Grauzone – Anleitung zum gezielten Diskriminieren
Martin Binder
Entstehungsjahr: 2012
Material: Booklet mit 16 Diskriminierungsmaßnahmen, 14,8 x 10,5 cm
Illustrative Fotografien, Maße variabel

Subtile Vorurteile schlummern im Verborgenen – im Gegensatz zu offenen Vorurteilen – und äußern sich unter anderem im Vermeiden des Kontaktes mit Gruppen von Menschen. Um den Kontakt mit „den Anderen“ zu meiden, schlagen die insgesamt 16 Anleitungen mit dem Titel „Für ein besseres Zusammenleben“ gezielte Maßnahmen vor – aus der Perspektive eines gesunden, konservativen, westeuropäischen, männlichen, heterosexuellen, weißen Individuums.

„Hängen Sie die Mülleimer so hoch, dass man noch Müll hinein, aber keine Flaschen mehr herausnehmen kann.“ richtet sich gegen Pfandflaschensammler. „Sägen Sie die Beine der Parkbänke ab.“ richtet sich gegen Alte, die sich so nicht mehr auf Bänke setzen können. „Führen sie die Anzugpflicht für Arbeitssuchende im Arbeitsamt ein“, „Metallstäbe gegen Tauben können auch anderes Gesindel vertreiben, wenn sie an Sockeln von Wohnhäusern angebracht werden.“, „Weisen Sie Sinti und Roma Stellplätze für Ihre Wohnwagen neben dem Klärwerk zu.” Die Anleitungen sind 2015 in der aktuellen Ausgabe der Kulturwissenschaftlichen Zeitschrift DIENADEL zum Thema Störung erschienen und dort erhältlich (http://dienadel.net).