Auch zu Beginn des neuen Jahres bleiben verbindliche Planungen schwierig. Allen Unwägbarkeiten zum Trotz möchten wir im Folgenden einige Termine mit Ihnen teilen, die uns vorfreudig stimmen. Zunächst sei erwähnt, dass wir unsere aktuellen Ausstellungen „Shinichi Sawada“ und „Moderne und Refugium“ erneut verlängern – nunmehr bis zum 11. April. Die Eröffnung unserer nächsten Ausstellung, „Der absolute Tanz“, rückt damit ins hoffentlich generell wieder tanz- und veranstaltungsfreundlichere Frühjahr.

Der absolute Tanz – Tänzerinnen der Weimarer Republik
25. April 2021 bis 29. August 2021

Mit expressiven Bewegungen, extravaganten Erscheinungsbildern und expliziten Vorstellungen von der eigenen Rolle in der Welt widersetzte sich eine Generation progressiver Tänzerinnen vor gut hundert Jahren den gesellschaftlichen Konventionen und Klischees ihrer Zeit. Den Blick auf Pionierinnen wie Claire Bauroff, Valeska Gert, Charlotte Bara, Tatjana Barbakoff, Anita Berber und Vera Skoronel gerichtet, gibt die Ausstellung „Der absolute Tanz – Tänzerinnen der Weimarer Republik“ Einblick in das Leben und Schaffen bahnbrechender Protagonistinnen, die im Berlin der 1920er-Jahre ein radikal neues Körperbewusstsein prägten und damit Raum schufen für fundamentale Innovationen in Kunst und Kultur.

Mit der Schau, welche den einst so vitalen Dialog zwischen den Disziplinen Tanz und Skulptur wiederbelebt, spürt das Georg Kolbe Museum jener fruchtbaren künstlerischen Symbiose der Moderne nach, die auch im Werk Kolbes eine Schlüsselrolle spielt. Den Bogen zur Gegenwart spannen aktuelle Arbeiten Ulla von Brandenburgs, zu denen neben einer textilen Rauminstallation im großen Atelier und tänzerischen Performances auch eine neue filmische Arbeit zählt, mit der die Künstlerin ihre Auseinandersetzung mit dem Zusammenspiel von Körper, Stofflichkeit und Farbe fortsetzt.

Bildnachweis: Suse Byk, Bewegungsstudie Vera Skoronel, um 1928, Fotografie, 16,7 x 22 cm © Lipperheidische Kostümbibliothek

 

Thomas Schütte
01. Oktober 2021 bis 23. Januar 2022

Der Bildhauer und Zeichner Thomas Schütte (*1954) gilt als einer der wichtigsten Künstler der Gegenwart, seine Arbeiten sind weltweit in Ausstellungen zu sehen und in wichtigen Sammlungen (Tate/London, MoMA/New York, Art Institute of Chicago, etc.) vertreten. Schütte arbeitet – ungewöhnlich für einen Bildhauer seiner Generation – kontinuierlich und intensiv am Thema des menschlichen Körpers und hat damit eine überholt geglaubte Disziplin der Skulpturgeschichte neu belebt. Indem seine Figuren die Übermacht individueller und kollektiver Geschichte ebenso hinterfragen, wie die Hybris des menschlichen Bestrebens, andere zu dominieren, knüpfen sie an einen Diskurs der zeitgenössischen Kunst an, den das Georg Kolbe Museum – auch aufgrund seiner eigenen Geschichte – seit vielen Jahren konsequent verfolgt und vorantreibt.

Schüttes radikal geschichtsbewussten Repräsentationen des Figürlichen kontrastieren seine konzeptionell-architektonischen Arbeiten; ihre abstrakt geometrischen Formen folgen einem skulpturalen Ansatz, der Mensch und Raum zusammendenkt und führen damit eine der Hauptfragen der Moderne ins 21. Jahrhundert. Im Rahmen der ersten musealen Einzelausstellung Thomas Schüttes in Berlin zeigt das Museum 30 Skulpturen, sowie zahlreiche Arbeiten auf Papier des in Düsseldorf arbeitenden Künstlers – darunter auch Werke, die erst 2020 entstandenen.

 

Lehmbruck – Kolbe – Mies van der Rohe: Künstliche Biotope
Sommer 2022

Georg Kolbes intensive Auseinandersetzung mit den architektonischen Strukturen, innerhalb derer seine Plastiken zur Aufstellung kamen, geht auf ein Grundverständnis von Skulptur und Raum als komplementärer Wirkungseinheit zurück. Die Idee, dass Architektur und bildende Kunst im Idealfall eine Art Organismus darstellen, dessen Kräfte sich in beinahe osmotischer Weise bereichern, teilte der Bildhauer mit Ludwig Mies van der Rohe. Während letzterer die Materialwahl und Detaillierung seiner Bauten mit der Hingabe eines plastischen Künstlers anging, wandte Kolbes Bildhauerkollege Wilhelm Lehmbruck bautechnische Konstruktionsprinzipien an und erschuf regelrechte „Gliederarchitekturen“.

Die Ausstellung „Lehmbruck – Kolbe – Mies van der Rohe. Künstliche Biotope“ nähert sich der symbiotischen Beziehung von Architektur und Skulptur unter Einbindung naturphilosophischer Bezüge. Drei Ikonen der Klassischen Moderne, die sich nicht nur persönlich kannten, sondern durch ihr Werk und Wirken auf vielerlei Weise verknüpft sind, werden zu Schlüsselfiguren einer explorativen Begegnung, die in Kooperation mit den Kunstmuseen Krefeld entsteht. Im Haus Lange – einer Stadtvilla Mies van der Rohes, welche die Museen für Wechselausstellungen nutzen, wird sie bereits ab dem 18. April 2021 zu sehen sein. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

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Bitte beachten Sie, dass das Museum aktuell aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geschlossen ist!

 

Adresse:
Georg Kolbe Museum
Sensburger Allee 25
14055 Berlin

Kontakt:
Telefon: 030 304 21 44
E-Mail: info@georg-kolbe-museum.de
Webseite: www.georg-kolbe-museum.de

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Verkehrsverbindungen:
Zufahrt über die Heerstraße, Parkplätze direkt vor dem Museum
S-Bahn: S3, S9 (S-Bahnhof Heerstraße),
Bus: M49, X49, X34, 218 (S-Bahnhof Heerstraße)

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