17. September bis 8. November 2026
Galerie an der Pinakothek der Moderne / Barbara Ruetz


Eröffnung am Donnerstag, den 17. September, ab 19 Uhr 

Stefan Gross (Skulpturen)

Stefan Gross’ Skulpturen entstehen aus einem Material, das wie kaum ein anderes die Verheißungen und Widersprüche der Gegenwart bündelt: thermoplastischem Kunststoff. Seit 2010 entwickelt er aus dem industriellen Werkstoff ein entschieden handwerkliches Verfahren. Er erhitzt, färbt und formt ihn mit den Händen zu üppigen Blüten, Salatköpfen, Schutzanzügen und hybriden Gebilden, deren leuchtende Farben und ornamentale Überfülle zwischen natürlichem Wachstum und künstlicher Konstruktion oszillieren. Gross bezeichnet diese Bildwelt als „SciFi Rokoko“: Eine imaginäre Zukunft blickt auf unsere Gegenwart als ihre „gute alte Zeit“ zurück. So begegnen sich im Werk die höfische Eleganz und dekorative Steigerung des Rokoko mit den Verheißungen des Erdölzeitalters. Die sinnliche Verführung des Materials bleibt untrennbar mit seiner ökologischen Ambivalenz verbunden. Indem Gross einen für die Massenproduktion bestimmten Stoff in unverwechselbare Einzelstücke verwandelt, setzt er industrieller Gleichförmigkeit eine spielerische, körperliche und zugleich kritische Form des Gestaltens entgegen.

Stefan Gross, 1964 in Bendorf geboren, absolvierte eine Ausbildung bis zum Meister im Glaserhandwerk und in der Glasmalerei. Anschließend studierte er Freie Kunst an der HBKsaar in Saarbrücken und ging 1997 mit einem DAAD-Stipendium in die Niederlande. Stefan Gross lebt und arbeitet in Rotterdam.

Jürgen Jansen (Malerei)

Jürgen Jansens Gemälde entstehen im Spannungsfeld von gelenkter Bewegung und eigenständiger Materialreaktion. Auf dem liegenden Bildträger gießt, schichtet, kippt und bewegt er Ölfarbe, Pigmente und Harze, bis transparente Bildräume von großer sinnlicher Präsenz entstehen. Ihre Formen wecken Erinnerungen an Zellstrukturen, organisches Wachstum oder kosmische Weiten, ohne sich gegenständlich festzulegen. Die glänzenden, teils spiegelnden Oberflächen nehmen Licht, Raum und Betrachtende in das Bild auf; so wird jede Begegnung neu und das Werk nie vollständig erinnerbar. In diesem „Push and Pull“ von Nähe und Distanz, Planung und Zufall entfaltet sich eine Malerei, die Schönheit nicht als harmonischen Endpunkt versteht, sondern als Ausgangspunkt für Irritation und Ambivalenz.

Jürgen Jansen, 1960 in Rheydt geboren, studierte zunächst Biologie, Kunst und Designpädagogik an der Gesamthochschule Essen und anschließend Freie Kunst bei Per Kirkeby in Karlsruhe sowie bei Jan Dibbets in Düsseldorf, dessen Meisterschüler er 1992 wurde. Jürgen Jansen lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Bildnachweis: Jürgen, gogogo, 2023, Öl und Harze auf Holz, 80 × 60 cm


Galerie an der Pinakothek der Moderne / Barbara Ruetz eK
Gabelsbergerstraße 7
Ecke Türkenstraße
München 80333

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