsche Hygiene-Museum Dresden (2024) und das Kulturbüro der Stadt Hannover (2025). International hat sie unter anderem im Museo de la Memoria y los Derechos Humanos in Santiago de Chile, beim Busan International Photography Festival und im IKOB – Museum für zeitgenössische Kunst in Eupen ausgestellt. Seit 2019 ist sie Teil des Kollektivs otc – observant thick conversation.

Ihre Praxis umfasst skulpturale Installationen, Fotografie, Text, Video und performative Elemente. Im Zentrum steht das Verhältnis von Körper, Institution und Affekten – und die Frage, wie sich gesellschaftliche Machtstrukturen in Institutionen und Körper einschreiben. Im Sinne des „subjektiven Archivs“ destabilisiert sie hierarchische Machtstrukturen und stellt die vermeintliche Objektivität des Archivs als Institution grundlegend in Frage.

Kuratiert von Lisa Britzger.

Bildnachweis: Julia Lübbecke  „Kleber und Falten“, 2023, Foto: Dorothea Dittrich


Kunsthaus Kaufbeuren
Spitaltor 2
87600 Kaufbeuren
T 08341 86 44
mail@kunsthaus-kaufbeuren.de
www.kunsthaus-kaufbeuren.de

Öffnungszeiten Mi – Fr, 11 – 17 Uhr
Sa & So, 11 – 18 Uhr

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