Auf den Spuren von Felix Salten

Die Flucht

Ab März 1938 war Felix Salten damit beschäftigt, seine Flucht vorzubereiten. Sowohl seine Bibliothek, als auch sein umfangreiches Korrespondenzarchiv wurden von ihm über Wochen hin gesichtet und wesentlich reduziert. Ein Teil der Möbel und Kunstgegenstände wurde verkauft bzw. verschenkt. Er musste sein Vermögen offenlegen und bekam lediglich einen kleinen Teil davon zugesprochen. Im August mussten Salten und seine Frau Ottilie von der geräumigen Villa in eine weit kleinere Wohnung in der Cottagegasse übersiedeln. Außerdem waren diverse bürokratische Hürden im Vorfeld der Ausreise zu bewältigen, die beide in einen Dauerzustand von
Anspannung und Sorge versetzten, bevor sie am 3. März 1939 tatsächlich das Land verlassen konnten. Die Eintragungen aus jener Zeit im Taschenkalender des alternden Schriftstellers legen ein ergreifendes Zeugnis seiner letzten in Wien verbrachten Monate ab.

Live-Stream aus der Wienbibliothek im Rathaus

Aus der Forschungswerkstatt: Mit Büchern auf der Flucht. Die Bibliothek Felix Saltens

Seine Bibliothek war Saltens ganzer Stolz, dennoch musste er sich ab Sommer 1938 von vielen kostbaren Büchern trennen. Ab diesem Zeitpunkt stehen Buchverkäufe im Mittelpunkt der Einträge in seinen Taschenkalender. Briefe und andere Zeugnisse, die mit dem Nachlass Saltens 2015 und 2018 in die Wienbibliothek kamen, belegen, wie ihn der Verlust der kostbaren und seltenen Bücher bedrückte. „Mehr als die Hälfte meiner Bibliothek ist weg, viele kostbare, viele seltene Bücher“, schrieb Salten an Hedwig Fischer – eine Korrespondenz, die in der Wienbibliothek im Rathaus verwahrt wird. Teile seiner Bibliothek aber konnte Felix Salten ins Schweizer Exil retten. Marcel Atze (Leiter der Handschriftensammlung, Wienbibliothek im Rathaus) und Franz Gangelmayer (Leiter der Druckschriftensammlung, Wienbibliothek im Rathaus) berichten über die Flucht mit Büchern und die Rückkehr der Bibliothek Saltens nach Wien.
 
Donnerstag, 28. Jänner, 17 Uhr
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Bildnachweis: Ausstellungsansicht im Wien Museum MUSA, Foto: Klaus Pichler

 

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