29. März bis 17. Mai 2025
Rehbein

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ERÖFFNUNG: SAMSTAG, 29 MÄRZ 2025, 11 – 21 Uhr

Am 29. März 2025 eröffnet die Duo-Ausstellung Slumbering Desire mit Arbeiten von Heinz Breloh (1940– 2001) und Eden Nael Liedtke (1997) in den neuen Räumlichkeiten der Thomas Rehbein Galerie in der Großen Brinkgasse 31. Die Duo-Ausstellung bringt zwei künstlerische Positionen in Dialog, die auf den ersten Blick Jahrzehnte trennen, und die doch auf den zweiten Blick eine tiefe gemeinsame Ebene verbindet: der Körper als Raum des Werdens, des Selbstfindens und des Ausdrucks. 

Slumbering Desire, Verlangen oder Begehren, das noch schlummert, ist das Echo einer Möglichkeit, die wir noch nicht erfasst haben, die Ahnung unserer Gestalt, die wir vielleicht erst werden müssen. Heinz Breloh, dessen sexuelle Orientierung zeitlebens nicht in den Diskurs einbezogen wurde, verhandelt in seinen Zeichnungen und Plastiken die Beziehung zwischen Körper und Form, zwischen Bewegung und Material. Eden Nael Liedtke setzt sich in seinen Zeichnungen omnipräsent mit dem eigenen Geschlecht auseinander. Er teilt durch sie den Erkenntnis- und Erlebnisprozess seiner Identität.

Liedtke stellt dar, wie er vielschichtige Metamorphosen durchläuft, damit er seinen Körper als den eigenen wahrnehmen kann. Diese Angleichung ist ein körperlicher und emotionaler Prozess, geprägt von Schmerz, Veränderung, Ermächtigung und Befreiung. Auf tagebuchartigen A4-Zeichnungen wird der Schmerz zu etwas Anmutigem und Intimen, untrennbar verbunden mit der Konfrontation mit sich selbst. Seine Arbeiten erzählen wie Kurzgeschichten von Erfahrungen, die sich zwischen Herausforderung und Hoffnung, zwischen Verlust und dem unaufhaltsamen Gewinn an Selbstbestimmung bewegen.

Breloh formt seine Arbeiten in einem ganzkörperlichen Prozess. Skulpturen überträgt er manuell oder durch die Bewegungen von seinem Körper auf das Material performativ und aus seiner vollkommenen physischen Kraft und emotionalen Energie. Grafiken und Fotografien von körperlichen Darstellungen übermalt er, und erweitert sie teils durch handstrukturierte Keramikelemente. Die Spuren seiner Finger und anderer Körperteile sind in den Arbeiten stets präsent. Die Arbeiten, die daraus entstehen, zeigen Analogien des Unausgesprochenen, des Noch-nicht-Gesagten, und dem damit einhergehenden Begehren, das unter der Oberfläche, im Körper, im Geist, in den Gefühlen und der Seele ruht und auf sein Erwachen wartet.   

In den Werken von Heinz Breloh und Eden Nael Liedtke wird spürbar, wie Form und Empfinden sich verweben – wie Bewegung und Material, Linie und Geste das, was im Innersten schlummert, nach außen tragen. Der Körper erweist sich als Medium und Resonanzraum innerer Entwicklung, als Ort der Veränderung, der Erkenntnis und des Selbstausdrucks. Indem beide Künstler ihn in ihre Arbeit einbinden – Breloh als formendes Medium, Liedtke als Motiv und Zeuge seiner eigenen Metamorphose – zeigen sie, dass der Körper mehr ist als bloße Hülle: Er birgt in sich die leise, schlummernde Stimme des Begehrens, die, einmal erhört, zur Selbsterkenntnis antreibt. Eine Erkenntnis, die nicht enthüllt, sondern entfaltet wird – und in Material, Geste und Bewegung ihren Ausdruck findet. – Elisa Mosch

Bildnachweis: Heinz Breloh, Z318, Collage mit Terrakotta / Collage with terracotta, 1998.


Rehbein
Große Brinkgasse 31
50672 Köln
rehbein-galerie.de

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