14. April bis 9. Oktober 2022
Gemeinschaftsausstellung mit dem Günter Grass-Haus Lübeck
Schloss Elisabethenburg, Obere Galerie


„Ein schreibender Zeichner ist jemand, der die Tinte nicht wechselt.“ Mit diesen Worten charakterisiert der Bildhauer, Grafiker, Maler und Schriftsteller Günter Grass (1927-2015), der 1999 mit dem Literaturnobelpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, sein eigenes künstlerisches und literarisches Schaffen. Seit seiner Erstpublikation, dem Gedichtband „Die Vorzüge der Windhühner“ (1956), gehen bei ihm Literatur und bildende Kunst eine fruchtbringende, wechselseitige Verbindung ein, die von da an sein gesamtes Werk durchzieht. Seinen literarischen Durchbruch erlebt Grass mit dem Roman „Die Blechtrommel“ (1959). Neben der Danziger Trilogie („Die Blechtrommel“, „Katz und Maus“ (1961) und „Hundejahre“  (1963)) folgen zahlreiche weitere Erfolge wie „Der Butt“ (1977), „Die Rättin“ (1986) oder „Im Krebsgang“ (2002). Häufig setzt sich der Schriftsteller mit den Themen Heimatverlust, Flucht und Vertreibung sowie Kritik an der Verdrängung der nationalsozialistischen Vergangenheit im Deutschland der Nachkriegszeit auseinander.

Der vielfältig interessierte Künstler ist zudem politisch aktiv und engagiert sich etwa im Wahlkampf für Willy Brandt 1965 und 1969 oder prangert mit selbst illustrierten Gedichtbänden wie „Zunge zeigen“ (1987) und „Totes Holz“ (1990) die sozialen Missstände in Schwellen- und Dritte-Welt-Ländern wie Indien sowie die Zerstörung der Umwelt an. ‒ Alles Themen, die auch Jahrzehnte später nach wie vor nichts an ihrer Aktualität verloren haben. Trotz seiner kritischen Grundeinstellung verstand es Günter Grass aber ebenso, das Leben zu genießen – so war er ein leidenschaftlicher Koch und Tänzer, was auch in einigen seiner bildkünstlerischen und literarischen Arbeiten zum Ausdruck kommt. In einer abwechslungsreichen Ausstellung soll das facettenreiche künstlerische und literarische Werk von Günter Grass gezeigt werden.

Bildnachweis: awm – Axel Wirth, Meiningen; wn – Wolfgang Nickel, Georgenzell


Kulturstiftung Meiningen-Eisenach
Meininger Museen

Schlossplatz 1
98617 Meiningen
Tel: 03693 – 50 36 41
kontakt@meiningermuseen.de
www.meiningermuseen.de

(Visited 40 times, 1 visits today)