4. November 2025 bis 11. Januar 2026
Kommunales Kino Freiburg

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Spuren sowjetischer Vergangenheit

Das Ausstellungsprojekt wurde vom Zwetajewa-Zentrum an der Universität Freiburg e. V. organisiert, es findet im Rahmen des interdisziplinären Projekts FEAR-LESS-HOPE statt und wird durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland gefördert.

Der Völkermord an den im Osmanischen Reich lebenden Armeniern während des Ersten Weltkriegs, dem bis zu 1,5 Millionen Menschen zum Opfer fielen, ist der erste große Genozid im 20. Jahrhundert. Dieses Trauma ist bis heute nicht aufgearbeitet, und es bestimmt bis heute das kollektive Gedächtnis des armenischen Volkes. Viel weniger bekannt ist, dass schon zu Beginn der 1920er Jahre ein neues Verhängnis über die in Armenien lebenden Armenier hereinbrach: die Sowjetisierung. Armenien wurde zur sozialistischen Sowjetrepublik. Nationale Bekenntnisse galten hinfort als ,Verbrechen‘; die Erinnerung an den Völkermord war ebenso untersagt wie Kontakte zu in der Diaspora lebenden Armeniern. Armenier wurden nur aufgrund ihrer nationalen Zugehörigkeit massenhaft deportiert ‒ bis nach Sibirien. Diese Deportationen dauerten bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts an. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wuchs der geheime Widerstand. Mit dem Ende der Sowjetunion wurde Armenien 1991 ein selbstständiger Staat. Doch neue nationale Probleme belasten nun das Land, besonders der schon seit der Sowjetzeit schwelende Konflikt mit Aserbaidschan (Bergkarabach). Die Ausstellung, die speziell für das Projekt FEAR-LESS-HOPE erarbeitet wurde, berichtet über die Geschichte Sowjetarmeniens, über Formen der Unterdrückung, Formen des Widerstands und über die staatliche und private Erinnerungskultur, die nach dem Ende der Sowjetzeit in Gang gekommen ist.

Parallel dazu findet im Alten Wiehrebahnhof die Fotoausstellung über Jerewan – „Zement und Gedächtnis“ von Michel Abeßer statt.

Im März 2026 werden die beiden Ausstellungen in Jerewan im HayArt Centre gezeigt.

Kooperationspartner:

Kommunales Kino Freiburg, Hazarashen Armenian Center for Ethnological Studies, CRF Center for Rights and Freedom Yerevan, d’Arvestantots Yerevan, HayArt Centre Yerevan

Rahmenprogramm:

Führungen: Do 4.12., 17 Uhr (Englisch), Sa 6.12., 17 Uhr (Russisch), Mi 17.12., 18 Uhr (Deutsch), Sa 10.1., 18 Uhr (Deutsch)

Diskussion mit Narek Sukisayan und Anna Margolis: Remembering Survival, Reimagining Independence
4.12.2025, 19:15, an der Universität Freiburg KG I, HS 1098


Kommunales Kino Freiburg e.V.
Urachstr. 40
79102 Freiburg
Tel. 0761 – 459 800-13
www.koki-freiburg.de

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