Die KW Institute for Contemporary Art freuen sich, ihr Herbst-/Winterprogramm 2020/2021 bekanntzugeben, in dessen Mittelpunkt zwei umfassende Einzelausstellungen stehen: die erste institutionelle Einzelausstellung der deutschen Künstlerin Amelie von Wulffen in Berlin sowie die erste Retrospektive des bereits verstorbenen brasilianischen Künstlers Leonilson in Europa. Während die 11. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst vom 5. September bis 1. November 2020 die Ausstellungsräume der KW bezieht, eröffnet das Künstler*innenkollektiv Slavs and Tatars gemeinsam mit den KW die Pickle Bar im Rahmen der diesjährigen Berlin Art Week und des Gallery Weekend. Im Spätherbst 2020 wird das Programm der KW mit der Konferenz VILLEGGIATURA zur Rolle der Kunst im Rahmen ruraler Gentrifizierungsprozesse fortgeführt; darüber hinaus werden eine Podcast-Reihe von Beatrice Gibson sowie zwei Neuproduktionen aus dem Bereich des künstlerischen Bewegtbildes von Onyeka Igwe und Lin+Lam online präsentiert.

Beatrice Gibson
What’s Love Got To Do With It?
4., 11. und 18. September 2020
Kuratorin: Beatrice Gibson

In der dreiteiligen Podcast-Serie widmet sich Beatrice Gibson, Künstlerin der KW Production Series, dem Thema Liebe. Gemeinsam mit den sechs zeitgenössischen Poet*innen CAConrad und LeAnne Howe, Alice Notley und Precious Okoyomon sowie Ariana Reines und Sophie Robinson entsteht ein akustischer Raum, in dem sie ihre Werke miteinander teilen, einander zuhören und darauf reagieren – untermalt von den einzigartigen Kompositionen von Crystabel Riley und Seymour Wright. Mehr

 

11. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst
Der Riss beginnt im Inneren
5.September – 1. November 2020
Kurator*innen: María Berríos, Renata Cervetto, Lisette Lagnado, Agustín Pérez Rubio

Die 11. Berlin Biennale begann vor einem Jahr mit einer langsamen Öffnung. Seitdem hat sie die zahlreichen Risse, die wir in uns tragen, die kleinen Furchen, die uns ebenso trennen wie verbinden, weiter erkundet. Der Epilog mit dem Titel Der Riss beginnt im Inneren bewohnt die KW, verwandelt sie in eine Anti-Kirche und fragt: Können wir unseren kollektiven Körper von patriarchalischer Gewalt und der Gefahr, die sie darstellt, befreien? Mehr

 

KW on location:
Slavs and Tatars’ Pickle Bar
11.–13. September 2020
Kurator*innen: Kathrin Bentele, Slavs and Tatars

In Zusammenarbeit mit den KW eröffnen Slavs and Tatars die Pickle Bar – eine slawische Abwandlung der Aperitivo Bar. Die Pickle Bar lädt die Künstler*innen Selin Davasse, Shalva Nikvashvili und Ana Prvački ein, sich anhand von Trinkritualen, Spoken Word und Performances auf die georgische Tradition der Tamada – der*die Zeremonienmeister*in einer georgischen Tafel – zu beziehen und diese neu zu interpretieren. Während dieser intimen Trinkrituale werden den Gästen ausgewählte fermentierte Drinks und Snacks gereicht. Mehr

 

VILLEGGIATURA
7.–8. November 2020
Kurator*innen: Tirdad Zolghadr in Zusammenarbeit mit Marion von Osten

VILLEGGIATURA diskutiert Muster ruraler Gentrifizierung und fragt nach der Rolle, die zeitgenössische Kunst in diesen spielt. Verdrängungsprozesse unterscheiden sich von Stadt zu Stadt, von Region zu Region. Trotz aller Spezifitäten weisen jüngere Fälle von Land Grabbing jedoch Gemeinsamkeiten auf, die dabei helfen könnten, kollektive Lösungen zu finden. Wenn Kunst und Kultur einen Beitrag leisten können, wie könnte dieser aussehen – im Normalfall und im bestmöglichen Fall? VILLEGGIATURA beschäftigt sich sowohl mit historischen Entwicklungen als auch mit Strategien der Visualisierung, die bessere Modelle möglich werden lassen – technologisch, ideologisch und finanziell. Mehr

 

Amelie von Wulffen
28. November 2020 – 14. Februar 2021
Kuratorin: Anna Gritz

Die Berliner Künstlerin Amelie von Wulffen hat sich schon lange international als eine der wichtigsten deutschen Maler*innen etabliert. Seit den 1990er Jahren hat von Wulffen ein komplexes und eigenwilliges Werk entwickelt, das Fragen nach den historischen, ökonomischen und sozialen Bedingungen von Malerei aufwirft und dabei in einem hohen Maße selbstreflexiv vorgeht. Dies erstreckt sich auch auf die Figur der Künstlerin selbst, die immer wieder in unterschiedlicher Gestalt in ihren Arbeiten auftaucht und dabei oft ihre persönliche Familienchronik mit nationaler Geschichte und existentiellen Fragen nach einem kulturellen und spezifisch deutschen Erbe verbindet. Die Ausstellung in den KW stellt die erste institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin in Berlin dar und präsentiert neben einer Auswahl bereits existierender Arbeiten eine umfassende Gruppe an Neuproduktionen. Mehr

 

Leonilson
Drawn 1975–1993
28. November 2020 – 14. Februar 2021
Kurator: Krist Gruijthuijsen

Der verstorbene brasilianische Künstler Leonilson genießt hohes Ansehen in seiner Heimat. Anerkennung findet dabei vor allem die poetische Kraft seines Werkes in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche. Nach dem Ende der brasilianischen Militärdiktatur führte die neu gewonnene Freiheit zur Wiederentdeckung einer „Freude am Malen“ – eine Bewegung, in der die Paradigmen der Konzeptkunst der 1970er Jahre abgelehnt wurden. Leonilsons Werk ist vornehmlich geprägt durch die Hinwendung zur Subjektivität. Die KW präsentieren die erste Retrospektive des Künstlers in Europa und bieten damit einen Überblick über sein gesamtes künstlerisches Schaffen. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von über 250 Arbeiten mannigfaltiger Medien und Stile, von frühen Malereien bis hin zu den introspektiven Stickereien, denen er sich in den letzten Jahren seines Lebens zuwandte. Mehr

 

KW Production Series 2020:
Onyeka Igwe and Lin+Lam
12.–30. Dezember 2020
Kurator*in: Mason Leaver-Yap

Die KW Production Series widmen sich in ihrer dritten und letzten Ausgabe der Londoner Künstlerin und Forscherin Onyeka Igwe und dem New Yorker Duo Lin+Lam, bestehend aus Lana Lin und H. Lan Thao Lam. Während Igwe den physischen Körper und geographischen Raum als Ort kultureller und politischer Bedeutungsproduktion erforscht, nutzen Lin+Lam ihre Erfahrungen aus Architektur, Fotografie, Skulptur, Installation und zeitbasierter Medienkunst zur Auseinandersetzung mit von vergangenen politischen Narrativen geprägten Ereignissen. Mehr

Bildnachweis: Amelie von Wulffen, Untitled, 2019, Öl auf Leinwand, Courtesy die Künstlerin, Galerie Barbara Weiss, Berlin, Galerie Meyer Kainer, Wien, und Gio Marconi, Mailand

 

Pressekontakt
Karoline Köber
Tel. +49 30 243459 41
kk@kw-berlin.de

KW Institute for Contemporary Art
Auguststraße 69
10117 Berlin
www.kw-berlin.de

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