Georg Kolbe Museum


Ab Anfang März trifft im Rahmen der Ausstellung Kein Mensch kennt mich die zeitgenössische Künstlerin Iris Häussler auf die historische Figur Benjamine Kolbe, die Ehefrau des Bildhauers. Durch die Gegenüberstellung von Häusslers Arbeit mit ausgewähltem Archivmaterial des Georg Kolbe Museums thematisiert die von Sintje Guericke und Marlene Scholz kuratierte Schau das Wesen des Erinnerns und Bewahrens menschlicher Biografien. Zugleich zeigt sie Grenzen und Möglichkeiten unterschiedlicher Weiblichkeitsentwürfe im Wandel der Zeiten auf. Die imaginierte Überschneidung der Lebenswege von Benjamine Kolbe und Iris Häusslers „Kunstfiguren“ fordert Besucher*innen heraus, sich in eine Geschichte hineinzubegeben, in der die Grenzen zwischen Realität und Fiktion mitunter verschwimmen.
 
Im Juni untersucht die Ausstellung Künstliche Biotope die fruchtbare Beziehung von Architektur, Skulptur und Natur in ihrem energetischen Wechselspiel. Wir freuen uns auf die Zusammenkunft von Werken dreier Protagonisten der Moderne des frühen 20. Jahrhunderts – Wilhelm Lehmbruck, Georg Kolbe und Ludwig Mies van der Rohes – mit einer Installation von Anne Duk Hee Jordan (geb. 1978). Die Künstlerin, in deren Environments natürliche Materialien auf motorisierte Objekte treffen, greift den klassischen Diskurs von Mensch und Natur auf, um ihn in eine neue Dimension zu überführen. Im Sinne von Donna Haraways „naturecultures“ verweist ihr Werk auf die symbiotischen Potentiale einer Welt, deren hybride, aufs Engste miteinander verwobene Agenten klassische Definitionen von Natur und Kultur unterwandern. Die Ausstellung ist in Kooperation mit den Kunstmuseen Krefeld entstanden, der begleitende Katalog ist bereits erschienen.
 
Ab September haben wir mit Mona Hatoum eine Künstlerin im Haus, die zu den einflussreichsten ihrer Generation zählt. In ihren jüngsten Werken wendet sich die gebürtige Libanesin insbesondere der Erforschung prekärer Zustände in einer globalisierten Welt zu. Ihre raumgreifenden, skulpturalen Installationen enthaltenelementare Formen, die einerseits Ordnung und Stabilität suggerieren und andererseits das Potential des plötzlichen Zusammenbruchs in sich tragen. Wir sind gespannt auf einen künstlerischen Kommentar zu den komplexen Gefühlen und Situationen, denen die menschliche Psyche in einer durch machtpolitische Konflikte geprägten Gegenwart ausgesetzt ist. Die Schau wird in Kooperation mit dem Neuen Berliner Kunstverein und dem KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst realisiert und sich über alle drei Ausstellungsorte erstrecken.
 
Laufzeiten und weitere Informationen finden Sie über die Links.  

Bildnachweis: Barcelona Pavillon, Enric Duch, Ausstellungsseite des Georg Kolbe Museum


Georg Kolbe Museum
Sensburger Allee 25
14055 Berlin
Telefon: 030 304 21 44
E-Mail: info@georg-kolbe-museum.de
www.georg-kolbe-museum.de

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