19. November 2021 – 20. Februar 2022

Georg-Kolbe-Museum


Mit Thomas Schütte (*1954) präsentiert das Georg Kolbe Museum in den Wintermonaten 2021/22 einen Künstler, der sich in den vergangenen Jahrzehnten so intensiv mit der plastischen Darstellung des menschlichen Körpers auseinandergesetzt hat, wie kaum ein anderer seiner Generation. Schüttes radikal geschichtsbewussten Repräsentationen des Figürlichen thematisieren Fragen, die eng mit der Forschungsarbeit des Museums verknüpft sind. Mit seinem visuell vielschichtigen Werk verleiht der international agierende Künstler einer heute oftmals als obsolet geltenden Disziplin Aktualität und erstaunliche Relevanz.  In Thomas Schüttes Skulpturen treffen sich Geschichte und Gegenwart der Bildhauerei. Im Zuge seiner intensiven Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper begegnet der international agierende Künstler mit forschendem Blick und großer Beharrlichkeit einer heute oftmals als obsolet empfundenen Disziplin. Seine humorvollen und zugleich tief auf die menschliche Verfasstheit zielenden Motive finden ihre Form in eigenwilligen Physiognomien und Typologien. Diese moduliert er immer wieder, erprobt Materialien, Maßstäbe und Dimensionen. Das Ergebnis sind extensive, elaborierte Werkserien, die der figürlichen Plastik frisches Leben einhauchen und ihren aktuellen Daseinszweck demonstrieren.
 
Die Ausstellung im Georg Kolbe Museum umfasst rund 35 Skulpturen und zahlreiche Arbeiten auf Papier – darunter auch Werke, die erst 2021 entstanden. Ergänzt werden diese durch eine Auswahl konzeptionell-architektonischer Modelle, mit denen der Künstler seit vielen Jahren die revolutionären Raumprinzipien der Moderne aufgreift. Ob organisch-figürlich oder raumbildend und abstrakt, lassen sich alle Arbeiten Schüttes als Aufforderung lesen, die Komplexität kulturhistorischer Dynamiken, Diskurse und Darstellungsweisen anzuerkennen. Mit vielschichtigen, geschichtsbewussten Repräsentationen, die gleichermaßen radikal und sensibel differenziert sind, thematisiert Thomas Schütte Fragen, die eng mit der Forschungsarbeit des Georg Kolbe Museums verknüpft sind. Und es ist nicht zuletzt der direkte Bezug zum einstigen Wirkungskontext Kolbes, dem heutigen Museum und ehemaligen Bildhaueratelier, der sein Werk auf ganz neue Weise erfahrbar macht. 

Bildnachweis: Thomas Schütte, Frau Nr. 6, 2006, Foto Manfred Mahn © VG Bild-Kunst, Bonn


Georg Kolbe Museum
Sensburger Allee 25
14055 Berlin
Tel.: +49(0)30 3042144
E-Mail: info@georg-kolbe-museum.de
www.georg-kolbe-museum.de

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