25. April – 23. August 2026
GfZK Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig


Mit Arbeiten von: Kemil Bekteši, Rina Krasniqi, Denys Shantar
Kuratiert von: Simon Kurti
Grafikdesign: Fritzi Bosch
GfZK Altbau

Die Ausstellung Knoten der Zeit bringt Werke von drei Künstler*innen aus dem Kosovo, Bosnien und Herzegowina sowie der Ukraine/Schweiz zusammen. Sie setzen sich mit kulturellen Prägungen auseinander wie den Glaubensrichtungen, in die sie hineingeboren wurden, oder den Städten, in denen sie aufwuchsen. Momente aus der Vergangenheit verweben sie zu neuen fantasievollen Erzählungen, die um Themen wie queere Identität oder Familienbeziehungen kreisen. Dabei arbeiten sie künstlerisch mit vielfältigen Materialien und Medien wie Textilien und Installation.

Die Ausstellung wird von Simon Kurti kuratiert. Er ist kuratorischer Stipendiat der GfZK – Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen (KdFS). Seit 2001 hat die Kulturstiftung jährlich ein zwölfmonatiges Stipendium an der GfZK in Leipzig an junge internationale Kurator*innen vergeben. Stiftungsdirektor Prof. Manuel Frey zieht eine positive Bilanz: „In den letzten 25 Jahren haben 21 Stipendiatinnen und Stipendiaten das Programm der Galerie mitgestaltet, eigene Ausstellungen realisiert und ihre Ideen eingebracht. Mit Impulsen aus 19 Ländern entstand ein lebendiges internationales Netzwerk.“ Ziel des Stipendiums war es, den internationalen kulturellen Austausch zu fördern und transkulturelle Phänomene zu erforschen.

Künstler*innen der Ausstellung:

Kemil Bekteši ist ein kosovarischer Künstler. Anhand seiner persönlichen Geschichte, die von Grenzen und Migration geprägt ist, beschäftigt er sich mit Themen wie Identität, Geopolitik und kulturellem Gedächtnis. Seine künstlerische Praxis umfasst Installationen, Skulpturen und öffentliche Interventionen. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Sarajevo (BA) und der Faculdade de Belas Artes da Universidade do Porto (PT). Bekteši wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem ZVONO Kunstpreis 2024 für junge bildende Künstler in Bosnien und Herzegowina.
Er lebt und arbeitet in Sarajevo.

Rina Krasniqi ist eine kosovarische Künstlerin und Schriftstellerin. Ihre Zeichnungen wurden in Büchern, Zeitschriften, Ausstellungen und Festivals veröffentlicht. Sie leitet derzeit den Verlag Lirindja und ist künstlerische Redakteurin der Zeitschrift meDiell. Ihre erste Einzelausstellung Drawings war 2023 in der Galerie des Kulturministeriums in Pristina, Kosovo zu sehen. Sie war an mehreren Gruppenausstellungen beteiligt, darunter Only the Rain Saved Us (YIHR Kosova, 2023), Why Haven’t We Built a Dyson Sphere (2022) und Artists of Granfest – Graphic Novel Festival (2025). Sie lebt und arbeitet in Pristina.

Denys Shantar greift auf seine Erfahrungen als queerer ukrainischer Einwanderer zurück, der in einer ostorthodoxen Gemeinde in Zürich aufgewachsen ist. Er arbeitet mit Textilcollagen und Stickereien und verwendet recycelte Materialien, um persönliche Erzählungen zu schaffen. Darin verweist er auf die byzantinische und katholische Ikonografie sowie monumentale Werke der Sowjetzeit. Shantar studierte an der Zürcher Hochschule der Künste (CH) und absolvierte einen Master in Kostüm-design an der Königlichen Akademie der Schönen Künste Antwerpen (BE). Er stellte unter anderem im Z33 in Hasselt (BE), bei Zilberman (DE) oder im Helmhaus Zürich (CH) aus. Er lebt und arbeitet in Antwerpen.

Simon Kurti kommt aus Pristina in der Republik Kosovo und befasst sich mit Themen wie Zugehörigkeit, Versöhnung und queerer Liebe. Er arbeitete kuratorisch und publizistisch in verschiedenen Kontexten und war im Bereich Kommunikation für die Manifesta 14 in Pristina und den Kosovarischen Pavillon der 18. Architektur Biennale in Venedig tätig. Er ist Mitbegründer des Diskogrupi-Kollektivs für neue musikalische und künstlerische Ausdrucksformen.

Im Rahmen des Kuratorinnenstipendiums waren folgende Stipen-diatinnen in Leipzig und haben an der GfZK Projekte realisiert:

2002–2003: Ilina Koralova
2003–2004: Lena Prents
2004–2006: Oana Tanase
2006–2007: Andreja Hribernik
2007–2008: Edina Nagy
2008–2009: Joanna Sokolowska
2009–2010: Nini Palavandishvili
2010–2011: Radmila Krstajic (geb. Joksimović)
2011–2012: Airi Triisberg
2012–2013: Olga Vostretsova
2013–2014: Lenka Kukurová
2014–2015: Zlata Borůvková
2016–2017: Kateryna Mishchenko
2017–2018: Mengting Ying
2018–2019: Yi Gao
2019–2020: Hai Nam Nguyen
2020–2021: Tuan Do Duc
2021–2022: Hyejin Park
2023–2024: Eleni Michaelidi
2024–2025: Naz Kocadere Ulu

Öffnungszeiten und Kunstvermittlung

Di–Fr: 14–19 Uhr
Sa–So, Feiertage: 12–18 Uhr

Einzelticket: 7€ / 5€
Kombiticket: 10€ / 6€
Mittwochs freier Eintritt

Laufende Vermittlung
Mi, Sa, So: 14–18 Uhr

Unser Vermittlungsteam begleitet Besucher*innen durch die Ausstellungen, beantwortet Fragen und führt Gespräche.

Ausstellung im Rahmen des Dr. Klaus Schaffner Preises. Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Sie wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. Unterstützt durch die Botschaft der Republik Kosovo.

Die Stiftung Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig wird gefördert durch die Stadt Leipzig, den Freistaat Sachsen (SMWK) und den Förderkreis der GfZK Leipzig. Sie wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.

Bildnachweis: Denys Shantar, St. Stephan, 2024, Textilcollage aus gefundenen Stoffen und Objekten, Leim, Fäden, Holzrahmen, 76 × 66 cm, Courtesy Zilberman; Chrom Kemil


Galerie für Zeitgenössische Kunst
Museum of Contemporary Art
Karl-Tauchnitz-Straße 9–11
04107 Leipzig I www.gfzk.de

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