11. April bis 16. Mai 2025
Kleinschmidt Fine Photographs e. K.

mostbet

Photographs [Twin Show]

Tiere schauen uns an. Warum tun Sie das? Dieser Frage ging die Galerie im Jahr 2023 mit einer vielseits beachteten Ausstellung nach. Tiere schauen Dich an. Teil 2 dieser Ausstellung vertiefte 2025 den Blick. Versuchte die erste Werkschau sich an einer Art Geschichte des Tierblicks, so zeigte Teil 2 der Ausstellung, wie deren Ausrichtung, eine Ubiquität. Aus gegebenem Anlass bitten wir Sie diesmal nun um Ihre geneigte Aufmerksamkeit zu folgender Anmerkung und Nachlese im Nachgang zu der Schau, die naturgemäß lokal bedingt allein den Menschen scheut:

„Wo die Verwaltung rockt, da stirbt das Tier..“
Tiere schauen Dich an! [Twin Show]

Eine Glosse als Nachruf in 20 Werken

Roger Ballen [&] Paul Almasy

[Vom 11. April bis 16. Mai 2025]

These: Wo die Verwaltung rockt, da stirbt das Tier.

In einem Dialog werden zweierlei Bildsprachen – die eine von Paul Almasy aus dem Lebenswerk des berühmten Ungarn und Großmeisters der Fotoreportage im 20. Jahrhundert, die andere von Roger Ballen aus dem stets bizarren Kammerspiel seines Schaffens – zum Status und Topos der Tierheit in der Welt befragt und untersucht. Information und Bericht versus Inszenierung und Magie. Die Kluft könnte kaum größer sein: „Gott ist die Seele der Tiere“ – nicht aber die der Menschen. Letztere trieb er mit dem dem Sündenfall aus dem Paradies. Wie anders die Tiere, die seit anhin im Garten Eden weilen. Mit der Sintflut sann er sogar auf Erden danach, alle Kreatur der Genesis in der Arche Noah zu retten.

Die Tierheit erlebt den Menschen allemal als Jäger, Hetzer, Stalker, Treiber. Meist ist jener unheilvoll für die Tiere. Nur selten zuvor aber sind Menschen jemals derart ‚irrig-toll‘ in Grobheit, Ignoranz, Rohheit, Stumpfheit und Ungerührtheit verfallen. Das Fehlen eigener Wahrnehmung, oft an das iPhone delegiert, stellt so jeden von Verantwortung frei. Tierquälerei heute braucht mithin längst keinen Grund mehr. In einer rein technoiden Gesellschaft, die weder Ethik noch Glauben noch Kultur wertschätzt, ist Automation und Digitalität längst auf dem Weg dahin zu einem Treiber zu werden, in dem das Leben zum Störfaktor gerät. Politiker sollten ihre Schritte ‚wohl‘ wägen. Massenhaft und systematisch stolze Nilgänse
als Lebewesen, die empfinden und fühlen, ohne Not zur Tötung freizugeben, das wird ein Dammbruch
sein. Wo ist da Augenmaß? Erst das Tier, dann der Mensch.

Der Ortsbeirat Mitte gibt sich empört. Im Chor von Grün und Rot bis Schwarz stimmt man den Jagdruf an – mit der Lizenz zum Töten. Die Nilgans,alopochen aegyptiaca, mache sich „breit“. Unfug. Die Stadt am Rhein, gelegen zwischen Rheingau und Taunus, zumal mitten im Zulauf all der vielen Bäche und der heißen Quellen zieht natürlich Wasservögel an. Wiesbaden sollte stolz auf seine Bewohner sein. Immerhin sind diese gar Botschafter des obersten Sonnengottes Ra. In der Mythologie Ägyptens nehmen sie eine zentrale Rolle ein. Sie werden als heilig verehrt. Dabei sind sie ebenso elegant wie gesellig – und stets für eine kurze Plauderei auf Augenhöhe zu haben. Arglos und freudig nehmen sie zu uns Kontakt auf. ‘Dreck‘ machen die Neozoen nicht. Ihr Kot düngt ganz natürlich. Auch Federn auf der Wiese während der Mauser der Tiere stellen nicht wirklich ein Problem dar, sondern sind auch nur natürlich ein Schmuck, den so mancher sammelt. Man sollte im Beirat und Behörden besser den schrillen Ton dämpfen und die Tonlage ändern. Berge von Dreck sowie Fäkalien und Tonnen von Müll lassen Tag für Tag bei den Events nur die Menschen zurück. Deren ‚Hinterlassenschaften‘ sind mitunter hochgiftig oder, wie nur bei Fleischfressern üblich, infektiös.

Events hat Hessens Event-Metropole Wiesbaden genug – bei etwa 20.000 im Jahr. Ein Großteil geht auf das Konto der Triwicon GmbH als Eigenbetrieb der Stadt. Keine Hebebühne ist hoch genug, kein Schwerlastkran ist groß genug um immer größere Giga-Events wie die unglaublich „nachhaltige“ Eisbahn bei lauen 14 Grad Celsius Außentemperatur zu frosten. Selbst ganze Straßenzüge voll mit Sattelschleppern in Überlänge reichen nicht mehr aus, um diese Flut von Mammut-Festen noch zu stemmen. Das bindet die Verwaltung alsbald im Übermaß. Allein ein Event wie das „Theatrium [Wilhelmstraßenfest] lockt 250.000 Besucher an drei Tagen in die einstige Kurstadt. Da tobt das größte deutsche Straßenfest im Grünen. Dabei wird noch der letzte Meter öffentlicher „Natur“ am Warmen Damm und am Kurpark vermietet – und alle Wiesen zertreten – dem Mammon geopfert. Und das letzte, was da zählt, ist das Tierwohl. […]

Vollständiger Text mit 400 Zeilen hier:  –> im Internet: 

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Geöffnet: [Di] Mi, Do, Fr
von 14:00 bis 18:00 Uhr + Sa nach Vereinbarung

Nachruf zum Finale

Dauer der Ausstellung:
11. April bis 16. Mai
[Schauraum I + II]

Bildnachweis: Paul Almasy | Mägde tragen Enten zum Markt in Debrecen, Ungarn (1961) | Silber Gelatine Abzug, Format 30,5 x 40,6  cm, (Blatt), Auflage 10, Pinxit


Kleinschmidt Fine Photographs e. K.
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