26. Mai bis 13. Oktober 2024
Georg Kolbe Museum


Eröffnung: 25. Mai 2024 ab 12 Uhr
Pressegespräch: 24. Mai 2024, 13 Uhr (die Künstlerin ist anwesend)

Der Garten des Georg Kolbe Museums wird neu belebt: Mit einem jährlichen Auftragswerk, welches zeitgenössische Künstlerinnen speziell für diesen Ort erschaffen, kehrt der Garten an der Sensburger Allee zu seiner Funktion als künstlerische Produktionsstätte zurück. Als erste eingeladene Künstlerin der Reihe schafft Hoda Tawakol (1968, London) mit einer großflächigen Textilarbeit einen Reflektionsraum im historischen Skulpturengarten.

Inspiriert von dem Garten des sachlichen Gebäudeensembles Georg Kolbes entsteht das Werk Feed Me the Milk of Your Eyes (2024). Es schwebt über den Köpfen der Besucher*innen an der Unterseite einer neu errichten textilen Zeltkonstruktion im Garten des Museums und stellt eine mit funkelnden Augen besetzte Palmenkrone dar. Die in Hamburg lebende deutsch-französische Künstlerin Hoda Tawakol ist für ihre beeindruckenden Arbeiten aus Textil bekannt. Auch diese Arbeit ist in dem im Außenraum ungewöhnlichen Material geformt und verbindet so Textil, Architektur und Skulptur miteinander.

Den Gedanken des Gartens als Refugium weiterdenkend, assoziiert Tawakol die Palme mit Schutz und Pflege – die Pflanze spendet Schatten, gibt Nahrung und Holz. Doch auch das Thema Geschlecht steht in enger Verbindung für sie: Denn die Palme kann als eine von wenigen Pflanzen ihr Geschlecht wechseln, um den Erhalt eines Palmenhains zu gewährleisten. Tawakol selbst wuchs mit drei Frauen auf, die eine Sicht auf Weiblichkeit prägten, die eng mit Formen der Mutterschaft verwoben ist. Diese beiden verbundenen Konstrukte entfaltet die Künstlerin unter der Verwendung von textilen Materialien und dem Motiv der Palme und setzt sie neu zusammen.

Die Palme ist darüber hinaus auch Zeichen für die Identität der Künstlerin. Die Pflanze verbindet sie mit dem Land Ägypten, in dem die Dattelpalme allgegenwärtig ist. Wird die Palme aus mitteleuropäischer Sicht zum Symbol für eine “exotische” Ferne, ist sie für die Künstlerin ein Baum der Sehnsucht für ein entferntes Mutterland, in dem sie selbst nie lebte und das doch prägender Teil ihrer selbst ist. ROOTS (dt. Wurzeln), so der Titel der Gartenausstellung, beschäftigt sich mit Wurzeln als physische Form sowie als Konzept, das sich auf das kontinuierliche Wachstum von Identitäten und Kulturen bezieht. Ausgehend von einer Palme, die hier ohne Wurzeln im historischen Skulpturengarten ihren Platz findet, entspinnt sich eine Erzählung von Sehnsüchten und Erinnerungen, von Gemeinsamkeiten und Unterschieden sowie von Geschlecht und Zugehörigkeit.

Die Ausstellung wird am 25. Mai um 12 Uhr eröffnet. Die Künstlerin selbst wird anwesend sein und in einem Künstlerinnengespräch über ihre Arbeit, ihre künstlerische Praxis und ihre Wurzeln und was sie für sie bedeuten, sprechen.

Kuratorinnen: Emma Borwieck und Eva da Silva Antunes Alves

Bildnachweis: Hoda Tawakol, Palm Grove #1, 2023, Dortmunder Kunstverein Photo: Mareike Tocha Courtesy: the artist and Dortmunder Kunstverein.


Georg Kolbe Museum
Sensburger Allee 25
14055 Berlin
T 030 304 21 44
www.georg-kolbe-museum.de / info@georg-kolbe-museum.de

Mittwoch bis Montag 11–18 Uhr / dienstags geschlossen
Die Gartenausstellung ist kostenfrei zugänglich

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