MAI GRÄF „FLEETING GLANCE“
6. Juni – 9. August 2026
Kunstverein Harburger Bahnhof
Queere Geschichten finden sich selten in offiziellen Archiven. Sie tragen sich in Erzählungen, Gesten und flüchtigen Begegnungen weiter – es sind Risse und Brüche im Normativen. Als ephemere Spuren bewahren sie Erinnerung und Wissen innerhalb einer Kultur, die queere Leben oft unsichtbar macht. Fleeting Glance widmet sich flüchtigen Blicken und ungeschriebenen Geschichten queerer Körper im öffentlichen Raum. Bahnhöfe waren Orte queeren Begehrens: Sie boten Anonymität und Schutz und blieben für eine heteronormative Gesellschaft durch subtile Codes weitgehend unlesbar. In diesem Spannungsfeld entfaltet sich Maik Gräfs künstlerische Praxis als experimentelle fotografische und räumliche Untersuchung. Cyanotypien auf Stoff bilden die materielle Grundlage. Textiles Gewebe wird zum Träger vielschichtiger Bildwelten, in denen Körper überlagert, fragmentiert und verzerrt werden. Es entsteht ein temporärer Raum, in dem queere Körperlichkeit, Begehren und Erinnerung sichtbar werden – und zugleich fragil bleiben: Dort, wo sich Öffentliches und Privates verschränken und Warten und Schauen neue Bedeutungen annehmen.
Im Rahmen der 9. Triennale der Photographie Hamburg eröffnet parallel am 05.06.2026 um 19 Uhr die Ausstellung Inner Mornings, or Forms of Counterculture in der Sammlung Falckenberg.
Bildnachweis: Courtesy the artist
Kunstverein Harburger Bahnhof
Im Fernbahnhof über Gleis 3 / 4
Hannoversche Straße 85
D–21079 Hamburg