22. Januar – 26. Februar 2022

THOMAS REHBEIN GALERIE, Köln


Die Thomas Rehbein Galerie präsentiert die erste Einzelausstellung der niederländischen Künstlerin Anya Janssen. In der Ausstellung sind unter anderem Zeichnungen und Malereien aus den Serien „Cloud-Dwellers“ und „People Say I’m Different“ zu sehen.

“I’m a storyteller, a collector of souls and perhaps even a stalker. My projects start with a longterm and intimate relationship with my subject. I always work in series, two to five years on one project. […] I’m really fascinated by human beings: their emotions, thinking, behavior… I want to get under their skin. The people I paint always seem to be in transition or standing at a crossroad. It’s really mysterious, but I’m always led to an encounter ‘meant to be’.”
– Anya Janssen

Anya Janssens Portraits scheinen wie Vermittler aus einer anderen Sphäre. Begleitet von Auren, die aus Farbspektren entstehen, umgibt die Protagonist*innen ein Schleier des Geheimnisses, welches die Malerin entdeckt, jedoch nicht aufdeckt. Die Gemälde und Zeichnungen geben Hinweise auf das, was intellektuell nicht erkennbar, jedoch spürbar ist. Wenn sie malt, verpflichtet sich Janssen ganz ihrem Gegenüber, es wird ein Teil ihrer Selbst. Die Gemälde sind Seelenstudien und Psychogramme, die durch das virtuose Kolorit in stetiger Bewegung und Metamorphose zu sein scheinen. Der raue Realismus der Charaktere gegen und mit der surrealen Sinnlichkeit in ihrer Erscheinung schafft eine Diskrepanz, durch die sich schlussendlich die Geschichte aus den Bildern heraus entwickelt. „We were born in your world, but you will die in ours”, ist eines der Graffiti-Zitate aus Janssens Sammlung (gefunden auf einer Mauer in Berlin), das die Künstlerin zur Serie „Cloud-Dwellers“ inspirierte. Wie aus den Wolken gefallene Wesen, stehen für Anya Janssen ihre Portraitierten für eine hoffnungsvolle Zukunft – für eine Zuversicht, die gefunden werden kann im vorübergehenden und unsicheren Charakter unserer aller Existenz. Dargestellt in teils dystopischen Szenarien haben sie keine Angst vor zersplitterten Weltbildern und gegensätzlichen Meinungen. Sie posieren kühn und mit bescheidener Tapferkeit, ein unnatürliches Licht fällt auf ihre jungen Körper. Träumerisch und irreal anmutend, stark und zerbrechlich zugleich, tragen sie eine subtile, weiche Art von Kraft in sich, mit der sie es zu vermögen scheinen, die Welt um sich herum zu verändern.

Bildnachweis: Anja Janssen, Little Sister 2, 2021, Curiosity of the artist


Thomas Rehbein Galerie
Aachener Straße 5
50674 Köln
Tel: +49(0)221 3101000
art@rehbein-galerie.de
www.rehbein-galerie.de

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