10. Dezember 2020, live aus dem Futurium

Die Hybrid Plattform und das Futurium laden zum Jahresabschluss zu den dritten digitalen „Hybrid Futures“ ein. Hier treffen Künstler*innen auf Wissenschaftler*innen, um über vergangene und mögliche Zukunftsvisionen zu sprechen.

Am 10. Dezember spekulieren die Pilzbiotechnologin und Künstlerin Prof. Vera Meyer und der Architekt Prof. Sven Pfeiffer, der für digitales und experimentelles Entwerfen bekannt ist, über ihre gemeinsame Arbeit an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft. Beide stellen Objekte im Futurium aus, die einen Einblick in ihre Forschung geben: Printed Tower, ein architektonischer Turm, der mit Hilfe eines Roboters mit der 3D-Technologie gedruckt wurde, sowie Verbundstoffe aus Pilzen und Pflanzen, die sich für stabile Leichtbauweisen hervorragend eignen.

Gemeinsam suchen Vera Meyer und Sven Pfeiffer neue Möglichkeiten für die Anwendung von Pilzen, um aus ihnen (Bau-)Stoffe der Zukunft zu gestalten. Die Kooperation hat schon erste Ergebnisse hervorgebracht, die am Abend vorgestellt werden. Darüber hinaus sprechen sie über neue Perspektiven, die die Symbiose aus Architektur und Biotechnologie für ein nachhaltiges Bauen mit sich bringt. Wie haben sich vielleicht auch Denkweisen geändert, die zuvor das Arbeiten beeinflusst haben? Und wie können bioökonomische Lösungen in den Blick der Öffentlichkeit rücken?

Anhand von Szenarien aus Kunst und Wissenschaft entwickeln Meyer und Pfeiffer eine Spekulation über die zukünftige Gestaltung ihrer wissenschaftlichen Disziplinen.

Donnerstag, 10. Dezember 2020, 20.15 Uhr
www.futurium.de und www.hybrid-plattform.org
Zuschauer*innen können sich über Social Media einbringen.
in englischer und deutscher Sprache, live aus dem Futurium

Prof. Dr. Vera Meyer ist Biotechnologin und Professorin an der Technischen Universität Berlin und leitet dort das Fachgebiet für Angewandte und Molekulare Mikrobiologie. In ihrer wissenschaftlichen Forschung mit Pilzen kombiniert sie Methoden aus dem Feld der synthetischen Biologie und der Systembiologie, um Medikamente, Proteine und Plattformchemikalien im Sinne einer nachhaltigen Bioökonomie produzieren zu können. Das Anwendungspotenzial dieser ist vielfältig – von der Medizin bis zu Baumaterialien, was sich in ihren Forschungskollaborationen spiegelt. Zudem ist sie bekannt als ausgezeichnete Kommunikatorin, die in ihrer Forschung auch auf den Dialog mit Bürger*innen setzt. In ihrer Kunst übersetzt sie das Verwandlungs- und Stoffwechselpotenzial ihrer Forschungsobjekte in Pilzskulpturen, deren philosophischer Ton subtil, aber unüberhörbar ist: nichts verschwindet in der Natur, alles ist Transformation.

Sven Pfeiffer war von 2018 bis 2020 Gastprofessor für Digitales und Experimentelles Entwerfen am Institut für Architektur und Städtebau der UdK Berlin. Seit 2020 ist er Professor für Digitales Entwerfen, Planen und Bauen am Fachbereich Architektur der Hochschule Bochum, wo er sich mit der experimentellen Integration digitaler Simulations- und Fertigungswerkzeuge in dem architektonischen Entwurfsprozess, beschäftigt. Holz, Lehm und Pilze werden von ihm in neu gedachten, additiven Fertigungsmechanismen zu Materialien einer innovativen Architektur. Mit Hilfe von Robotorarmen und anderen digitalen Technologien entstehen architektonische Kompositionen, die nicht nur ungewohnt aussehen, sondern auch bauliche Qualitäten jenseits unserer aktuellen Norm besitzen.

Die Hybrid Plattform, eine Initiative der Universität der Künste Berlin und der Technischen Universität Berlin, dient dem Disziplinen übergreifenden Austausch zwischen Künsten, Wissenschaft und Technik. Hier arbeiten Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Expert*innen über die Grenzen der einzelnen Disziplinen und Universitäten hinaus gemeinsam an zukunftsträchtigen Themen und Fragestellungen. Dabei entstehen einzigartige Projekte, neue Netzwerke, weitere Plattformen und innovative Ansätze in Lehre und Forschung.

Das Futurium ist ein Haus der Zukünfte. Hier dreht sich alles um die Frage: Wie wollen wir leben? In der Ausstellung können Besucher*innen viele mögliche Zukünfte entdecken, im Forum gemeinsam diskutieren und im Futurium Lab eigene Ideen ausprobieren. Schon heute wissen wir: In der Zukunft müssen wir große Herausforderungen bewältigen. Wie können wir den Klimawandel in den Griff bekommen? Welche Technologien wollen wir künftig nutzen? Dient uns die Technik – oder wir ihr? Wie wollen wir als Gesellschaft zusammenleben – gibt es Alternativen zum „Höher-Schneller-Weiter“? Zukunft entsteht auch durch unsere Entscheidungen und unser Handeln in der Gegenwart. Das Futurium möchte deshalb alle Besucher*innen dazu ermutigen, sich mit Zukunft auseinanderzusetzen und Zukunft mitzugestalten.

Die Universität der Künste Berlin ist eine der wenigen künstlerischen Hochschulen Europas, die alle künstlerischen Disziplinen und die auf sie bezogenen Wissenschaften in sich vereint. An den Fakultäten Bildende Kunst, Gestaltung, Musik und Darstellende Kunst sowie den hochschulübergreifenden Zentren Tanz und Jazz (JIB Berlin) und dem Zentralinstitut für Weiterbildung werden über 70 künstlerische, künstlerisch-wissenschaftliche und künstlerisch-pädagogische Studiengänge angeboten. Von rund 4.000 Studierenden hat etwa ein Drittel einen internationalen Hintergrund.

Die Geschichte der Hochschule reicht zurück bis zur Gründung der brandenburgisch-preußischen Akademie der Künste im Jahr 1696. Ihre heutige Form erhielt die UdK Berlin 1975 durch den Zusammenschluss der Hochschule für bildende Künste und der Hochschule für Musik und darstellende Kunst zur Hochschule der Künste (HdK). Seit 2001 trägt die Universität der Künste Berlin ihren heutigen Namen. Mit mehr als 700 Veranstaltungen im Jahr trägt die UdK Berlin maßgeblich zum kulturellen Leben der Stadt bei.

Präsident der UdK Berlin ist seit dem 1. April 2020 Prof. Dr. Norbert Palz.

 

Claudia Assmann
Leitung Presse/Kommunikation
Universität der Künste Berlin
E-Mail: claudia.assmann@intra.udk-berlin.de
www.udk-berlin.de

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