26. April bis 19. Juli 2026
Kurpfälzisches Museum Heidelberg

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Regina Relang gilt als eine der bedeutendsten Modefotografinnen der Nachkriegszeit. In den 1950er und 1960er Jahren dokumentierte sie die Haute Couture in Paris, darunter die Kollektionen von Christian Dior, Pierre Cardin oder Yves Saint Laurent. Die Ausstellung in Kooperation mit dem Münchner Stadtmuseum präsentiert rund 80 herausragende Fotografien, die faszinierende Perspektiven auf die „Ikonen der Mode“ eröffnen. Mit edlen Accessoires und beispielhaften Kleidungsstücken wird der modische Streifzug durch die Jahrzehnte stilvoll abgerundet.

Alle Fotografien der Ausstellung stammen aus der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums. Regina Relang (1909 in Stuttgart geboren, 1989 in München verstorben) übergab dem Haus noch zu Lebzeiten ihren umfangreichen Nachlass. Das Archiv Relang umfasst über 20.000 Abzüge, rund 80.000 Negative, mehrere tausend Farbdiapositive sowie zahlreiche Kontaktbücher aus allen Schaffensphasen – ein einzigartiges Konvolut von Mode- und Reportagefotografien aus den Jahren 1933 bis 1976.
Für die Ausstellung in Heidelberg wurden Modefotografien ausgewählt, die einen Bogen von den 1930er-Jahren bis in die späten 1970er-Jahre spannen. Originalabzüge aus dem Münchner Archiv sowie großformatige Reproduktionen entfalten ihren besonderen Reiz überwiegend in Schwarzweiß. Ergänzt wird die Fotoschau durch ausgewählte Accessoires und Kleidungsstücke aus der Textilsammlung Max Berk sowie durch Modellbüsten und Hüte aus der Sammlung Knapp in Mannheim.

Regina Relang – eine Erfolgsgeschichte
Regina Relang zählt zu den bedeutendsten deutschen Modefotografinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Anfänge waren eng mit ihrem künstlerisch geprägten Umfeld verbunden – der Vater Professor an der Kunstgewerbeschule Stuttgart, die Schwester war ausgebildete Fotografin. Nach einem Malereistudium in Krefeld, Stuttgart und Berlin sowie weiteren Studien bei Amédée Ozenfant finanzierte Regina Relang ihre Europareisen ab 1932 mit Fotografien, die sie als Autodidaktin mit der Leica aufnahm.

Relangs Bilder wurden über die Pariser Agentur Three Lions international vertrieben und erschienen u. a. in den Modezeitschriften Vogue und Harper’s Bazaar. Nach Stationen in Paris und Berlin ließ sich Relang nach dem Zweiten Weltkrieg in München nieder. Mit eleganten Modeinszenierungen, die sich an der internationalen Bildsprache orientierten, prägte sie den Aufbruch der Nachkriegszeit. Sie arbeitete für führende Magazine und fotografierte die Haute Couture erfolgreicher Designer wie Christian Dior, Pierre Cardin und Yves Saint Laurent. Bis in die 1970er-Jahre war Regina Relang Deutschlands führende Modefotografin. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz (1972), würdigten ihr Werk.

Luxusträume der 1950er Jahre
In der Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs inszenierte Regina Relang Mode als Ausdruck von Eleganz, Modernität und individuellem Stil. Sie arbeitete für führende Magazine wie Vogue, Harper’s Bazaar und Madame. Der von Christian Dior geprägte New Look bestimmte das Bild der Haute Couture, die als exklusiver Luxus einer wohlhabenden Minderheit vorbehalten blieb.

Relangs Fotografien entstanden häufig im urbanen Raum – in den Straßen von Paris, Münchner Innenhöfen oder im mediterranen Licht Italiens. Natürliches Licht und Bewegung verliehen den Bildern besondere Lebendigkeit. Inspiriert von der amerikanischen Mode- und Gesellschaftsfotografie prägte Relang den Stil der europäischen Modefotografie nachhaltig.

Modischer Aufbruch in den 1960er Jahren
In den 1960er-Jahren fotografierte Regina Relang international bekannte Models wie Jean Shrimpton in dynamischen Posen im Stadtbild von München, Paris, Rom oder Florenz. Die Mode erschien tragbar, das weibliche Modell selbstbewusst und präsent. Relangs Arbeiten spiegelten den gesellschaftlichen Wandel wider – von der reglementierten Nachkriegszeit hin zu neuen Freiheiten und emanzipatorischen Impulsen. Minirock, futuristische Materialien und innovative Schnitte standen für Aufbruch und Modernität. Die Adressatinnen waren Leserinnen des Mittelstands, deren zunehmende Erwerbstätigkeit neue finanzielle Spielräume eröffnete.

Populäre Trends in den 1970er Jahren
In den 1970er-Jahren lösten sich modische Vorgaben zunehmend auf: Mini, Midi und Maxi existierten nebeneinander, Prêt-à-porter trat an die Stelle der Haute Couture. Popkultur und Hippiemode prägten die Kollektionen. Relang fotografierte fließende Stoffe, Strick und kräftige Muster mit verbesserter Blitztechnik und experimentierte verstärkt mit der Farbfotografie. Mode erschien nun als Teil einer neuen, vielfältigen Lebenswelt.

Information zur Ausstellung
Ikonen der Mode – Fotografien von Regina Relang
26. April bis 19. Juli 2026 im Kurpfälzischen Museum Heidelberg
Hauptstraße 97, 69117 Heidelberg

Kooperationspartner der Ausstellung
Alle Fotografien stammen aus dem Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Regina Relang. Weitere Ausstellungsstücke wie Modellbüsten und Hüte sind Leihgaben der Sammlung Wolfgang Knapp, Mannheim. Die Accessoires gehören zum museumseigenen Bestand der Textilsammlung Max Berk. Die Ausstellung wird unterstützt durch den Freundeskreis des Kurpfälzischen Museums.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10.00 – 18.00 Uhr (geöffnet auch am Pfingstmontag)

Eintritt: Euro 8,00/4,50 ermäßigt, inkl. Besuch Dauerausstellung

Katalog: Zur Ausstellung erscheint kein Katalog. Das Buch „Die elegante Welt der Regina Relang“ (Herausgeber: Hatje Cantz, 2005) begleitete eine gleichnamige Ausstellung im Münchner Stadtmuseum. Es ist nur antiquarisch erhältlich.

Ausstellungskuratorin: Dr. Karin Tebbe, Kurpfälzisches Museum Heidelberg, Telefon 06221 58-34190, E-Mail KarinDr.Tebbe@Heidelberg.de

Kommunikation und Marketing: Annina Seele, Kurpfälzisches Museum Heidelberg, Telefon 06221 58-34560, E-Mail annina.seele@heidelberg.de

Bildnachweis: Titelmotiv der Ausstellung: Renée in Kostüm von Christian Dior, Paris 1951; Aufnahme von Regina Relang, Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Relang


Kurpfälzisches Museum Heidelberg
Telefon Kasse 06221 58-34020; Telefon Sekretariat 06221 58-34000; E-Mail kurpfaelzischesmuseum@heidelberg.de

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